Hochwasserkatastrophen

Der Channel hilft Flutopfern

Armin Weiler kümmert sich um die rechercheintensiven Geschichten rund um den ITK-Channel und um die Themen der Distribution. Zudem ist er für den Bereich Peripherie zuständig. Zu seinen Spezialgebieten zählen daher Drucker, Displays und Eingabegeräte. Bei der inoffiziellen deutschen IT-Skimeisterschaft "CP Race" ist er für die Rennleitung verantwortlich.
Peter Marwan lotet kontinuierlich aus, welche Chancen neue Technologien in den Bereichen IT-Security, Cloud, Netzwerk und Rechenzentren dem ITK-Channel bieten. Themen rund um Einhaltung von Richtlinien und Gesetzen bei der Nutzung der neuen Angebote durch Reseller oder Kunden greift er ebenfalls gerne auf. Da durch die Entwicklung der vergangenen Jahre lukrative Nischen für europäische Anbieter entstanden sind, die im IT-Channel noch wenig bekannt sind, gilt ihnen ein besonderes Augenmerk.
Ronald Wiltscheck widmet sich bei ChannelPartner schwerpunktmäßig den Themen Software, KI, Security und IoT. Außerdem treibt er das Event-Geschäft bei IDG voran. Er hat Physik an der Technischen Universität München studiert und am Max-Planck-Institut für Biochemie promoviert. Im Internet ist er bereits seit 1989 unterwegs.
Die Folgen der verheerenden Fluten in Westdeutschland haben in der ITK-Branche große Hilfsbereitschaft ausgelöst. Zahlreiche Hersteller, Distributoren, Systemhäuser und Agenturen haben rasch reagiert: Sie spendeten oder bieten den Opfern kostenlose technische Unterstützung an.

Die Flutkatastrophen in den Hochwassergebieten haben im Channel für große Betroffenheit gesorgt. Nun bieten die Unternehmen der ITK-Branche den Flutopfern ihre Hilfe an. "In so einer Situation kommt es darauf an, unbürokratisch zu helfen. Hardware, das Einrichten von Netzwerken oder Data Centern, Drohnen, Tracker, praktische Hilfe - sagt uns, was ihr jetzt am dringendsten braucht, wir kümmern uns darum, dass sie schnellstmöglich bei euch ankommt", appelliert Andreas Ruhland, Sprecher der Geschäftsführung bei Also Deutschland, an die Flutopfer.

Um den von den Hochwasserkatastrophen der vergangenen Tage Betroffenen zu helfen, haben viele Unternehmen der ITK-Branche schnell und unbürokratisch Spendenaktionen und Hilfsangebote auf die Beine gestellt.
Um den von den Hochwasserkatastrophen der vergangenen Tage Betroffenen zu helfen, haben viele Unternehmen der ITK-Branche schnell und unbürokratisch Spendenaktionen und Hilfsangebote auf die Beine gestellt.
Foto: Marc Bruxelle - shutterstock.com

Bei Eno haben Kollegen und Händlerbeirat schnell reagiert und die Aktion "Community Power" ins Leben gerufen. "Community Power" ist eine WhatsApp-Gruppe, die Opfer mit ihren Nöten einerseits mit allen nicht Betroffenen mit ihren Hilfsangeboten vernetzt. So können sich Händler, deren Ladenlokal Schaden genommen hat, die in ihrer Region gerne helfen möchten oder die nicht betroffen sind, aber eine Idee haben, wie sie unterstützen könnten, untereinander vernetzen.

WhatsApp-Gruppe für Händler-Hilfe und Sachspenden

Alle Händler, die helfen möchten, egal ob unabhängig oder Eno-Partner, können sich auf der Seite www.eno.de/hochwasserhilfe unkompliziert anmelden. Anschließend wird die angegebene Telefonnummer in die WhatsApp-Gruppe für "Community Power" aufgenommen Die Community kann sich austauschen, Anfragen zu benötigten Shop-Utensilien stellen oder auch Sachen anbieten, die benötigt werden.

Zusätzlich zu der Aktion "Community Power" wurden am Wochenende geladene Powerbanks zu Verfügung gestellt, die über die Händler in den betroffenen Regionen verteilt wurden. Es besteht auch die Möglichkeit, schnell und unkompliziert Handys zu erhalten, um die Kommunikation aufrecht zu erhalten. Händler sollen dazu einfach Kontakt über den persönlichen Ansprechpartner aufnehmen. Zudem hat Eno eine Spendenaktion gestartet.

6.200 Powerbanks, 700 Taschenlampen und 3.000 Batterien im Wert von rund 100.000 Euro hat das mittelständische Familienunternehmen Ansmann nach Nordrhein-Westfalen geschickt. Die Taschenlampen, Powerbanks und Batterien sind sowohl für die Hilfskräfte gedacht als auch für die Betroffenen, die ohne Strom sind oder nur eingeschränkten Zugang zur Elektrizität haben.

Schnelle Geldspenden von Brother und G Data

Auch bei Brother sind die Gedanken bei den Opfern. Um das unermessliche Leid der betroffenen Menschen zu lindern, wird das Unternehmen im Namen der gesamten Brother Gruppe und gemäß der Unternehmensphilosophie "At your side" einen sechstelligen Betrag spenden. Das Geld geht an das Aktionsbündnis für Katastrophenhilfe, einer Kooperation von Caritas International, Rotes Kreuz Deutschland, UNICEF, Diakonie Katastrophenhilfe.

"Wir sind betroffen und entsetzt über die Hochwasserkatastrophe", teilt auch G Data mit. Als Unternehmen aus Bochum, das sich immer wieder zum Standort Nordrhein-Westfalen bekannt hat und sich ihm stark verbunden fühlt, hat das IT-Security-Unternehmen einen fünfstelligen Betrag an die "Aktion Deutschland Hilft" gespendet. Außerdem will G Data von jedem im Juli über seinen Webshop verkauften Produkt zwei Euro abziehen und den so gesammelten Gesamtbetrag zusätzlich spenden.

Riba BusinessTalk, PR-Agentur mehrerer Firmen aus dem IT-Channel, sitzt in Urbar bei Koblenz - und damit gar nicht weit weg von den von den Überschwemmungen besonders betroffenen Regionen. Das Team um Ralf Riba hat daher noch vergangene Woche eine Spende an das Landeskonto der Hochwasserhilfe Rheinland-Pfalz überwiesen. "Angesichts der schrecklichen Hochwasserkatastrophe ist schnelle Hilfe gefragt" mahnte das Unternehmen auf LinkedIn - und sandte auf einem Bildschirm die aufmunternden Worte "Haltet durch!" in den Kreis Ahrweiler.

Wie Systemhäuser helfen

Allen Mitarbeitern des im Landkreis Trier beheimateten Systemhauses IT-Haus geht es gut, leider sind einige Beschäftigte von Sachschäden betroffen und hatten Schwierigkeiten mit der Wasser- und Stromversorgung. IT-Haus hat bereits Tankwagen für die schweren Geräte, Traktoren und Maschinen zur Räumung der Hinterlassenschaften des Hochwassers und Spendengelder zur Verfügung gestellt. "Als regionales Unternehmen fühlen wir eine gewisse Verantwortung und möchten gerne vor Ort helfen", sagt Stefan Sicken, Shareholding Managing Director bei IT-Haus.

Darüber hinaus der IT-Dienstleister aus der Pfalz gemeinsam mit GSD, Lexmark und Lenovo zahlreiche Laptops, Drucker und zugehörige Toner an die Flutopferhilfe spenden. Besonders das Engagement von dem GSD-Geschäftsführer Ralf Schweitzer, der innerhalb weniger Tage zahlreiche Kollegen begeisterte und Hardware organisierte, ist hier hervorzuheben.

Hierbei hat auch IT-Haus Hardware beigesteuert und die logistische Zuarbeit übernommen, damit sichergestellt wurde, dass die Geräte auch dort eintreffen, wo sie am dringensten benötigt werden. "Es freut uns sehr, dass sich unsere Partner an dieser regionalen Initiative unterstützt haben und damit Hilfe für die Flutopfer geleistet haben", lobt Sicken das Engagement seiner Partner.

Stefan Sicken, Shareholding Managing Director bei IT-Haus: "Als regionales Unternehmen fühlen wir eine gewisse Verantwortung."
Stefan Sicken, Shareholding Managing Director bei IT-Haus: "Als regionales Unternehmen fühlen wir eine gewisse Verantwortung."
Foto: IT-Haus

Auch einige Bechtle-Mitarbeiter sind von den Überschwemmungen betroffen. Daher legt das Systemhaus einen eigenen Hilfsfonds auf und stattet ihn mit zunächst 500.000 Euro aus. Damit möchte Bechtle insbesondere den unmittelbar von den Überschwemmungen betroffenen Kolleginnen und Kollegen helfen. Darüber hinaus spendet der IT-Dienstleister weitere 500.000 Euro an das Bündnis deutscher Hilfsorganisationen Aktion Deutschland Hilft e.V., um kurzfristig benötigte Hilfe sicherzustellen und auch langfristig einen Beitrag zum Wiederaufbau von Gemeinden zu leisten.

NTT Data hat dem „Aktion Deutschland Hilft e.V.“ mit 400.325 Euro unterstützt. Das gab das Unternehmen heute bekannt. Die Summe beinhaltet eine Initialspende in Höhe von 50.000 Euro. Zusätzlich verfünffachte das Systemhaus die 70.065 Euro, die von NTT-Mitarbeitern privat gespendet wurden.

Stefan Hansen, CEO von NTT Data DACH: "Angesichts der verheerenden Schäden und des Leids der Betroffenen ist es für uns als NTT DATA ein Muss, zu helfen."
Stefan Hansen, CEO von NTT Data DACH: "Angesichts der verheerenden Schäden und des Leids der Betroffenen ist es für uns als NTT DATA ein Muss, zu helfen."
Foto: NTT Data

Diese Gelder gehen vor allem nach Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Beide Bundesländer sind besonders schwer von der Hochwasserkatastrophe betroffen. Darüber hinaus erhielten sowohl betroffene Mitarbeiter als auch freiwillige Helfer von NTT Data Sonderurlaub. In einem Fall stellte das Unternehmen außerdem kurzfristig unbürokratisch Büroraum als Behelfsunterkunft zur Verfügung.

Stefan Hansen, CEO von NTT Data DACH, zeigte sich beeindruckt von der Hilfsbereitschaft seiner Beschäftigten: „Angesichts der verheerenden Schäden und des Leids der Betroffenen ist es für uns ein Muss, zu helfen. Mein Dank gilt allen Mitarbeitern, die uns darin unterstützt haben. Und natürlich dem Bündnis ‚Aktion Deutschland Hilft‘, das mit seinem Engagement die schnelle Koordination der Hilfsleistungen möglich macht.“

Notfall-Rechenzentrum aus der Cloud

Vom Hochwasser betroffenen Endkunden bietet IT-Haus inzwischen gemeinsam mit Ionos ein kostenloses virtuelles Rechenzentrum in der IT-Haus-Cloud an. Das Angebot ist als Überbrückungshilfe für KMU gedacht und auf drei Monate angelegt. Die bekommen damit "Credits" im Gesamtwert von bis zu 5.000 Euro. Details erfahren Betroffene hier.

Ein ähnliches Angebot macht auch Distributor Brainworks zusammen mit Ionos und dem Herstellerpartner Ice Warp: "Sollten Kunden von der aktuellen Hochwassersituation betroffen sein und zum Beispiel durch überflutete Serverräume im Keller ihre Infrastruktur verloren haben, unterstützt Ionos diese drei Monate lang mit Ionos Cloud Credits im Gesamtwert von bis zu 5.000 Euro. Dazu liefern Brainworks und Ice Warp drei Monate 100 Postfächer/Benutzer kostenlos für entsprechend geschädigte Betriebe", erklärt Brainworks die Aktion auf seiner Webseite. Der VAD sagt zusätzlich Unterstützung bei der Migration von Workloads in die Cloud, beim Disaster Recovery und der Datensicherung sowie bei der Installation von wichtigen Software-Anwendungen zu. Die Registrierung für das Hilfsprogramm ist bis 15. August 2021 unter @sales@brainworks.de möglich.

Aktion "Onlinehandel hält zusammen"

Der Bundesverband Onlinehandel (BVOH) und der Blog Wortfilter.de haben eine Hilfsaktion gestartet, die sich mit mehreren Einzelinitiativen darum kümmert, dass vom Hochwasser betroffene Online-Händler wieder auf die Beine kommen - nicht nur in den hauptsächlich betroffenen Gebieten in NRW und Rheinland-Pfalz, sondern auch in Bayern und Sachsen. Die Aktion wird zudem von Ebay unterstützt.

"Wir sind Oliver Prothmann vom BVOH und Mark Steier von Wortfilter sehr dankbar für Ihre Initiative um gezielt Händlerinnen und Händler zu unterstützen und beteiligen uns sehr gerne", sagt Oliver Klinck, Geschäftsführer von Ebay Deutschland.
"Wir sind Oliver Prothmann vom BVOH und Mark Steier von Wortfilter sehr dankbar für Ihre Initiative um gezielt Händlerinnen und Händler zu unterstützen und beteiligen uns sehr gerne", sagt Oliver Klinck, Geschäftsführer von Ebay Deutschland.
Foto: Ebay

Im Rahmen der Spendenaktion "Onlinehandel hält zusammen" werden Geld-, Sach- und Dienstleistungsspenden eingesammelt. Ebay Deutschland und Ebay Fulfilment by Orange Connex haben zudem ein Logistik-Hilfspaket geschnürt, mit dem sich Ware trocken einlagern und weiterhin verkaufen lässt. Flutopfer können sich hier anmelden, indem sie "Onlinehandel hält zusammen" in das Feld "Weitere Informationen" eintragen.

Für die Warenanlieferung unterstützt Ebay mit einem Versandgutschein bis 100 Euro, für die Lagerung übernimmt Ebay Fulfillment by Orange Connex die Lagerkosten für die ersten acht Wochen und Ebay übernimmt die Verpackungskosten für die ersten 200 Ebay-Aufträge. "Neben den bereits eingegangenen Spenden ist das ein weiterer riesiger Schritt, betroffenen Onlinehändlern zu helfen, das Tagesgeschäft wieder aufzunehmen", sagt Oliver Prothmann, Präsident des BVOH. Mit den gesammelten Geldspenden werden Rechnungen von Flutopfern bezahlt. Zudem werden in der "Wortfilter"-Facebookgruppe Hilfsgesuche und Hilfsangebote miteinander verknüpft.

Mobilfunknetze und Smartphones

Smartphone-Hersteller Oppo stellte gemeinsam mit Vodafone 1.000 sofort einsatzbereite Smartphones für die Menschen zur Verfügung, die vom Hochwasser in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz betroffen sind. Die Geräte wurden unter anderem in den Gebieten um Bad Neuenahr-Ahrweiler und Stolberg-Vicht übergeben und durch die Einsatzkräfte vor Ort verteilt. Vodafone arbeitet bereits intensiv daran, das Mobilfunknetz wiederherzustellen, aktiviert dazu zahlreich Mobilfunkstationen und schließt Lücken in der Netzabdeckung mit mobilen Basisstationen.

Gemeinsam mit Vodafone stellte Oppo 1.000 sofort einsatzbereite Smartphones für die von der Flutkatastrope betroffenen Menschen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz zur Verfügung.
Gemeinsam mit Vodafone stellte Oppo 1.000 sofort einsatzbereite Smartphones für die von der Flutkatastrope betroffenen Menschen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz zur Verfügung.
Foto: Oppo Deutschland

Alan Jiang, General Manager bei Oppo Deutschland, ist froh, mit Vodafone einen Partner an seiner Seite zu haben, der ihn bei dieser Aktion unterstützt: "Das Ausmaß dieser Flutkatastrophe ist tragisch. Wir trauern mit den Betroffenen und möchten Hilfe leisten. Uns ist dabei wichtig, dass dies in dieser extremen Situation direkt und unkompliziert geschieht. Mit den Smartphones leisten wir einen bescheidenen Betrag und hoffen, dass wir den Menschen in Not damit helfen können.“

Gemeinsam mit ihrem Partner ecoATM haben MediaMarkt und Saturn eine bundesweite Spendenaktion gestartet, bei der sie ihre Kunden dazu aufriefen, ihre nicht mehr gebrauchten Smartphones in den Märkten abzugeben. Der Erlös wird der „Aktion Deutschland Hilft e.V.“ gespendet. Die Aktion läuft bis zum 11. September 2021.

Kunden sollen gebrauchte Handys verschenken statt verkaufen - der Erlös geht an Aktion Deutschland Hilft e.V.
Kunden sollen gebrauchte Handys verschenken statt verkaufen - der Erlös geht an Aktion Deutschland Hilft e.V.
Foto: MediaMarktSaturn Deutschland

Eine Übersicht über seriöse und offizielle Spendenmöglichkeiten der Bundesländer, Landkreise, Städte und und zahlreicher Hilforganisationen findet sich auf der Webseite des Rundfunksenders SWR.

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