Test

Aldi-PC Medion Akoya P7300D MD8838 im Test (November 2008)

28.11.2008
Von , Miachael Schmelzle und Alexander Kuch
Der neue Aldi-PC "Akoya P7300D" bietet viel fürs Geld. Das hat unsere Schwesterpublikation PC-Welt im Test ermittelt. Das Preis-/Leistungsverhältnis kann als Maßstab für Assemblierer angesehen werden. Lesen Sie alles über Leistung, Stromverbrauch sowie Lautstärke des 699-Euro-Discount-Rechners und lernen Sie Stärken und Schwächen kennen.

Der neue Aldi-PC "Akoya P7300D" bietet viel fürs Geld. Das hat unsere Schwesterpublikation PC-Welt im Test ermittelt. Das Preis-/Leistungsverhältnis kann als Maßstab für Assemblierer angesehen werden. Lesen Sie alles über Leistung, Stromverbrauch sowie Lautstärke des 699-Euro-Discount-Rechners und lernen Sie Stärken und Schwächen kennen.

Von Michael Schmelzle, Alexander Kuch, PC-Welt

Testbericht

Beim Medion Akoya P7300D MD8838 setzt der Discounter wieder auf ein Intel-Grundgerüst: Basis des neuen Aldi-PCs ist - wie schon beim Vorgänger Medion Akoya E4320 MD 8396 - die speziell für Medion gefertigte MSI-Hauptplatine MS-7502 mit Intels G33-Chipsatz. Allerdings nutzt der Aldi-PC nicht die im Chipsatz integrierte Grafiklogik, sondern die 16x-PCI-Express-Grafikkarte MSI 1462 mit dem Nvidia-Chip Geforce 9600 GT - der Vorgänger musste sich noch mit der schwächeren 9500-GT-Variante begnügen.

Prozessor und Arbeitsspeicher

Auch der Prozessor stammt wieder von Intel. Der Core 2 Quad Q8200 gehört zur aktuellen Yorkfield-Baureihe, die allerdings im Vergleich zur 9000er-Familie mit 4 MB L2-Cache nur ein Drittel des Pufferspeichers mitbringt. Der Vierkern-Prozessor arbeitet mit gemächlichen 2,33 GHz, der Front Side Bus läuft mit rund 333 MHz. Wie der Screenshot links zeigt, fährt der Quad Core im Bereitschaftszustand seinen Takt automatisch auf knapp 2 GHz herunter - das hilft Strom sparen. Gut: Die moderne CPU beherrscht den SSE4-Befehlssatz in der Version 4.1, was beispielsweise das Umwandeln von Video-Dateien ins Divx-Format deutlich beschleunigt.

Die erste schlechte Nachricht: Den Front Side Bus des Prozessors können Sie nicht hochschrauben, eine entsprechende Option hat Medion im Bios-Setup nicht frei geschaltet. Schade, denn die 2,33-GHz-CPU lässt sich luftgekühlt garantiert auf deutlich höhere Frequenzen hochjubeln. Überhaupt ist das Bios sehr spartanisch gehalten, eine Monitoring-Funktion zum Überwachen der Lüfter-Drehzahl und Prozessor-Temperatur fehlt ebenfalls.

Dafür sind die Optionen zum Einstellen der Laufwerks-Parameter und Boot-Möglichkeiten geradezu erschöpfend. Einen Raid-Verbund können Sie dort hingegen nicht einrichten - die "Southbridge" ICH9DH unterstützt kein Hardware-Raid. Ein Software-Raid ist via Intel Matrix Storage Technology allerdings möglich.

Speicher satt: 4096 MB hat Medion im Aldi-PC verbaut. Der Arbeitsspeicher des Typs DDR2-667 läuft mit einer physikalischen Taktrate von knapp 333 MHz und den Zugriffszeiten 5-5-5-5-15. Gut: Die beiden 2-GB-Module arbeiten im schnellen Dual-Channel-Modus, zwei weitere RAM-Steckplätze sind noch frei. Allerdings können Sie die 4 GB in der Auslieferungskonfiguration nicht voll nutzen. Das vorinstallierte 32-Bit-Windows Vista Home Premium SP1 adressiert nur 3328 MB. Vorbildlich: Medion umschifft das Speicherproblem clever und legt auch die 64-Bit-Version des Betriebssystems in Form einer Recovery-DVD bei. Sie können also problemlos und bequem auf das 64-Bit-Vista umsteigen und müssen dabei keine Treiber-Probleme fürchten.

Grafikkarte

Die 16x-PCI-Express-Grafikkarte MSI 1462 basiert auf Nvidias Geforce 9600 GT. Der Chip- und Speichertakt beträgt 650 beziehungsweise 900 MHz. Die 64 Unified Shader (Streaming Prozessoren) laufen mit 1625 MHz. Dem Grafikchip sind 512 MB GDDR3-SDRAM zur Seite gestellt, die über ein 256 Bit breites Speicher-Interface angeschlossen sind. Die technischen Daten der Grafikkarte sind also gut genug für eine solide 3D-Leistung.

Die DirectX-10-Grafikkarte unterstützt zudem HDCP und SLI. An Video-Ausgängen steht eine eine moderne HDMI-Schnittstelle, eine Dual-Link-DVI-I- sowie eine analoger D-Sub-Buchse zur Verfügung. Intern ist die MSI 1462 mit einem sechspoligen PCI-Express-Stromstecker sowie Kabeln für das Einspeisen von TV-Signalen verbunden. An die passiv gekühlte Karte hat Medion einen Gehäuslüfter geschraubt, was das Gesamtkonstrukt etwas seltsam aussehen lässt. Notwendig scheint der Lüfter in jedem Fall zu sein, um die Abwärme der Karte wegzublasen, andernfalls hätte Medion sich die Kosten gespart. Schlecht dabei: Die dadurch verdeckten freien Steckplätze sind so nur eingeschränkt nutzbar und erst nach dem Ausbau der MSI-Grafikkarte zugänglich. Und wer den Speicher- und Chiptakt noch hochjubeln will, dürfte der Grafikkarte wohl erst mit einem aktiven Kühler spürbar mehr Tempo entlocken - wir prüfen das in einem weiteren Artikel.

Laufwerke

Der DVD-Brenner des Medion Akoya P7300D MD8838 stammt von LG Electronics: Der LG GH20NS10 versteht sich auf alle gängigen Formate. Das SATA-Laufwerk beschreibt CD-Rs mit 48-, CD-RWs mit 40-, DVD-Rs und DVD+Rs mit 20-, DVD-RW mit 6-, DVD+RWs mit 8-, DVD-R DL und DVD+R DL mit 10- sowie DVD-RAMs mit 12facher Geschwindigkeit. Lightscribe beherrscht der DVD-Brenner hingegen nicht.

Als Massenspeicher dient die 1000-GB-Festplatte Western Digital WD10EACS-00D6B0. Das SATA/300-Laufwerk stammt aus der Caviar-Green-Baureihe, die sich durch einen besonders niedrigen Stromverbrauch auszeichnet. Der Pufferspeicher der 3,5-Zoll-Festplatte beträgt 16 MB, die Rotationsgeschwindigkeit liegt bei 7200 Umdrehungen pro Minute. Die nutzbare Kapazität unter NTFS beziffert sich auf 931 GB.

Wem das nicht genügt, kann bis zu zwei weitere interne Festplatten einbauen. Dazu nutzen Sie entweder die zwei noch freien Schächte unterhalb des DVD-Brenners oder die beiden freien Einschübe des 3,5-Zoll-Laufwerkskäfigs, in dem die Western Digital WD10EACS untergebraucht ist - passend dazu gibt’s auf der Hauptplatine noch zwei freie SATA-Buchsen. Oder Sie docken wahlweise mit einer externen Festplatte an der eSATA-Buchse der Frontblende beziehungsweise am "Datenhafen 2" an, der sich auf der Oberseite des Gehäuses befindet. Aufgrund der proprietären Schnittstelle der Docking-Bay sind Sie dann allerdings auf Medion-Produkte angewiesen.

Seltsam: Installieren und starten wir Programme, kommt die Festplatte nur zögerlich in Schwung, so als ob man sie zunächst aus dem Dornröschen-Schlaf erwecken müsste. Dabei gibt sie auffällige Klickgeräusche von sich, die vermutlich in den zahlreichen (fehlgeschlagenen?) Zugriffen zu suchen sind. Ebenfalls mysteriös: Bei jeder Software-Installation verharrt der Ladebalken kurz vor Schluss zehn bis 15 Sekunden, bevor wir die Rückmeldung bekommen, dass das Programm installiert ist - egal ob es sich um ein 2-MB kleines Tool oder den 3D Mark 06 handelt.

Eine fehlerhafte Konfiguration liegt jedoch nach unserem Ermessen nicht vor: Die Größe der Auslagerungsdatei ist okay, der passende SATA-Treiber ist installiert und das Bios spricht das Laufwerk im AHCI-Modus an. Auch die verzögerte Reaktion der Festplatte blieb nach dem Abschalten sämtlicher Energiespar-Optionen ein kleines Ärgernis.Einen Festplatten-Defekt schließen wir auch aus, da sich in den Festplatten-Benchmarks keine Leistungseinbrüche ergaben. Unsere Vermutung: Möglicherweise hat es Western Digital (oder Medion) übertrieben und in der Festplatten-Firmware die Energiespar-Optionen so scharf eingestellt, das die Zugriffszeit unverhältnismaäßig stark darunter leidet.

Gehören Sie zu den Aldi-PC-Käufern und haben ähnliche Probleme, oder arbeitet bei Ihnen die Festplatte einwandfrei! Dann bitten wir Sie, hier im Forum Ihre Erfahrungen mit unseren Lesern zu teilen!

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