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Integration in die "Experience Cloud" angekündigt

Adobe kauft E-Commerce-Plattform Magento

Peter Marwan lotet kontinuierlich aus, welche Chancen neue Technologien in den Bereichen IT-Security, Cloud, Netzwerk und Rechenzentren dem ITK-Channel bieten. Themen rund um Einhaltung von Richtlinien und Gesetzen bei der Nutzung der neuen Angebote durch Reseller oder Kunden greift er ebenfalls gerne auf. Da durch die Entwicklung der vergangenen Jahre lukrative Nischen für europäische Anbieter entstanden sind, die im IT-Channel noch wenig bekannt sind, gilt ihnen ein besonderes Augenmerk.
Finanzinvestor Permira bekommt dafür knapp 1,7 Milliarden Dollar. Für Adobe ist es der Einstieg in das Segment E-Commerce. Das Unternehmen dürfte seine Services und Fähigkeiten im Bereich Marketing-Analytics mit dem Zukauf zu einem umfassenden Angebot ausbauen.

Adobe hat die Übernahme von Magento Commerce für 1,68 Milliarden Dollar angekündigt. Mit der Akquisition wagt sich Adobe weit in den Bereich E-Commerce vor. Nach dem Abschluss der Transaktion, der spätestens für Ende August erwartet wird, soll die Magento Commerce Cloud dem Käufer zufolge "nahtlos" in die Adobe Experience Cloud integriert werden. Die positionierte der Anbieter bislang als "Komplettlösung für das digitale Marketing", nun wird sie mit der Shop-Komponente auch um den tatsächlichen Vertrieb erweitert.

Die Magento-Plattform ist eine der weltweit meistgenutzten Werkzeuge für die Gestaltung von Online-Shops. Neben zahlreichen namhaften Kunden setzten sie auch viele Mittelständler ein. Sie bietet neben der E-Commerce-Komponente auch Order Management und Prognosefunktionen und eignet sich für eine Vielzahl an Branchen.

Magento ist eine der weltweit wichtigsten Plattformen für Online-Shops.
Magento ist eine der weltweit wichtigsten Plattformen für Online-Shops.
Foto: netz98

Adobe kann über seine Experience Cloud schon heute den Auftritt von Unternehmen gegenüber seinen Kunden in der digitalen Welt mittels Inhalten und Daten gestalten. Ziel ist es, jedem Kunden auf ihn zugeschnittene inhaltliche Angebote zu unterbreiten. Die Ausweitung auf den Auswahl-, Kauf- und Bestellprozess durch die Übernahme von Magento Commerce erscheint da nur logisch, ist Ziel des Marketing schließlich, am Ende mehr oder überhaupt etwas zu verkaufen.

Lesetipp: Adobe Experience Cloud soll digitale Kundenerlebnisse schaffen

Interessant wird, wie die seit 2008 unter der Open Software License Version 3.0 verfügbare und bislang von einer Community aus rund 300.000 Developern entwickelte Magento-Software künftig weiterentwickelt wird. Auch das Schicksal der Community-Version ist noch unklar. Eine Stärke von Magento sind derzeit die vorgefertigten Erweiterungen für die Zahlungsabwicklung, den Versand, die Berücksichtigung von Vorgaben der Steuerbehörden und Logistikikprozesse.

Die Analysten von Gartner ordneten Magento im April 2017 in ihrer Betrachtung des Marktes für Digital-Commerce-Angebote als ernstzunehmende Konkurrenz zu SAP Hybris, Oracle, IBM und Salesforce ein.
Die Analysten von Gartner ordneten Magento im April 2017 in ihrer Betrachtung des Marktes für Digital-Commerce-Angebote als ernstzunehmende Konkurrenz zu SAP Hybris, Oracle, IBM und Salesforce ein.
Foto: Gartner

Mark Lavelle, CEO von Magento, versichert in einer Pressemitteilung, dass die Übernahme durch Adobe sowohl für Kunden als auch Partner und Entwickler nur Vorteile habe. Sie vereine Adobes Stärke im Bereich Content und Daten mit Magentos Innovationstradition.

Lesetipp: Open-Source-Software für den mittelständischen Handel

Lavelle wird nach dem Abschluss der Übernahme das Magento-Team als Adobe-Sparte "Digital Experience" weiterführen und kann dann seine Versprechen einlösen. Voraussetzung dafür ist, dass die Entwickler sich mit der Adobe Cloud anfreunden.

Ebays teures Abenteuer mit Magento

Magento war 2012 zusammen mit der Übernahme des E-Commerce-Spezialisten GSI Commerce für 2,4 Milliarden Dollar zu Ebay gekommen. Der Online-Marktplatz wollte sich damit für den Wettbewerb mit Amazon rüsten, änderte aber bald darauf seine strategische Ausrichtung wieder. Seitdem bietet Magento eine enge Integration zu Ebay, funktioniert aber auch ohne sie.

2015 trennte sich Ebay von den drei Jahre zuvor erworbenen E-Commerce-Technologien wieder. Die agierten damals als Ebay Enterprise und umfassten auch Magento. Das Abenteuer war für Ebay kostspielig, erhielt der Konzern doch beim Verkauf für die für 2,4 Milliarden Dollar erworbenen Bereiche nur noch 925 Millionen. Für den Investor Permira, der sich damals für einen Teil dieser Summer Magento Commerce sicherte, hat sich das Engagement angesicht des aktuellen Verkausfspreises von 1,68 Milliarden Dollar dagegen gelohnt.

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