Smartphones im Wert von 500.000 Euro erbeutet

Amazon-Mitarbeiter stehlen iPhones

Denise Bergert ist Fotografin und IT-Journalistin aus Chemnitz.
Komplizen bestellten preisgünstige Artikel. Diese Artikel wurden von den Amazon-Mitarbeitern zunächst auch verpackt, aber kurz vor dem Versand entweder gegen ein iPhone 12 oder ein iPhone 12 Pro ausgetauscht.
Statt den von ihrenKomplizen bestellten niedrigpreisigen Artikeln steckten einige Mitarbeiter des Amazon-Versandzentrums in Madrid kurz vor dem Versand ein iPhone 12 oder ein iPhone 12 Pro in die Verpackung.
Statt den von ihrenKomplizen bestellten niedrigpreisigen Artikeln steckten einige Mitarbeiter des Amazon-Versandzentrums in Madrid kurz vor dem Versand ein iPhone 12 oder ein iPhone 12 Pro in die Verpackung.
Foto: Apple

Amazon ist in seinem Logistik-Zentrum in Madrid einer Gruppe von Betrügern auf die Schliche gekommen. Ihre Masche funktionierte wie folgt: Komplizen bestellten im Amazon-Online-Shop preisgünstige Artikel. Diese Artikel wurden von den Amazon-Mitarbeitern verpackt und im letzten Moment vor dem Versand entweder durch ein iPhone 12 oder ein iPhone 12 Pro ersetzt.

Die Betrüger hatten jedoch anscheinend den Umstand übersehen, dass jedes Paket bei Amazon genau gewogen wird, bevor es das Versandzentrum verlässt. Nach einiger Zeit stellte das Unternehmen bei den Mitarbeitern Auffälligkeiten beim Gewicht ihrer Pakete fest.

Videoüberwachung am Arbeitsplatz entlarvt die Täter

Um den Ungereimtheiten auf den Grund zu gehen, installierte Amazon heimlich Kameras an deren Arbeitsplatz, wodurch der Schwindel schließlich aufflog. Vier Mitglieder der Betrüger-Gruppe wurden daraufhin an ihrem Arbeitsplatz verhaftet. Der fünfte stellte sich freiwillig den Behörden. Alle fünf erhielten von Amazon die Kündigung und warten nun auf ihre Verhandlung.

Bei der Verhaftung wurden bei den Betrügern zehn iPhones sichergestellt. Sie sollte mutmaßlich ebenfalls mit der beschrieben Betrugsmasche verschickt werden. In ihrem Besitz fanden sich außerdem aus Verpackungen herausgerissene IMEI-Nummern, die wahrscheinlich die Ermittlungen verzögern sollten. Schätzungen zufolge haben die fünf Betrüger mit ihrer Masche iPhones im Wert von einer halben Million Euro ergaunert.