Wenn die Arbeit einen auffrisst

Burnout, der stille Begleiter

16.10.2008
Wenn der Stress überhand nimmt, besteht Gefahr: Der Burnout droht. Beate M. Reisinger beleuchtet die Schattenseiten des beruflichen Erfolgs.

Der Computerbranche gehört die Zukunft - und die Gegenwart sowieso. Kaum ein Branchenzweig ist in den vergangenen Jahren mehr gewachsen. Aber die Arbeit um IT, Computer und Software kann einen auch auffressen. Dann, wenn das Klicken der Tastatur nicht mehr Melodie ist, sondern jeder einzelne Anschlag auf die Nerven hämmert. Dann, wenn das Flimmern des Bildschirms seine magische Anziehungskraft verloren hat und nur noch nur noch auf den Augen brennt. Dann, wenn der Stress überhand nimmt, besteht Gefahr: Der Burnout droht.

Workaholics besonders stark bedroht

Burnout: Wer ist gefährdet? Vor allem der Workaholic, der versucht mit der rasant boomenden IT-Branchen Schritt zu halten - und das Tempo aus den verschiedensten Gründen nicht gehen kann. Burnout ist die Schattenseite, die das "Arbeitstier" immer begleitet. Und dabei nicht nach einem neuen Videospiel-Hit, sondern wie eine ansteckende Krankheit klingt. Eine, die nicht mit einem Neustart oder Reset behoben werden kann. Nicht umsonst bestätigen Personalmanager unisono, dass Burnout das Unwort schlechthin sei. Burnout gibt es nicht, hat es nicht zu geben und wen es doch erwischt, ja der ist selber shculd, er ist eben einen "Schwächling".

Burnout zieht sich übrigens durch alle Berufsgruppen. Ein Typus Mensch ist in jedem Fall besonders gefährdet, unabhängig von der Stellung im medizinischen Betrieb: Es ist derjenige, der über einen subjektiv empfunden zu langen Zeitraum seine emotionalen, seelischen oder körperliche Reserven aufgebraucht hat und dies eine gewisse Zeit lang nicht zugeben kann. Es ist derjenige, der sehr engagiert ist, der immer für alle - Kollegen und Kunden - da sein will, der sehr sozial und loyal eingestellt ist, sehr kooperativ. Eine typische Aussage: wenn ich es nicht mache, macht es keiner. Oder: Wenn ich die Schicht nicht übernehme, dann muss es der Kollege machen, und der hat doch Familie, in seiner Ehe kriselt es sowieso schon, etc…. Beispiele gibt es genug - und Argumente sowieso.

Dieser Mensch überzieht sein Ressourcenkonto immer mehr und merkt es oft nicht oder erst zu spät. Er lebt über seine Kräfte und bekommt dafür irgendwann die Rechnung präsentiert. Das Unternehmen schreibt ihn ab. Es sei denn auf der Krankschreibung steht Magengeschwür oder Darmgrippe, oder Herzflattern; in keinem Fall "Burnout".