CAIRO-Manager

"Das Geschäft mit KI ist kein Selbstläufer"

Regina Böckle durchforstet den Markt nach Themen, die für Systemhäuser und Service Provider relevant sind - oder es werden könnten - und entwickelt dazu passende Event-Formate.
IT-Dienstleister CAIRO schildert, was man mit AI machen kann, wie das Unternehmen selbst in das KI-Geschäft eingestiegen ist - und was AI mit einem Systemhaus macht. Die Manager erzählen vor allem, was auch schief lief, um diese Probleme anderen zu ersparen.

ChannelPartner: Sie haben vor wenigen Wochen den Digital Leader Award 2019 in der Kategorie PROJECT gewonnen. Ausgezeichnet wurde Ihr Team von der Jury für das Machine-Learning-Projekt beim Großkraftwer Mannheim (GKM). Wie kam dieses Projekt zustande? Wer gab beim GKM den Anstoß zum Projekt?

 Andreas Hoinisch, Solution Sales Expert bei der CAIRO AG - Mitglied der Accas-Group
Andreas Hoinisch, Solution Sales Expert bei der CAIRO AG - Mitglied der Accas-Group
Foto: CAIRO AG

Andreas Hoinisch: Die Entstehung des Projekts war eine Idee, die gemeinsam mit dem GKM gewachsen ist. Wir machen schon lange das Dokumentenmanagementsystem fürs GKM. Daher waren wir sehr mit der Dokumentensituation vertraut. In Kombination mit unserem Wunsch, uns in den Bereich künstliche Intelligenz zu bewegen kam dann eines zum anderen. Den letzten Anstoß gab dann die Möglichkeit, das Projekt von öffentlicher Hand fördern zu lassen.

ChannelPartner: Sie adressieren mit Ihrem KI-Angebot vorrangig den gehobenen Mittelstand und haben schon zahlreiche weitere Projekte umgesetzt. Was sind Ihre drei wichtigsten Erkenntnisse aus all diesen, sehr unterschiedlichen Projekten?

Andreas Hoinisch: Ich denke die wichtigste Erkenntnis ist, dass das Geschäft mit künstlicher Intelligenz kein Selbstläufer ist. Sehr viele Unternehmen wissen nicht genau, was sie sich darunter konkret vorstellen sollen und wie man es tatsächlich gewinnbringend im Unternehmen einsetzen kann. Daher bieten wir nun Workshops an in denen wir Unternehmen "AI-Ready" machen.
Auf Platz zwei rangiert die Akzeptanz. Künstliche Intelligenz bringt immer Ängste mit sich. Im Bestfall sorgen sich die Menschen nur um ihren Arbeitsplatz, im schlechtesten Fall denken sie an Skynet von Terminator.
Es ist wichtig den Leuten zu erklären, dass ihre Jobs nicht wegfallen. Die AI sollte den Leuten lästige Arbeiten abnehmen und ihnen Freiraum für andere Tätigkeiten schaffen. Wenn man es schafft das den Mitarbeitern glaubhaft zu vermitteln stehen sie AI deutlich offener gegenüber und das Projekt kann ein Erfolg werden.
Und drittens geht's ums Budget. Man muss immer vorher klären ob Geld zur Verfügung steht und auch bereits am Anfang darauf hinweisen, dass AI ein recht hoher Invest ist, der sich aber am Ende amortisiert. Zuerst muss aber Geld hinein, und das sind nicht nur 50 Euro.

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