Der CP-Querschläger: Eine Lizenz zum Abzocken

Der CP Querschläger ist seit 26 Jahren ein fester Bestandteil von ChannelPartner. Regelmäßig berichtet unser Autor über das, was einem kleinen Reseller in der großen ITK-Landschaft widerfährt. Manchmal überspitzt, aber immer auf den Punkt gebracht. Der Querschläger lebt und arbeitet als Fachhändler in Rheinland-Pfalz.
Warum sich unser Autor diesmal über Abmahnungen und "kriminell orientierte Rechtsverdreher" ärgert.

Haben Sie in letzter Zeit davon gehört, dass große Unternehmen abgemahnt worden sind? Die Kaufhof-Metro-Gruppe beispielsweise wegen irreführender Werbung, Falschaussagen in Prospekten? Nein, denn die machen alles richtig und wir Kleinen alles falsch.

Die haben nämlich das Geld, um eine Armada von Staranwälten zu beschäftigen und wir gerade so viel, um die nächste Miete zu überweisen! Nicht nur, dass wir Händler bei einem Internetshop immer das doppelte alleinige Risiko gegenüber Endkunden und Lieferanten zu tragen haben, jetzt fallen auch noch die Jura-Studienabgänger als selbsternannte pseudojuristische Hilfspolizisten über die Minishops der Tante-Emma-Computerläden her.

Mit Abmahnungen reich werden will in Deutschland nämlich nicht nur einer, sondern Tausende Trittbrettfahrer, die ihr Gewissen mit Beginn der Juristerei im Stahlschrank abgelegt haben. Dass hier bewusst kleine und mittlere Unternehmen herausgepickt werden ist offensichtlich. Hier ist am wenigsten Widerstand zu erwarten, sind Kenntnisse zumeist nur rudimentär vorhanden und die Anwaltskosten oft genauso hoch wie die Abmahngebühr. Sicher kein Zufall.

Im Privatkundenbereich tummeln sich ähnlich kriminell orientierte Rechtsverdreher. Sie greifen IP-Nummern auf Schülerseiten ab und verschicken danach Gebührenrechnungen für angebliche Dienstleistungen. Viel zu viele Eltern zahlen. Da ist nicht nur Justitia blind, sondern ihr versammeltes Fußvolk von der Staatsanwaltschaft bis zur polizeilichen Ermittlung. Aber eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus, ob das nun Ärzte, Anwälte, Ingenieurbüros oder Polizisten sind.

Mein Fazit: Das, was IBM einst mit seinen Werbespots für den Internet-handel propagiert hat, machen der konzernhörige Staat und sein marodes Rechtssystem für die KMUs wieder kaputt! Keiner verkauft weltweit Olivenöl ohne Anwälte!

Bis demnächst, Euer Querschläger!
(Der ChannelPartner-Autor "Querschläger" ist ein Fachhändler aus Rheinland-Pfalz.)

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