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Abo-Modell statt Kauf-Software

Adobe vollzieht radikalen Wandel

07.05.2013
Der Softwarehersteller Adobe lässt sich ganz auf die Cloud ein: Die Programme Photoshop oder InDesign werden nur noch im Abo-Modell statt als Verkaufsversion weiterentwickelt. Eine neue Version der Creative Suite sei nicht geplant.
60 Euro pro Monat für die Nutzung der Programme: Adobe wagt einen radikalen Schritt.
60 Euro pro Monat für die Nutzung der Programme: Adobe wagt einen radikalen Schritt.
Foto: Adobe

Der Softwarehersteller Adobe wagt einen radikalen Schritt: Die Kreativ-Programme wie Photoshop für die Bildbearbeitung oder InDesign für das Layout von Publikationen werden künftig nur noch im Abo-Modell statt als Verkaufsversion weiterentwickelt. Das aktuelle Programm-Bündel Creative Suite 6 werde zwar weiter verkauft – aber eine neue Version sei nicht geplant, teilte Adobe mit. Das Unternehmen betreibt bereits seit mehr als einem Jahr die Abo-Versionen unter der Marke Creative Cloud, die stetig Kunden gewannen.

Mit dem neuen Modell geht Adobe zum einen auf den Trend zum Cloud Computing ein, bei dem Daten und Programme aus dem Netz laufen. Zum anderen wird auch der Fluss der Erlöse stabiler: Bisher erlebte das Geschäft einen Aufschwung, wenn eine neue Softwareversion herauskam – und kühlte ab, je älter sie wurde. Durch das Abo-Modell, bei dem rund 60 Euro pro Monat für die Nutzung der Programme fällig werden, verteilen sich die Einnahmen gleichmäßiger. Adobe bietet unter anderem auch Software für das Design von Websites (Dreamweaver) oder die Arbeit mit Videos (Premiere) an.

Allerdings ist der radikale Schnitt auch nicht ohne Risiken: Die Abo-Gebühren machten zuletzt nur gut ein Fünftel der Adobe-Erlöse von insgesamt rund einer Milliarde Dollar pro Vierteljahr aus. Zugleich stieg die Anzahl der Nutzer bei den Cloud-Angeboten in dem Anfang März abgeschlossenen Geschäftsquartal um 153.000 auf 479.000. Adobe warnt, dass die hohen Kosten in der Umbauphase zunächst einmal die Gewinne drücken werden. Bis Herbst 2015 will Adobe vier Millionen Abo-Kunden haben.

Auch andere Software-Anbieter setzen verstärkt auf Cloud-Dienste. So vertreibt Microsoft seine Büroprogramme unter dem Namen Office 365 auch im Abo-Modell. Allerdings geht der Windows-Riese nicht soweit, die Kaufversionen aufs Abstellgleis zu schieben. Auch bei Adobe wird es allerdings vor allem auf Verbraucher ausgerichtete Produkte wie die BildbearbeitungssSoftware Lightroom und Photoshop Elements, das Videoprogramm Premiere Elements sowie die PDF-Software Acrobat auch weiterhin separat zum Kaufen außerhalb der Creative Cloud geben.

Teil der Neuerfindung von Adobe sind auch die ersten eigenen Geräte des Softwarespezialisten. Es sind ein vernetzter Stift für die Eingabe auf Touchscreens mit dem Namen "Project Mighty" sowie ein digitales Lineal mit der leicht ironischen Bezeichnung "Napoleon Ruler". Zugleich wird das Grafikprogramm Fireworks ganz eingestellt. (dpa/tö)

Welche Folgen hat die Entscheidung von Adobe für das Geschäft von Resellern und Dienstleistern? Nutzen Sie die Kommentarfunktion unten und teilen Sie uns Ihre Meinung mit!