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IT-Modernisierung

Datacenter in die Cloud migrieren - das müssen Sie beachten

Holger Nicolay arbeitet seit 2016 als Business Development Manager bei Interxion.  Holger Nicolay hat nach seinem Informatik-Studium in verschiedenen Sales-, Marketing- und Management-Rollen der Telekommunikationsbranche gearbeitet. Frühere berufliche Stationen waren unter anderem Unternehmen der heutigen Versatel-Gruppe und die Colt Technology Services GmbH.
Die eigene IT beziehungsweise ein Datacenter in eine Cloud zu migrieren, erfordert in der Regele eine Multi-Cloud-Lösung. Zudem müssen bei der Cloud-Migration - wie im physischen IT-Umfeld - Latenzzeiten und Performanceanforderungen beachtet werden.

Aufgrund des hohen Wettbewerbsdrucks sowie steigender Kundenanforderungen müssen Unternehmen mit ihrer IT-Infrastruktur flexibel und schnell reagieren können. Dabei ergeben sich besonders in der Public Cloud für bestimmte Unternehmensprozesse beste Skalierungsmöglichkeiten durch kosteneffiziente Ressourcenverteilung. Da die vielfältigen Angebote der zahlreichen Cloud-Anbieter unterschiedliche Stärken und Schwächen haben, setzen Unternehmen immer häufiger Lösungen verschiedener Provider ein.

Diese Multi Cloud-Offerten erzeugt aber auch zahlreiche neue Herausforderungen für Entscheider in Hinblick auf die vorhandenen und benötigten IT-Infrastrukturen. In letzter Konsequenz entscheiden sich viele Unternehmen sich sogar von ihrer herkömmlichen Datacenter-basierten IT-Infrastruktur zu trennen und auf eine zentral verwaltete Multi-Cloud-Umgebung beziehungsweise auf ein Cloud-Rechenzetrumzu setzten.

Um ein Datacenter in die Cloud zu migrieren, müssen zahlreiche Planungsarbeiten im Vorfeld erledigt werden.
Um ein Datacenter in die Cloud zu migrieren, müssen zahlreiche Planungsarbeiten im Vorfeld erledigt werden.
Foto: Timofeev Vladimir - shutterstock.com

Laut einer aktuellen Umfrage des US-amerikanischen Software-Herstellers BMC führen eine möglicherweise vergrößerte Angriffsfläche sowie eine geringere Kostentransparenz weithin zu großen Bedenken. Demnach wissen 40 Prozent der IT-Manager nicht, wie viel ihr Unternehmen insgesamt für Cloud-Services ausgibt.

Sogar 80 Prozent der Befragten sehen eine höhere Komplexität der Multi-Cloud-Umgebungen, die neue Prozesse und Lösungen erfordert. Diese Ergebnisse legen nahe, dass die Optimierung von Ressourcen, Abläufen und Kosten sowie das Management von Multi-Clouds wichtige Schmerzpunkte sind. Dabei sind zentrale Themen oft noch ungeklärt.

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Was ist eigentlich Multi-Cloud?

Dies fängt schon bei der grundlegenden Frage an, was die Multi-Cloud eigentlich ist. Gemäß der Studie glauben 52 Prozent, dass sie eine Kombination aus Public und Private Cloud sowie einer On-Premise-Plattform darstellt. Doch dies entspricht eher der Definition einer Hybrid Cloud. Multi-Cloud bedeutet dagegen, dass ein Unternehmen Plattformen von mehreren Anbietern nutzt, zum Beispiel Microsoft Azure,Amazon Web Services (AWS) und Google Cloud Platform (GCP).

Während einige Unternehmen in Deutschland aufgrund von Sicherheits- und Compliance-Bedenken immer noch mit der Cloud-Migration zögern, profitieren andere bereits von den jeweiligen Vorteilen verschiedener Provider. Sie lassen ihre Anwendungen in der im Einzelfall optimalen Umgebung laufen. So ermitteln gemäß dem 2018 State of Application Delivery Report (SOAD) von F5 Networks bereits 54 Prozent der europäischen Unternehmen die optimale Cloud-Lösung für jede Anwendung von Fall zu Fall. Entsprechend nutzen schon drei Viertel verschiedene Cloud-Provider.

Bislang fallen die Entscheidungen für oder gegen eine bestimmte Cloud meist spontan anhand der speziellen Anforderungen und technischen Spezifikationen. Es fehlt eine umfassende Multi-Cloud-Strategie. Dadurch kann jedoch Wildwuchs entstehen und damit eine höhere Komplexität im Management sowie intransparente Kosten - also gerade die in der BMC-Studie angesprochenen Probleme.

Ein Schritt zurück

Daher lohnt es sich, einen Schritt zurückzugehen und zu ermitteln, wie das Cloud-Netzwerk der Zukunft aussehen kann und welche Rolle Multi-Clouds in diesem Zusammenhang spielen. Hier kann durchaus auch die grundsätzliche Frage gestellt werden, ob die Cloud überhaupt nötig ist und nicht doch geschlossene Netzwerke und on-Premise-Rechenzentren die Lösung darstellen können.

Laut einer von IDC durchgeführten Studie sehen in Deutschland 70 Prozent der Unternehmen die Notwendigkeit, sich in den nächsten zwei Jahren stark zu digitalisieren. 60 Prozent glauben, dass hohe Flexibilität und Leistungsfähigkeit der Infrastruktur die wichtigsten Faktoren dabei sind. Gerade hier punktet natürlich die Cloud.

Doch On-Premise-Rechenzentren werden nicht völlig verschwinden. Sie bieten sich zum Beispiel zum Betrieb sensibler Kernanwendungen an, die mit bestehenden Systemen durchgeführt werden und hohe Compliance-Anforderungen erfüllen müssen. Trotzdem werden zunehmende Anforderungen und mobile Anwendungen zu stärkerer Cloud-Nutzung führen. So müssen dynamische Services ortsunabhängig möglichst nah am Kunden bereitgestellt werden.

Eine mögliche Lösung bildet hierfür die direkte Verbindung mit großen Cloud-Plattformen in Cöoud-Rechenzentren. Damit lassen sich die Anforderungen der Nutzer nach flexiblen, skalierbaren und performanten Applikationen erfüllen.

Integration der Clouds ins laufende System

Mit einem einfachen Anstöpseln ist es aber nicht getan. Denn eine der größten Herausforderungen ist die Anpassung der bestehenden Anwendungen und Management-Prozesse an die Multi-Cloud-Landschaft.

Herkömmliche Software wurde für den Betrieb in einem klassischen Rechenzentrum entwickelt. Schon die Virtualisierung stellt bei älteren Anwendungen ein Problem dar, noch größer wird es in der Cloud.

Um ältere Anwendungen Cloud-fähig zu machen, gibt es verschiedene Ansätze. Doch sie haben den Nachteil, dass entweder nicht alle Cloud-Funktionen genutzt werden können oder die Weiterentwicklung der Software recht teuer und aufwändig ist. Daher liegt der effizienteste Weg häufig in der Nutzung der vom Provider bereitgestellten Cloud-Anwendungen und der entsprechenden Migration der eigenen Daten, wobei auch dieser Aufwand nicht unterschätzt werden sollte.

Bei Nutzung eines Providers ist das anschließende Management meist noch überschaubar. Doch werden verschiedene Plattformen eingesetzt, bringt jeder Anbieter sein eigenes Management-Dashboard mit. Dies führt nicht nur zu unnötigem Mehraufwand, sondern auch zu geringerer Transparenz und höheren Kosten. Zudem erfordert dies ein Zusammenführen der Daten von Plattformen und Cloud-Anbietern sowie eine übergreifende Auswertung der Daten, etwa für Big Data Analytics.

Wer verbindet die Clouds?

Dies mag bei zwei oder drei genutzten Cloud-Anbietern noch einigermaßen gut mit herkömmlichen Lösungen funktionieren. Doch inzwischen gibt es Dutzende von Cloud-Providern, die sich auf unterschiedliche Anwendungsfälle spezialisiert haben. Sie bieten ihre Dienste in verschiedene Formen wie Software as a Service (SaaS), Infrastructure as a Service (Iaas) oder Platform as a Service (PaaS) an - mit Unterschieden und Abweichungen innerhalb und jenseits dieser Modelle.

Unternehmen können dann mit Hilfe einer umfassenden Multi-Cloud-Strategie zwar die Umgebung so zusammenstellen, dass sie ihre Anforderung optimal erfüllt. Doch auch hier steckt der Teufel im Detail. Denn es ist im Prinzip zu jedem einzelnen Cloud-Anbieter eine eigene Verbindung aufzubauen. Dabei muss berücksichtigt werden, dass sie eine ausreichende Performance und Stabilität sowie niedrige Latenzzeiten aufweist. Alleine dieser Aufwand reduziert schon die gewünschte Agilität und Flexibilität durch die Multi-Cloud.

Hier erhalten Sie Informationen zum Thema: So wird Ihr Rechenzentrum modern

Kurze Wege im Cloud-Rechenzentrum

Daher bildet ein entsprechendes Rechenzentrum, das direkte Verbindungen mit vielen verschiedenen Cloud-Anbietern innerhalb der gleichen Einrichtung bereitstellt, die optimale Lösung. Dies gewährleistet nicht nur geringe Latenzzeiten und bestmögliche Verbindungen, sondern auch ein einfaches Management durch Auswählen und Abbestellen einzelner Services. Auch das Verschieben von Workloads zwischen den Clouds erfolgt hier meist deutlich reibungsloser als bei getrennten Verbindungen.

Mit einer physikalischen Anbindung in einem Rechenzentrum lassen sich alle Cloud-Provider über VLAN-Verbindungen erreichen. Diese werden zum Zeitpunkt der Bestellung automatisch bereitgestellt. Unternehmen sparen dadurch nicht nur Zeit, sondern vermeiden auch die Verwaltung individueller Verbindungen zu den verschiedenen Cloud-Providern. Dies bietet die einfachste Lösung für den Anschluss an mehrere Cloud-Plattformen und gewährleistet gleichzeitig hohe Sicherheit und Verfügbarkeit durch SLAs.

Eine direkte Anbindung an weltweit tätige Cloud-Provider erleichtert zudem die Bereitstellung von Services für Kunden, die geografisch weit entfernt vom Standort des Unternehmens sind. Carrier-neutrale Rechenzentren bieten den zusätzlichen Vorteil der Konnektivität. Mit dem Zugriff auf eine breite Palette von Internet Service Providern lässt sich der ISP auswählen, der das beste Preis-Leistungsverhältnis oder die gewünschten Funktionen bietet.

Fazit

Damit der Implementierungs- und Management-Aufwand für die Multi-Cloud nicht zu hoch wird, müssen Unternehmen Cloud-Rechenzentren auf dem Radar haben. Denn hier stehen direkte Anbindungen mit hoher Performance und geringen Latenzzeiten sowie einfache Management-Anwendungen für die Umsetzung von Multi-Cloud-Strategien zur Verfügung. (hal)