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Hochpreispolitik

Darum wird das iPhone nie billig

Peter Müller ist der Ansicht, dass ein Apple täglich den Arzt erspart. Sei es iMac, Macbook, iPhone oder iPad, was anderes kommt nicht auf den Tisch oder in die Tasche. Seit 1998 beobachtet er die Szene rund um den Hersteller von hochwertigen IT-Produkten in Cupertino genau. Weil er schon so lange dabei ist, kennt er die Apple-Geschichte genau genug, um auch die Gegenwart des Mac-Herstellers kritisch und fair einordnen zu können. Ausgeschlafene Zeitgenossen kennen und schätzen seine Beiträge im Macwelt-Morgenmagazin, die die Leser werktags pünktlich um acht Uhr morgens in den nächsten Tag mit Apfel und ohne Doktor begleiten. Privat schlägt sein Herz für die Familie, den FC Bayern, sechs Saiten, Blues-Skalen und Triolen im Shuffle-Rhythmus.
In der Theorie könnte Apple noch mehr iPhones verkaufen, würde es den Preis dafür senken. Das ist aber nicht gewollt.

Apple streicht 90 Prozent aller Gewinne im Smartphone-Markt ein, wobei der Marktanteil Apples deutlich geringer ist. Dies zeigt sehr schön eine kürzlich veröffentlichte interaktive Grafik des Wirtschaftsmagazins Fortune. Samsung hielt demnach im Jahr 2015 23,9 Prozent der Marktanteile, Apple folgt als zweiter mit 17,2 Prozent, ergeben Zahlen von Cannacord. Ein ganz anderes Bild ergibt sich schaut man auf die Profite. Apple fährt 91 Prozent der Gewinne ein, Samsung nur 14 Prozent. Da die beiden Unternehmen rechnerisch zusammen mehr als 100 Prozent des Profits auf sich vereinen, bedeutet das, all die anderen machen insgesamt fünf Prozent Verlust. Allein drei Prozentpunkte entfallen laut Statistik dabei auf Microsoft.

Warum das so ist, erklärt ein Blick auf den durchschnittlich erlösten Preises für iPhones. Dieser liegt seit 2010 stabil zwischen 650 und 710 US-Dollar, während der für Android-Smartphones von 440 US-Dollar im Jahr 2010 auf 215 US-Dollar im vergangenen Jahr gefallen ist. So konnte Apple auch trotz des eher enttäuschenden ersten Quartals, in dem die Verkäufe nur noch leicht gegenüber Vorjahr gestiegen waren, den durchschnittlich erzielten Preis wieder steigern, von 671 US-Dollar im Jahresdurchschnitt 2015 auf zuletzt 691 US-Dollar.

Sprich: Apple muss nicht an der Preisschraube drehen, um seine iPhones verkaufen zu können, sondern kann an seiner Hochpreispolitik festhalten, die kräftige Margen einbringt. Die lässt nun den Schluss zu, Apple ginge es allein um den Gewinn, dieser Ansicht widerspricht jedoch der Asymco-Analyst Horace Dediu. Seiner Ansicht nach ist der Profit nur ein Nebeneffekt, Apple wolle vor allem einen Preispunkt besetzen und diesen nicht mehr freigeben. Der Preis sei untrennbar mit der Wahrnehmung der Marke verbunden.

Wer also erwartet, Apple werde noch in diesem Frühjahr ein "billiges" iPhone auf den Markt bringen, wird sich getäuscht sehen. Das spekulierte Vierzollmodell iPhone 5SE oder iPhone 6C wird nicht deutlich weniger kosten als das aktuelle iPhone 6S.

(Macwelt/ad)