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EHI-Studie IT-Trends im Handel

Cloud noch ohne große Bedeutung

08.05.2017
Von Christiane Pütter
Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Für fast die Hälfte der Entscheider im Handel sind Cloud-Dienste von geringer Relevanz. Wichtigste IT-Projekte drehen sich um das Warenwirtschaftssystem und Omnichannel.
 
  • 59 Prozent der IT-Chefs im Handel berichten an den CEO
  • 57 Prozent der Handelsunternehmen rechnen mit steigenden IT-Budgets
  • Bei Warenwirtschaftssystemen setzt die Mehrheit auf "Buy" statt "Make"

Wie gehen Einzelhandelsunternehmen ihre digitale Transformation an? Diese Frage untersucht das Kölner EHI Retail Institute in der Studie "IT-Trends im Handel 2017". IT-Entscheider aus 92 Unternehmen in der Region DACH (Deutschland, Österreich, Schweiz) haben an der Studie teilgenommen. T-Systems hat die Umfrage unterstützt. Das EHI Retail Institute kommt zu dem Fazit, dass die Rolle der IT an Bedeutung gewinnt.

Eine Mehrheit der IT-Entscheider im Handel berichtet mittlerweile an den CEO.
Eine Mehrheit der IT-Entscheider im Handel berichtet mittlerweile an den CEO.
Foto: EHI Retail Institute

So berichten mittlerweile fast sechs von zehn (59 Prozent) IT-Verantwortlichen direkt an den CEO. Weitere 14 Prozent berichten an den CFO (Chief Financial Officer). Letzteres sei früher "oft" der Fall gewesen, schreiben die Studienautoren, ohne allerdings konkrete Prozentzahlen zu nennen. Was den Titel der IT-Entscheider betrifft, legt sich das Institute nicht fest. Die Studienautoren beobachten aber: "Die Rolle des 'echten' CIO, im angelsächsischen Raum schon länger üblich, beginnt sich auch hierzulande immer mehr durchzusetzen." Weiter beobachten sie, dass "einige Unternehmen" einen Chief Digital Officer (CDO) beschäftigen.

Mobile Kassen und elektronische Regaletiketten

Konkret denkt der Handel in puncto IT an Omnichannel-Strategien und die technologische Aufrüstung der Filialen. Der zweite Punkt lässt sich allerdings schwer eingrenzen. Die Studienteilnehmer meinen damit beispielsweise mobile Kassen, digitale Beschilderungen, elektronische Regaletiketten oder digitale Schaufenster.

Das Thema Omnichannel/Multikanal beschäftigt den Handel am stärksten.
Das Thema Omnichannel/Multikanal beschäftigt den Handel am stärksten.
Foto: EHI Retail Institute

Mobile Kommunikation und Mobile Payment stehen in der aktuellen Umfrage nicht mehr so weit oben auf derTrend-Liste wie noch im Jahre zuvor. Das heißt nicht, dass diese Themen unwichtiger werden, betonen die Studienautoren. Sie gehen davon aus, dass die Händler hier schon viel unternehmen und deswegen schlicht nicht mehr von "Trends" sprechen.

Drogerie hat andere Prioritäten als Bekleidungsmarkt

Das EHI Retail Institute unterscheidet zwischen "Slow moving consumer goods" (SMCG), wie etwa Kleidung und Schuhen, und "Fast moving consumer goods" (FMCG) wie Lebensmittel und Drogerieartikel. Ein genauerer Blick auf die Umfrage zeigt, dass insbesondere FMCG-Händlern Multikanal-Strategien und die Digitalisierung der Filialen wichtig ist. Anbieter von SMCG legen überdurchschnittlich viel Wert auf mobile Kommunikation und mobiles Bezahlen.

Warenwirtschaftssystem optimieren bleibt wichtigste Aufgabe

Als das Top-IT-Projekt in den kommenden zwei Jahren gilt einer Mehrheit von 57 Prozent aller Befragten die Erneuerung beziehungsweise Optimierung des Warenwirtschaftssystems. Zum Vergleich: 46 Prozent nennen außerdem die Erneuerung von Software oder Hardware für die Kassen, 38 Prozent das Customer Relationship Management und 20 Prozent das Lieferketten-Management.

Die meisten Händler wollen ihre Warenwirtschaftssysteme erneuern oder verbessern.
Die meisten Händler wollen ihre Warenwirtschaftssysteme erneuern oder verbessern.
Foto: EHI Retail Institute

Zurück zum Warenwirtschaftssystem. Die Studienautoren haben erfragt, ob solche Systeme selbstentwickelt oder als Standard-Software eingekauft werden. Das Ergebnis ist deutlich: Rund acht von zehn Teilnehmern kaufen ein. 79 Prozent sagen das für "heute", 82 Prozent für "künftig". Hier zeigt sich eine Entwicklung hin zum Standard, denn in einer vergleichbaren Umfrage von 2015 sagten das noch rund sieben von zehn Befragten (69 Prozent für "heute" und 72 Prozent für "künftig"). Hier unterscheiden sich SMCG- und FMCG-Händler kaum. Das Institut bescheinigt der Software, in den letzten Jahren funktional immer umfangreicher geworden zu sein.

Cloud "weiterhin von geringer Bedeutung"

Ein weiteres Ergebnis der Studie: In puncto Cloud sind sich die Befragten nicht einig. Eine relative Mehrheit von 45 Prozent gibt an, für denEinzelhandel blieben Cloud-Dienste "weiterhin von geringer Bedeutung". 39 Prozent sehen eine wachsende Bedeutung, 16 Prozent sprechen aktuell von "großer Bedeutung". Sofern die Studienteilnehmer Cloud-Dienste nutzen, geht es meist um Office-Anwendungen (30 Prozent) und Human Resources (21 Prozent). Wenig genutzt werden sie für Marketing (sieben Prozent), Storage und an der Kasse (jeweils zwei Prozent).

Definition des IT-Budgets unklar

Der Report umfasst auch Fragen nach dem IT-Budget. Hier relativieren die Studienautoren ihre eigene Erhebung. Das liegt an definitorischen Schwierigkeiten: manche Handelsunternehmen rechnen Gelder für Projekte aus dem Onlinegeschäft und dem Marketing mit ins IT-Budget ein, andere tun das nicht. Dennoch bleibt als Richtwert bestehen, dass 57 Prozent der Befragten von steigenden IT-Etats ausgehen. Laut EHI Retail Institute geben Handelsunternehmen aktuell im Durchschnitt 1,35 Prozent vom Nettoumsatz für IT aus. Das ist mehr als 2015 (1,24 Prozent) und 2013 (1,14 Prozent).