Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

Shopping-Rausch

Chinas Onlinehandel feiert beim Singles Day neue Verkaufsrekorde

13.11.2017
Eine neue Mikrowelle, ein Jahresvorrat Duschgel oder doch lieber eine Alkohol-Flatrate auf Lebenszeit? An Chinas wichtigstem Online-Verkaufstag bleiben wenige Wünsche unerfüllt.
Viele Kunden in China warteten auf den Singles Day und schoben geplante Großkäufe bis dahin auf.
Viele Kunden in China warteten auf den Singles Day und schoben geplante Großkäufe bis dahin auf.
Foto: siam.pukkato - shutterstock.com

Die Chinesen haben am sogenannten Singles Day ihren Online-Händlern Verkaufsrekorde beschert: Allein Alibaba, der größte Internethändler Chinas, verkaufte am Samstag Waren im Wert von 168,3 Milliarden Yuan (21,8 Milliarden Euro), rund 48 Milliarden Yuan mehr als im vergangenen Jahr.

Ursprünglich galt der 11.11. in China unter Studenten als eine Art Anti-Valentinstag für Alleinstehende, weil das Datum nur aus Einsen besteht. Vor acht Jahren begann dann Alibaba, seinen Kunden an dem Tag für 24 Stunden hohe Preisnachlässe zu gewähren. Zahlreiche Konkurrenten folgten dem Beispiel, wodurch der jährliche Singles Day zur großen Rabattschlacht wurde.

Neue Rekorde

Auch JD.com, ein anderer großer Internethändler, verkündete neue Rekorde. Allein in den ersten 30 Minuten habe der Konzern Klimaanlagen im Wert von umgerechnet 65 Millionen Euro verkauft - soviel wie am gesamten Singles Day 2016.

150.000 Rasierer und 100.000 Mikrowellen wurden in nur 60 Minuten gekauft - mehr als im gesamten Oktober zusammen. Die Umsätze mit Lebensmitteln stiegen in der ersten Stunde um 350 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. 16 Tonnen Frischwaren, darunter zwei Millionen Krabben, verschickte der Konzern nach eigenen Angaben am Samstag an seine Kunden. Mehr als sechs Millionen Pakete waren bis zum Nachmittag auf dem Weg.

Alibaba, dessen Kunden nach eigenen Angaben am Samstag zu 92 Prozent per Smartphone einkauften, zelebrierte den Shopping-Rausch mit einer großen Party in Shanghai. Eine riesige Leinwand präsentierte live den aktuellen Umsatz. Sänger Pharrell Williams, Hollywood-Star Nicole Kidman und die chinesische Schauspielerin Fan Bingbing traten am Vorabend zusammen mit Alibaba-Chef Jack Ma in einer Fernsehgala auf, um für den Verkaufstag zu werben.

Viele Kunden in China warteten auf den Singles Day und schoben geplante Großkäufe bis dahin auf. "Ich habe ein neues Sofa, einen Wasserfilter und Kleidung für meine Kinder gekauft", sagte die 32-Jährige Wenwen aus Peking, die umgerechnet etwa 1300 Euro ausgab. Gu Sifan, eine 23 Jahre alte Innenausstatterin aus Shanghai, sicherte sich einen Jahresvorrat an Cremes und Duschgel: "Die Rabatte waren allerdings letztes Jahr höher".

Kuriose Angebote

Für Aufmerksamkeit in Chinas sozialen Medien sorgte das Angebot eines Schnapsherstellers, der für 11 111 Yuan (umgerechnet etwa 1500 Euro) seinen Kunden einen lebenslangen Vorrat an Alkohol versprach. Zu dem Preis sollten 33 Käufern, die zuerst zugriffen, bis zu ihrem Tod mit zwölf Flaschen "Baijiu"-Schnaps pro Monat beliefert werden. Sollten sie in den nächsten fünf Jahren sterben, würde das Lieferrecht an ein Familienmitglied übertragen.

Nicht die Erfüllung lang ersehnter Wünsche, sondern vor allem Überstunden bedeutete der Singles Day für die Mitarbeiter und Lieferanten der Onlinehändler. "Wir arbeiten rund um die Uhr und essen viele Instant-Nudeln", sagte Belinda Chen vom Jd.com.

Chinas Wirtschaft war in den ersten drei Quartalen des Jahres um 6,9 Prozent gewachsen. Während der Außenhandel nicht mehr so gut läuft wie früher, wird der heimische Konsum zu einer immer wichtigeren Stütze für das Wachstum. (Simina Mistreanu und Jörn Petring, dpa/ib)