CeBIT: Krisenbranche TK

15.03.2007
Die TK-Branche ist das Sorgenkind der CeBIT. Vor allem die Mobilfunker wenden sich einer nach dem anderen von der Messe ab. Allein der ungebrochene VoIP-Trend sorgt noch für volle Hallen.

Von Dr. Thomas Hafen

Heute hoffentlich fertig: der Vodafone-Pavillon auf der CeBIT
Heute hoffentlich fertig: der Vodafone-Pavillon auf der CeBIT

Kaum eine Branche steht so sehr für die Krise der CeBIT wie der Mobilfunk. Mit Nokia, Motorola und LG bleiben drei der fünf wichtigsten Handyhersteller der Messe fern. Auch die beiden Verbliebenen - Samsung und Sony Ericsson - stellen neue Produkte kaum mehr in Hannover, sondern auf dem 3GSM World Congress in Barcelona vor. Die Europa-Premiere des iPhones fällt ebenfalls aus. Apple bleibt seiner Tradition treu und der CeBIT fern - ein gegenteiliger Bericht der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" sorgte kurz für Aufregung, erwies sich aber schnell als Ente.

Immerhin halten die Mobilfunknetzbetreiber der Messe die Treue - mit Ausnahme von E-Plus. Der Anbieter verzichtet bereits seit 2006 auf eine Teilnahme. Während E-Plus mit der Billigmarke Simyo und seinen Flatrate-Tarifen den Preiskrieg in der Sprachtelefonie kräftig anheizt, setzt Vodafone auf schnelle Datendienste. Zur CeBIT will das Unternehmen die Stufe zwei von HSDPA (High Speed Downlink Packet Access) zünden und mit dem Ausbau von HSUPA (High Speed Uplink Packet Access) beginnen. Damit könnten der Downstream im UMTS-Netz von Vodafone bis zu 7,2 Mbit/s und der Upstream bis zu 1,45 MBit/s erreichen - vorerst allerdings nur in ausgewählten Gebieten.

Auch die Telekom-Tochter T-Mobile setzt auf den Ausbau des UMTS-Netzes: Das Unternehmen will zur CeBIT ebenfalls HSDPA mit 7,2 MBit/s sowie HSUPA präsentieren.

Kundenbindung steht beim Messeauftritt von O2 im Vordergrund. Ein Bonusprogramm soll Vieltelefonierer zu "Premium-Kunden" machen. Eine Handy-Flatrate soll ebenso kommen wie drei SMS-Pakete, welche die Kosten für eine Kurznachricht je nach Paket auf sieben bis zehn Cent drücken.