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Canalys Forum 2018

“Channel muss sich auf ein härteres Jahr einstellen”

Regina Böckle durchforstet den Markt nach Themen, die für Systemhäuser und Service Provider relevant sind - oder es werden könnten - und entwickelt dazu passende Event-Formate.
Steve Brazier, CEO des Beratungs- und Marktforschungsunternehmens Canalys, rechnet 2019 mit schwächerem Wachstum im Channel und einer Akquisitionswelle.

Der jährlich mit Spannung erwartete Marktausblick des Canalys-Presidenten und CEO Steve Brazier fiel dieses Jahr ungewöhnlich politisch aus. Die alte Faustregel: "Sprich als CEO nie über Politik", müsse überwunden werden angesichts der nationalistischen, populistischen Strömungen in Europa und den USA, forderte Brazier. "Politik muss in die Strategie der Unternehmen einfließen, CEOs müssen Stellung beziehen". Microsoft-CEO Satya Nadella habe dies in vorbildlicher Weise gegenüber der Trump-Administration vorgelebt.

"Wir brauchen mehr Nachwuchs in der IT!“, meint Canalys-CEO Steve Brazier.
"Wir brauchen mehr Nachwuchs in der IT!“, meint Canalys-CEO Steve Brazier.
Foto: Canalys

Zudem werde der aufkeimende Handelskonflikt zwischen den USA und China die strategischen Entscheidungen der Channelpartner massiv beeinflussen: "Welche Brands ein Unternehmen ins Portfolio aufnimmt, wird künftig stärker von der persönlichen ethischen Einstellung des CEOs abhängen."

Die Spannungen zwischen den USA und China spiegelten sich auch im globalen Wettrüsten um Supercomputer, um die größten, höchst skalierbaren und performanten Clouds, um die Mobilfunkgeneration 5G und um Exascale Computing wider. "Das Land, das führend ist im Exascale Computing, wird im Bereich Cybersecurity den Ton angeben, über das beste Militär und die mächtigsten AI-Kapazitäten verfügen", so Brazier.

Lesetipp: Wer sind die schnellsten Channel-Skirennläufer?

Mehr Speed für große Websites

Die technologischen Wachstumstreiber verortete der Analyst bei Flash-Storage, Wirless Networking, Hyperconverged Infrastructure, SaaS, IoT und Public Cloud. "Es ist eine Welt der hybriden Multi-Cloud", so sein Fazit. 2018 wuchsen Cloud- und On-Premise-Infrastrukturen nahezu gleich stark. Die größte Herausforderung werde es sein, die nötigen Skills und Fachkräfte für diese hybride Welt zu finden, so Braziers Fazit: "Wir brauchen mehr Nachwuchs in der IT!".

Grenzen verschwimmen

Der Wunsch der Kunden, möglichst viele Services aus einer Quelle zu beziehen, lässt im Channel die Grenzen zwischen IT-Dienstleister, MSP, CSP, und IT-Beratungsunternehmen verschwimmen - und werde 2019 in Europa für eine Übernahmewelle in der Partnerlandschaft sorgen. Denn kaum einer der Akteure kann heute die komplette Bandbreite an Lösungen, Services und Kompetenzen abbilden, die der Kunde benötigt.

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Channel meets Cloud, 28. Februar 2019

Systemhäuser müssen Cloud-fähig werden, um ihren Kunden die passenden Lösungen anzubieten. Auf dem Channel meets Cloud-Kongress am 28. Februar 2019 in München zeigen Service Provider, wie das Cloud- und Managed-Service-Geschäft gelingt.
Rechtsseminar zur DSGVO

Vertrauensfrage Kundendaten

Zu den gewohnten Channel-Konflikten haben sich neue hinzugesellt. Der Trend zu Managed Services fördere die Begehrlichkeit der Hersteller nach Kundendaten. Brazier bezog klare Stellung: "Wie vertrauenswürdig ein Hersteller ist, wird sich künftig daran ermessen, wie bereitwillig er seine Daten mit dem Partner teilt."

Wo geht die Reise hin?

Gekonnt pointiert skizzierte Brazier auch die künftigen Trends: Datacenter- und Security-Automation als Basis für die Automation von Prozessen. "Für den Channel bietet Robotic Process Automation Software enorme Chancen. Sie ermöglicht Kunden die Integration aller Daten aus alten Legacy- und neuen Systemen und damit die Prozessautomation, ohne auf der grünen Wiese starten zu müssen."

AI werde das Cloud-Geschäft anheizen. "Wenn Sie damit nicht jetzt starten, werden Sie dem Markt hinterherhinken", warnte er.

Schließlich appellierte Brazier noch an die Partner, auf Shop-in-Shops bei Amazon zu verzichten. "Sie werden die Kundenkontakte langfristig für sich selbst nutzen", warnt er.

Mit den hohen Zuwachsraten des vergangenen Jahres sei im kommenden Jahr nicht mehr in diesem Maße zu rechnen, so die Prognose des Analysten: "Wir werden im Markt einen Rückgang des Wachsumts erleben. Die nächsten 12 Monate werden härter werden."