Mobile Business-Geräte

Das Notebook bleibt unverzichtbar

Armin Weiler kümmert sich um die rechercheintensiven Geschichten rund um den ITK-Channel und um die Themen der Distribution. Zudem ist er für den Bereich Peripherie zuständig. Zu seinen Spezialgebieten zählen daher Drucker, Displays und Eingabegeräte. Bei der inoffiziellen deutschen IT-Skimeisterschaft "CP Race" ist er für die Rennleitung verantwortlich.
Bei mobilen Arbeitskonzepten steht weiterhin das Notebook im Mittelpunkt. Doch nicht alle Geräte eigenen sich wirklich für den mobilen Business-Einsatz. Notebook-Experten erklären, was wirklich wichtig ist.

Wer mobil arbeiten will, kommt meist um ein Notebook nicht herum. Die mobilen Rechner gehören zur Standardausstattung. Auch viele Home-Office-Nutzer greifen auf Notebooks zurück, denn die lokale Speicherung von Daten ist selbst in Zeiten der Cloud immer noch verbreitet.

Notebooks gehören zu Standardausrüstung mobiler Business-Kunden.
Notebooks gehören zu Standardausrüstung mobiler Business-Kunden.
Foto: one line man - shutterstock.com

Allerdings werden die Aufgaben der mobilen Mitarbeiter komplexer und deren Ansprüche höher. Geräte mit dem Formfaktor eines Ziegelsteins sind nicht mehr aktuell. "Firmen-Laptops sind heute auch Vorzeigeobjekte. Man könnte behaupten, der Laptop ist der neue Firmenwagen", bringt es Robin Wittland, Director Business Group Surface bei Microsoft, auf den Punkt.

„Firmen-Laptops sind heute auch Vorzeigeobjekte“, Robin Wittland, Director Business Group Surface bei Microsoft.
„Firmen-Laptops sind heute auch Vorzeigeobjekte“, Robin Wittland, Director Business Group Surface bei Microsoft.
Foto: Microsoft

Doch nicht nur ein schickes äußeres ist relevant. Auch andere Designfaktoren zeichen B2B-Notebooks aus: "Werden Notebooks sowohl stationär als auch mobil eingesetzt, müssen sie dazu vor allem leicht, kompakt und flexibel sein", weiß Stephen Rommel, Manager Commercial Channel Sales Computing bei HP. Unter Flexibilität versteht der Manager auch alternative Formfaktoren, wie sie bei Convertibles üblich sind. "Der Trend geht daher zunehmend zu 2-in-1-Lösungen und Convertibles", bestätigt Jutta Peinze, Marketing Director Systems bei Asus.

„Der Trend geht zu 2-in-1-Lösungen und Convertibles“, Jutta Peinze, Marketing Director Systems bei Asus.
„Der Trend geht zu 2-in-1-Lösungen und Convertibles“, Jutta Peinze, Marketing Director Systems bei Asus.
Foto: Asus

Lange Akkulaufzeiten sind das Maß aller Dinge

Einen weiteren Punkt führt Markus Seifart, Head of Technical Presales CCD bei Fujitsu auf: "Nutzer, insbesondere im Business-Bereich, benötigen hohe Konnektivität mit 4G/LTE, WLAN und Bluetooth sowie Schnittstellen." So müssen sich die Anwender unterwegs jederzeit mit der Unternehmensinfrastruktur und den entsprechenden Cloud-Services verbinden können.

Doch das beste Notebook nutzt nichts, wenn der Akku leer und keine Steckdose in der Nähe ist. "Essentiell ist eine gute Akkulaufzeit", betont Gerit Günther, Head of Commercial Channel Sales bei Acer. So bleibe man unabhängig von oftmals schwer zu findenden Stromquellen.

„Eine gute Akkulaufzeit ist essentiell“, Gerit Günther, Head of Commercial Channel Sales bei Acer.
„Eine gute Akkulaufzeit ist essentiell“, Gerit Günther, Head of Commercial Channel Sales bei Acer.
Foto: Acer

Sicherheitsstandards müssen erfüllt werden

Nach Meinung von Fujitsu-Manager Seifart wird mit der Sicherheit einer wichtigen Eigenschaft derzeit noch zu wenig Beachtung geschenkt. Er sieht daher biometrische Lösungen als Zugangskontrolle für ein relevantes Ausstattungsmerkmal von B2B-Geräten: "Ungesicherte Geräte stellen derzeit die größte Sicherheitslücke in einem sonst geschützten Firmennetzwerk dar", erläutert er. So fordert auch Oliver Rootsey, Director SMB/Channel bei Lenovo ein höheres Sicherheitsbewusstsein: "Außerhalb des Büros müssen Daten und eigene Ideen durch zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen geschützt werden, etwa durch Gesichtserkennung oder Fingerabdruckleser", meint er. Dem stimmt Robin Wittalnd von Microsoft zu: "Geräte müssen unterwegs oder zuhause dieselben hohen Sicherheitsstandards erfüllen wie im Büro. Dafür muss die IT-Abteilung die Hardware auch aus der Ferne verwalten können", gibt er zu bedenken.

„Notebooks müssen leicht, kompakt und flexibel sein“, Stephen Rommel, Manager Commercial Channel Sales Computing bei HP.
„Notebooks müssen leicht, kompakt und flexibel sein“, Stephen Rommel, Manager Commercial Channel Sales Computing bei HP.
Foto: HP

Um möglichst lange ermüdungsfrei arbeiten zu können, sind weitere Features gefragt. Wer schon einmal mit einem hellen Hemd bei Sonneneinfall versucht hat, auf einem spiegelden Display etwas zu erkennen, wird bei der Anschaffung des nächsten Geräts sicher den Bildschirm berücksichtigen. "Ein gutes, entspiegeltes und helles Display steigert sowohl die Produktivität als auch den Spaß bei der Nutzung eines Notoebooks, egal ob unterwegs oder zuhause", bestätigt Lenovo-Director Rootsey. "Im mobilen Arbeitsalltag steht nicht immer ein ergonomisch gestalteter Schreibtischplatz zur Verfügung", weiß auch Jutta Peinze von Asus. Um unterwegs auch komfortabel arbeiten zu können, sollte gerade Business-Nutzer bei der Wahl ihres Notebooks auf ergonomische Eigenschaften achten. Dazu gehört laut Peinze auch die Tastatur des Geräts.

„Ein gutes, entspiegeltes und helles Display steigert die Produktivität“, Oliver Rootsey, Director SMB/Channel bei Lenovo.
„Ein gutes, entspiegeltes und helles Display steigert die Produktivität“, Oliver Rootsey, Director SMB/Channel bei Lenovo.
Foto: Foto Vogt

USB Type C sorgt für einfache Verbindung

Bei der Wahl des passenden Zubehörs sind sich die Experten in einem Punkt einig: "Besonders empfehlenswert iet eine USB Type-C-Dockingstation, um den mobilen Begleiter schnell und einfach im Home Office oder im Büro zu integrieren", erklärt Acer-Channel-Chef Günther.

Je nach Anwendungsszenarien empfehlen die Spezialisten zusätzliche Eingabegeräte wie externe Mäuse oder Stifte, zusätzliche Displays oder Audio-Equipment wie hochwertige Headsets mit Noise Cancelling. "Außerdem sollten mobile Nutzer in ein kompaktes, leichtes Reisenetzteil und in eine gute Notebook-Tasche investieren", rät Fujitsu-Manager Seifart.

„Nutzer, insbesondere im Business-Bereich, benötigen hohe Konnektivität“, Markus Seifart, Head of Technical Presales CCD bei Fujitsu.
„Nutzer, insbesondere im Business-Bereich, benötigen hohe Konnektivität“, Markus Seifart, Head of Technical Presales CCD bei Fujitsu.
Foto: Fujitsu

As-a-Service ist im Kommen

Für Oliver Rootsey von Lenovo sind neue Vertriebsansätze ein "ganz heißes Thema". Dies äußere sich beim Geschäft mit Notebooks in Angeboten wie Hardware-as-a-Service oder Workspace-as-a-Service. "Allen As-A-Servie-Angeboten ist gemien, dass sie ein enges und kontinuierliches Verhältnis zwischen Nutzern und Anbietern fordern und fördern", sagt er. Gleichzeitig gewinne die Beratungsleistung des Serviceanbieters an Bedeutung.

Microsoft-Director Robin Wittland sieht ganzheitliche IT-Konzepte "klar im Trend". Um den Anforderungen der Digitalisierung gerecht zu werden, stehen Systemhäuser oder Distributoren nicht mehr vor der Aufgabe, Produkte als separate Insellösungen zu vertreiben. "Heute geht es vielmehr darum, Kunden ganzheitliche Angebote für den moderenen Arbeitsplatz zu machen", so Wittland. Microsoft suche und fördere künftig ganz gezielt neue Partner, die ihr Software- und Services-Geschäft aus der Cloud mit Microsoft 365 durch Surface-Devices abrunden wollen, um den Modern Workplace als ganzheitlichen Ansatz zu vertreiben.

Fujitsu-Manager Seifart sieht hier noch Nachholbedarf: "Die Vertriebsansätze unterscheiden sich immer noch nach Kundengröße- und Segment. Themen wie Hardware-as-a-Service und Workplace-as-a-Service werden immer wichtiger, haben sich aber noch nicht in der Breite durchgesetzt", beschreibt er die Situation. Laut HP-Experte Rommel werden Leasing- oder Mietmodell aber immer beliebter: "Kunden buchen dabei ein Bundle bestehend aus Hardware, Software-Paket und Wartungs- oder Reparaturservices", erklärt Rommel. Partner seien damit in der Lage, sich vom reinen Hardware-Lieferanten hin zu einem Lösungsanbieter zu entwickeln und neue Umsatzquellen zu erschließen.

Trotzdem steht für Oliver Rootsey von Lenovo das Stück Hardware weiterhin im Mittelpunkt. "Bei den verschiedensten Trends, die den Markt aktuell beschäftigen, stellen wir doch immer wieder fest: Auch ein virtuelles Arbeitsumfeld ist letzlich nur so gut, wie der Rechner, auf dem man es erlebt", schließt er.

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