Für Semiprofis

Canon EOS 50D im Test

Verena Ottmann ist seit 16 Jahren bei PC-WELT für Hardware-Themen zuständig. Mit Ratgebern, Tests und Tipps informiert sie im Heft und auf den Online-Plattformen über Wissenswertes rund um Digitalkameras und externe Festplatten. Außerdem kümmert sich Verena Ottmann als Heftkoordinatorin um die Planung und Realisierung der AndroidWelt. Privat interessiert sie sich für alles, was man auf dem Fernseher oder der Stereoanlage ausgeben kann.
Mit der EOS 50D schickt Canon eine Mittelklasse-DSLR ins Rennen, die sich gegen die Nikon D90, die Sony Alpha 700, die Olympus E30 und die Pentax K20D behaupten muss. Derzeit ist die Kamera im Kit mit zwei verschiedenen Objektiven erhältlich.

Testbericht

Von Verena Ottmann, PC-Welt
Im Vergleich zur Vorgängerin EOS 40D bietet die 50D einige Neuerungen, die vor allem die Bedienung optimieren. So ist beispielsweise das Display immer noch 3 Zoll groß, hat aber mit 920.000 Pixeln eine deutlich höhere Auflösung, was besonders dem Live-View-Modus zugute kommt.

Handhabung: Sie navigieren sich durchs Bedienmenü entweder über das Drehrad um den SET-Knopf oder mit dem Mini-Joystick schräg darüber. Der Autofokus im Live-View-Modus konnte uns jedoch nicht recht überzeugen, da er im Vergleich zu Konkurrenzprodukten zu umständlich zu handhaben ist.

Ausstattung: Die 15-Megapixel-DSLR ist mit einer HDMI-Schnittstelle bestückt, über die Sie hochauflösende Bilder auf einem HD-fähigen Fernseher ausgeben können. Interessant sind auch die verschiedenen Blitzoptionen der Kamera. So bietet die 50D neben der Blitzautomatik, dem erzwungenen und unterdrückten Blitz sowie dem Vorblitz auch die Möglichkeit der Blitz-Langzeitsynchronisation auf den ersten oder zweiten Verschlussvorhang und automatische Blitzbelichtungsreihen mit externen Blitzgeräten.

Bildqualität: In Sachen Dynamikumfang und Bildrauschen zeigte sich die EOS 50D von ihrer besten Seite. Die Eingangsdynamik - sie gibt Auskunft über die zur Verfügung stehenden Blendenstufen - war sehr hoch. Die Ausgangsdynamik beziehungsweise die Anzahl der darstellbaren Helligkeitsstufen war ebenfalls hoch. Im normalen Betriebsmodus lässt sich die Lichtempfindlichkeit von ISO 100 bis ISO 3200 wählen, wobei das Bildrauschen selbst bei der höchsten Einstellung noch minimal war. Um ISO 6400 (H1) und 12.800 (H2) einzusetzen, müssen Sie im Menü die ISO-Erweiterung aktivieren.

Das Kit-Objektiv EF-S 17-85mm zeigte im Weitwinkel eine extreme tonnenförmige Verzeichnung. Außerdem stellten wir einen Randabfall um 0,9 Blenden fest, was jedoch noch akzeptabel ist. Die Auflösung lag bei kurzer Brennweite jedoch deutlich unterhalb der Messwerte, die wir bei mittlerer und langer Brennweite ermittelten - insgesamt ergab das einen nur befriedigenden Wirkungsgrad, da die Auflösung zum Bildrand hin auch stark abfiel.

Fazit: Eine Spiegelreflexkamera ist nur so gut wie das verwendete Objektiv - das haben wir bei unseren Tests der EOS 50D deutlich gemerkt. Denn während die Kamera hinsichtlich des Bildrauschens und des Dynamikumfangs sehr gut abschnitt (hier kommt es hauptsächlich auf den Sensor an), verzeichnete das von uns eingesetzte Kit-Objektiv extrem und produzierte zudem einen deutlichen Helligkeitsabfall an den Bildrändern.

Alternativen: Schon etwas älter, aber immer noch erhältlich, ist die Nikon D200. Sie schnitt bei der Bildqualität ein bisschen besser ab und liegt preislich leicht unterhalb des Canon-Modells. Dafür ist sie nicht so gut ausgestattet.

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