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Blockchain - Human Ressources

Blockchain für die Personalabteilung

Seit Januar 2017 ist Sonja Pierer Geschäftsführerin der Experis GmbH. Sie hat die ManpowerGroup-Tochter erfolgreich transformiert und Skills in den Bereichen IT, Engineering, Industrie 4.0, Cloud Architektur, Embedded Systeme und IoT ausgebaut. Nach ihrem Studium der Wirtschaftsinformatik durchlief sie unterschiedliche Führungspositionen bei Cisco Systems Germany sowie einem Anbieter von Cloud Lösungen.
Hier lesen Sie, welche Möglichkeiten Blockchain schon heute Personaldienstleistern und Human-Ressources-Abteilungen bietet.

Lieferketten zu optimieren und Anwendungen für das Internet der Dinge zu entwickeln, sind derzeit die Bereiche, in denen Unternehmen die Blockchain-Technologien vorzugsweise einsetzen wollen. Das ergab eine Studie der Unternehmensberatung Deloitte, bei der mehr als 1.000 Führungskräfte aus mehreren Ländern befragt wurden, darunter die USA, China, Deutschland, Großbritannien und Frankreich.

Hinterlegen Bewerber oder Freiberufler ihren Lebenslauf und ihre Qualifikationen in einer Blockchain, muss deren Echtheit von den entsprechenden Institutionen bestätigt werden.
Hinterlegen Bewerber oder Freiberufler ihren Lebenslauf und ihre Qualifikationen in einer Blockchain, muss deren Echtheit von den entsprechenden Institutionen bestätigt werden.
Foto: fotoinfot - shutterstock.com

Mit einem Anteil von 50 Prozent der Nennungen landete der Bereich "Digital Identity" auf dem dritten Platz. Doch neben Logistik und dem Internet of Things können auch Personalabteilungen von der neuen Technologie profitieren. Und hier kommen Personaldienstleister und HR-Abteilungen ins Spiel. Denn digitale Identitäten in Verbindung mit Blockchain können bei der Suche nach IT-Fachkräften und im Personalmanagement eine wichtige Rolle spielen.

Ein Beispiel ist das Verifizieren von Angaben eines Bewerbers oder IT-Freelancers über seine Qualifikationen und seinen beruflichen Werdegang. Solche Daten können Bewerber in einer verteilten Blockchain-Datenbank ablegen und für einen Personaldienstleister oder Arbeitgeber freigeben. HR-Spezialisten haben dadurch die Möglichkeit, die Suche nach Kandidaten mit speziellen Qualifikationen schneller durchzuführen.

Dritte müssen Angaben bestätigen

Allerdings setzt ein solches Verfahren voraus, dass Dritte die Informationen bestätigen, die ein Fachmann oder Freelancer in der Blockchain hinterlegt. Hochschulen, Weiterbildungsinstitute und frühere Arbeitgeber müssen belegen, dass die Zertifikationen des Betreffenden "stimmen". Dies verhindert, dass ein Bewerber seine Qualifikation mit gefälschten Zertifikaten "aufwertet".

Der Haken dabei ist, dass gegenwärtig nur wenige Bildungseinrichtungen für Zertifizierungsvorgänge die Blockchain verwenden. Zu den Vorreitern in Europa zählt beispielsweise die Universität Basel (Schweiz). Sie führt derzeit einen Test mit dieser Technologie durch, um Abschlüsse von Studierenden zu beglaubigen. In den USA bieten einige Hochschulen eine digitale Zertifizierung von Studiengängen mithilfe der Blockchain an, etwa das Massachusetts Institute of Technology (MIT).

"Smart Contracts" mit IT-Freelancern

Eine weitere Option ist, die Blockchain-Technologie bei Arbeits- und Werkverträgen mit IT-Freelancern einzusetzen - so genannte "Smart Contracts".
Ein Beispiel: Ein Unternehmen vereinbart mit einem IT-Freiberufler, dass dieser ein Projekt umsetzt. Die Vertragsdetails lassen sich in einer Blockchain hinterlegen. Das "Smarte" dabei ist, dass sich Abläufe automatisieren lassen, etwa dass der Freelancer eine Abschlagzahlung erhält, wenn in der vorgegebenen Zeit ein bestimmter Projektstatus erreicht wurde.

Solche Wenn-Dann-Regeln können auch bei festangestellten Mitarbeitern zum Einsatz kommen, etwa die Auszahlung einer Prämie, wenn ein Beschäftigter eine Sonderaufgabe erfolgreich abgeschlossen hat. Derzeit werden Smart Contracts allerdings in anderen Bereichen getestet, etwa in der Software-Sparte. Denkbar ist beispielsweise, dass sich die Software eines Entwicklers automatisch deaktiviert, wenn ein Kunde sie für Zwecke nutzt, die nicht vertraglich abgedeckt sind.

Blockchain-Daten reichen nicht aus

Doch trotz der positiven Ansatzpunkte, welche die Blockchain-Technologie im HR-Bereich bietet, ist sie kein Allheilmittel.
Ein Kritikpunkt ist, dass die Informationen über die Qualifikationen und den beruflichen Werdegang in einer Blockchain-Datenbank nur einen Teilbereich abdecken. Nicht berücksichtigt werden beispielsweise "Soft Skills" wie die Kommunikationskompetenz und die Teamfähigkeit.

Laut der Studie "Fachkräftemangel 2018" der ManpowerGroup mangelt es fast jedem zehnten Bewerber an sozialen Kompetenzen und Soft Skills. Das ist problematisch, wie die Studie "Skills Revolution 2.0" zeigt, die das Marktforschungsinstitut Infocorp im Auftrag der Manpower Group erstellte. Denn 88 Prozent der deutschen Arbeitgeber stellen bevorzugt Mitarbeiter ein, die gut mit anderen zusammenarbeiten können. Die Kommunikationsfähigkeiten stufen 79 Prozent der Befragten als wichtig ein.

Doch wie kommunikativ ein Mitarbeiter ist und wie gut sich ein IT-Freelancer in ein Projektteam integrieren kann, kann ein Datensatz aus einer Blockchain nicht sagen. Die passenden Fachkräfte zu finden, erfordert somit weiterhin ein professionelles Auswahlverfahren, inklusive Einzelinterviews. Das heißt, die Blockchain-Technologie kann HR-Profis bei ihrer Arbeit unterstützen, sie aber nicht ersetzen.

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