Nach Umsatzrückgang im Geschäftsjahr 2012/13

Alternate/Wave strafft die Zügel



Matthias Hell ist Experte in Sachen E-Commerce und Retail sowie ein Buchautor. Er veröffentlicht regelmäßig Beiträge in renommierten Handelsmagazinen und E-Commerce-Blogs. Zuletzt erschien seine Buchveröffentlichung "Local Heroes 2.0 – Neues von den digitalen Vorreitern im Einzelhandel".
Im Geschäftsjahr 2012/13 verzeichnete die Shift IT Holding (Alternate/Wave) erstmals einen Umsatzrückgang. Das Unternehmen kündigte an, sich auf ertragreichere Geschäfte zu konzentrieren. Einzelnen Auslandsgesellschaften wurden inzwischen geschlossen.
Am Shift-IT-Sitz in Linden betreibt Alternate drei thematisch ausgerichtete Shops, aus Spanien hat sich das Unternehmen aber 2014 zurückgezogen
Am Shift-IT-Sitz in Linden betreibt Alternate drei thematisch ausgerichtete Shops, aus Spanien hat sich das Unternehmen aber 2014 zurückgezogen
Foto: Alternate

Mit der Kombination aus dem Großhändler Wave und dem u.a. bei Gamern beliebten Onlineshop Alternate führte die Shift IT Holding lange Jahre das Segment der Elektronikversender an. Im Geschäftsjahr 2011/12 kam das Unternehmen auf einen Umsatz von 559 Millionen Euro - und lag damit vor Wettbewerbern wie Notebooksbilliger.de und Cyberport.

Wie aus dem jetzt im Bundesanzeiger veröffentlichten Bericht von Shift IT für das Geschäftsjahr 2012/13 (Ende: 30.6.2013) hervorgeht, ist dieses Wachstum allerdings zwischenzeitlich an Grenzen gestoßen: in dem Berichtzeitraum verzeichnete das Unternehmen mit 508 Millionen Euro einen Umsatzrückgang um neun Prozent. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit betrug 3,2 Millionen Euro und lag damit auf Vorjahresniveau. 2014 habe sich die Umsatzentwicklung bei Shift IT jedoch beschleunigt und gehe man daher sowohl beim Umsatz wie beim Ertrag von einer Rückkehr zum Wachstum aus, heißt es in dem Bericht.

Zwar sei für den Umsatzrückgang im Jahr 2012/13 "die Fokussierung auf ein ertragreiches Geschäft" ausschlaggebend gewesen. Doch wird in dem Geschäftsbericht auch klar, dass mit der negativen Umsatzentwicklung Bemühungen um eine Senkung der Kosten einhergingen. So wurden die Personalkosten gesenkt, außerdem ist von einer "Neustrukturierung bestehender Prozesse sowie der Kostenreduktion in vielen wichtigen Bereichen" die Rede.

Rückzug aus Spanien und Österreich

Zur Kostenreduktion gehört offensichtlich auch die Aufgabe einzelner Landesgesellschaften. Zwar ist Alternate nominell weiterhin in zehn europäischen Ländern aktiv, doch betreibt das Unternehmen nur noch drei echte Landesgesellschaften. Neben dem Standort im hessischen Linden sind das die Niederlande und Belgien, wo jeweils eigene Logistikzentren (inklusive angeschlossener stationärer Verkaufsgeschäfte) betrieben werden.

Die Landesgesellschaften in Österreich und Spanien hat Alternate dagegen inzwischen liquidiert. Während in Österreich nach der Schließung des Retail Stores in Wien 2011 nur noch ein Verwaltungssitz bestand, betrieb das Unternehmen in der Nähe von Madrid noch bis letzten Sommer ein Ladengeschäft. Mit dem physischen Rückzug aus den beiden Ländern folgt Alternate dem Vorbild von Redcoon, das sich seinerseits 2014 aus Frankreich und Dänemark zurückzog.

In Deutschland baute Alternate/Wave im vergangenen Jahr seine Logistikkapazitäten aus und übernahm ein nahe Linden gelegenes Logistikzentrum der insolventen Drogeriekette Schlecker. (mh)

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