Details zur Konzernaufspaltung

Aus Metro Group werden Metro und Ceconomy



Matthias Hell ist Experte in Sachen E-Commerce und Retail sowie  Buchautor. Er veröffentlicht regelmäßig Beiträge in renommierten Handelsmagazinen und E-Commerce-Blogs. Zuletzt erschien seine Buchveröffentlichung "Local Heroes 2.0 – Neues von den digitalen Vorreitern im Einzelhandel".
Mitte 2017 soll die Aufspaltung des Handelskonzerns Metro Group vollzogen sein. Nun wurde der neue Name für die künftige Unterhaltungselektronikeinheit mit Media-Saturn vorgestellt: Ceconomy.
Voraussichtlich Mitte 2017 werden die Vertriebslinien der Metro Group den neuen Gesellschaften Metro und Ceconomy zugeteilt
Voraussichtlich Mitte 2017 werden die Vertriebslinien der Metro Group den neuen Gesellschaften Metro und Ceconomy zugeteilt
Foto: Metro Group

Man hat sich gewöhnt an Media-Saturn als "Metro-Tochterunternehmen". Doch damit wird es nun bald vorbei sein: Am 6. Februar 2017 stimmt die Hauptversammlung der Metro Group über die im Frühjahr 2016 beschlossene Konzernaufspaltung in eine Großhandels- und Lebensmitteleinheit sowie eine Unterhaltungselektronikeinheit ab. Geht alles glatt, dürfte die Trennung der beiden Konzerneinheiten voraussichtlich Mitte 2017 vollzogen sein.

Einen Tag nach der Bekanntgabe des Geschäftsberichts für das Geschäftsjahr 2015/16 hat die Metro Group nun die Namen der künftigen eigenständigen Unternehmen präsentiert: Das Großhandels- und Lebensmittelgeschäft wird unter dem Namen Metro AG fortgeführt. Für das CE-Geschäft hat man sich sinnigerweise den Namen Ceconomy ausgedacht.

Pieter Haas, Media-Saturn-CEO und designierter Vorstandsvorsitzender der Ceconomy, blickt optimistisch in die Zukunft: "Wir sind die Nummer 1 der europäischen Consumer Electronics und haben uns mit einer umfangreichen Neuausrichtung eine hervorragende Startposition für unsere bevorstehende Selbstständigkeit geschaffen. Wir weisen zurzeit einen Jahresumsatz von 22 Milliarden Euro aus und haben fast 2 Milliarden Kundenkontakte pro Jahr. Alle unsere Stores sind jetzt voll digitalisiert und in unsere Multichannel-Strategie integriert, wir verbinden das emotionale Einkaufserlebnis in unseren Märkten mit den Vorteilen von digitalen Technologien. Mit unseren Produkten und Dienstleistungen sind wir auf allen Kanälen für unsere Kunden da und sind für sie Partner und täglicher Begleiter in der sich immer weiter digitalisierenden Welt. Wir sind also bereit! Ich bin überzeugt: Unsere besten Jahren kommen erst noch."

Das Logo der neuen Konzernmutter von Media-Saturn
Das Logo der neuen Konzernmutter von Media-Saturn
Foto: Ceconomy

Ausgleich mit Kellerhals?

Auffällig ist, dass auf der Homepage von Media-Markt-Gründer Erich Kellerhals kein Kommentar zu den Details der Konzernaufspaltung zu lesen ist. Der streitbare Minderheitsgesellschafter hatte sonst mit rascher Kritik an den Entscheidungen der Vorstandsetagen von Metro und Media-Saturn nicht zurückgehalten. Überhaupt ist derzeit fast sämtliche MSH-Schelte von Kellerhals’ Homepage verschwunden - markiert die Metro-Konzernaufteilung den Beginn eines Ausgleichs zwischen dem Media-Markt-Gründer und der heutigen Unternehmensführung?

Klar ist jedenfalls, dass die bisherige Metro AG als künftige Ceconomy AG weiterbestehen und das Consumer Electronics-Geschäft bilden soll und das Großhandels- und Lebensmittel-Geschäft als eigenständige, börsennotierte Gesellschaft abgespalten werden soll. Die Trennung der Metro Group in zwei unabhängige Gesellschaften wird den Aktionären im Verhältnis 1:1 vorgeschlagen werden. Die künftige Ceconomy wird an der künftigen Metro AG 10 Prozent halten. 1 Prozent des Grundkapitals wird als Gegenleistung für die Übertragung des auszugliedernden Vermögens gewährt; die Veräußerung ist für sieben Jahre gesperrt. Die weiteren 9 Prozent sind ebenfalls eine reine Finanzbeteiligung, mit der keine unternehmerische Rolle bei der künftigen Metro AG verbunden ist. Für diese Beteiligung gilt eine marktübliche Haltefrist von sechs Monaten. Der Vorstand der bisherigen Metro AG geht davon aus, dass beide Unternehmen die Kriterien des MDAX erfüllen und in diesem Marktsegment notieren werden. (mh)