Die CP-Querschläger - Kolumne

Alles Corona, oder was?

Kommentar  31.03.2020
Der CP Querschläger ist seit 21 Jahren ein fester Bestandteil von ChannelPartner. Regelmäßig berichtet unser Autor über das, was einem kleinen Reseller in der großen ITK-Landschaft widerfährt. Manchmal überspitzt, aber immer auf den Punkt gebracht. Der Querschläger lebt und arbeitet als Fachhändler in Rheinland-Pfalz.
In dieser bewegten Zeit beschäftigt sich sich natürlich auch unser CP-Querschläger mit dem Corona-Virus und seinen Auswirkungen auf den ITK-Channel.
Der schlimmste Virus auf diesem Planeten ist immer noch der Mensch
Der schlimmste Virus auf diesem Planeten ist immer noch der Mensch
Foto: mim.girl - shutterstock.com

Da ist sie nun, die lang erwartete und von manchen herbeigesehnte Krise. Die neoliberale Globalisierung kam zuvor schon sichtlich ins Stocken.

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Selbst künstliches Geld aus Strom und surreale virtuelle Kapitalanhäufungen bei Konzernen und Heuschrecken halfen der Börsenblase nicht mehr. Und auch die Zweifel in der IT an dem Allheilmittel Cloud nehmen mit jedem Fall von Datenabfluss, Sabotage, Backdoor-Spionage oder staatlichem Hacking zu.

Die Zwänge bei Digitalisierung, Kontrolle, Überwachung und vor allem zur permanenten Profitsteigerung führen letztendlich zu einer spürbaren Lähmung. Die marktunübliche Alternativlosigkeit zu Microsoft, Google, Amazon und Co. sowie ein drohendes Vendor Lock-In vergrößert sie noch. Dass eine derzeit nicht berechenbare Nation die Oberhand über diese Cloud hat und weltweit durch Geheimdienste kontrolliert, kommt erschwerend hinzu.

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So gesehen kam diese Krise für diejenigen, denen die Profite zu klein wurden gerade richtig. Denn wo es Opfer gibt, sind auch die Geier und Ratten zu finden, die in der Natur für Hygiene sorgen, aber in der Wirtschaft für Arbeitslosigkeit, Ausbeutung und soziales Elend verantwortlich sind.

Was das mit dem Virus zu tun hat? Das Gesundheitssystem in der EU kollabiert gerade - aus reiner Profitsucht. Es fehlt an Personal und Knowhow, an Ideen und Innovationen, an Medikamenten und Desinfektionsmittel. Genauso ergeht es totgesparten Unternehmen. Sie sind gebunden und abhängig von Dienstleistern und Service-Verträgen, verlieren die Kontrolle über den eigenen Laden und ihre Kunden.

Zudem brechen die Märkte weg. Ärmere Menschen kaufen weniger - nicht mehr. Das Gesetz des Binnenmarkts greift langsam aber stetig auch global. Immer mehr einsparen, um Profite zu erhöhen hilft nur denen, die solche Unternehmen kaufen und verkaufen - aber nicht den Menschen, die dort leben oder arbeiten.

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Die Bereinigung der Wirtschaft wird wie das Virus wüten und die Opfer werden auch hier die Schwachen sein, die Ungeschützten und eigentlich wie immer - die Falschen.

Mein Fazit: Wer die Zeit in Quarantäne zum Nachdenken über die wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen nutzt, wird bestimmt einiges entdecken, was nach COVID-19 dringend verändert werden muss.

Bis demnächst, Euer Querschläger!

Der ChannelPartner-Autor "Querschläger" ist ein Fachhändler aus Rheinland-Pfalz. Alle Kommentare des CP-"Querschlägers" finden Sie im "Querschläger"-Archiv.

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