Webcast

Der Vorteil programmierbarer Infrastrukturen

29.06.2020
Anzeige  Programmierbare Infrastrukturen erleichtern die Nutzung der Cloud. Wie das genau aussieht, schildert ein Webcast der Computerwoche.
Die Cloud lässt sich einfacher managen, wenn das Unternehmen programmierbare Infrastrukturen einführt.
Die Cloud lässt sich einfacher managen, wenn das Unternehmen programmierbare Infrastrukturen einführt.
Foto: winui - shutterstock.com

Nutzung und Management von Cloud- und SaaS-Lösungen bergen Herausforderungen. Wie IT-Chefs diese mittels programmierbarer Infrastrukturen in den Griff bekommen, zeigt ein Webcast der Computerwoche. Felix Massoth, GTM Specialist Intelligent Infrastructure Services, SD-Networking bei NTT Germany, und sein Kollege Oliver Harmel, Vice President Managed Services Go-To-Market, erklären, worin die Vorteile einer modernen SD-WAN-Lösung liegen. Fachjournalistin Simone Ciganek von der Computerwoche moderiert den Webcast.

NTT definiert SD-WAN als programmierbare Infrastruktur von Weitverkehrs-Datennetzen. Praktischer ausgedrückt geht es darum, ein privates Datennetz und ein öffentliches Netz zusammenzuführen. Die Experten beobachten einen Paradigmenwechsel bei diesem Thema: Bisher haben Unternehmen die Anwendungen aus ihrem Rechenzentrum bereitgestellt. "Es wurde viel primäre und sekundäre Infrastruktur aufgebaut", führt Harmel aus, "alles war zentralistisch ausgerichtet, alle Assets lagen an einem Punkt." Um das zu sichern, musste der Internetzugang restriktiv gehandhabt werden. Mittlerweile fahren viele Unternehmen eine Cloud First-Strategie, bei der die Anwendungen nicht mehr aus dem Keller geliefert werden, ergänzt Massoth. SD-WAN soll das Ganze performant, agil und sicher machen. Der Weg der Pakete und Protokolle soll einfacher sein.

Als drei typische Features von SD-WAN nennt er die dynamische Pfadselektierung, Visibilität auf dem Anwendungslevel ("Ich sehe, was bei den Applikationen passiert, wo die hingehen"), und predictable Application Experience. Dabei ist Performance ein ganz wichtiges Thema. NTT nennt als Beispiel ein globales Finanzinstitut, das wegen der Länge des Datenverkehrs Backup-Probleme hatte. "Wir konnten das latente Problem des Kunden durch Protokolloptimierung mit SD-WANs binnen vier Tagen lösen", berichten die Experten. Zusätzliche Features sind eine Transport-agnostische, Vendor-unabhängige Plattform, Network- and Application Visibility and Control sowie flexible Finanzierungsmodelle, um Opex and Capex zu optimieren, und optimized SaaS- and Application Performance.

Interessant für Unternehmen ab drei Standorten

An dieser Stelle schaltet die Moderatorin eine Zuschauerumfrage über den Status von SD-WAN dazwischen. Deren Ergebnis: 20 Prozent der Webcast-Zuschauer haben die Implementierung bereits abgeschlossen, weitere acht Prozent sind noch dabei. 16 Prozent stecken in der Testphase und bei 24 Prozent ist das SD-WAN bisher nur von "Interesse". Doch für welche Art von Unternehmen eignet es sich? "Ab einer Mindestanzahl von drei vernetzten Unternehmensstandorten", sagt Harmel.

Wer sich für SD-WAN entscheidet, den treibt meist eine Hybride IT-Strategie. Weitere Gründe liegen in Kosteneffizienz (wegen des steigenden Bedarfs an Bandbreite) oder Verbesserung der Betriebseffizienz und Business-Agilität. Noch unterschätzt wird aus Sicht der Experten der Punkt Application Awareness. "Die meisten Unternehmen haben die Vorteile verschiedener Applikationssteuerungen noch gar nicht erkannt, da steckt noch viel drin", kommentieren sie.

In jedem Fall sieht Massoth die Notwendigkeit eines cloud-ready "internet-leveraged" Netzwerks inklusive der Möglichkeit eines Offloading ("Internetverkehr da rausbrechen, wo er abgefragt wird, Sicherheit in die Cloud verlagern"). Stichworte wie Vernetzung und hybrid spielen ebenso eine Rolle wie das Dreigestirn Kosten, Agilität und Sicherheit.

Pain Points sind Bandbreitenwachstum, Lieferzeiten, Collaboration und Kosten

Als typische Pain Points ihrer Kunden identifizieren die Experten Bandbreitenwachstum und Lieferzeiten für klassische Updates. Harmel kennt produzierende Unternehmen, die noch mit Bandbreiten von zehn MB operieren müssen. Die Datenströme sind viel zu lang. Er erwartet, dass das Thema Kosten wieder stärker in den Vordergrund kommen wird. Auch Collaboration ist ein starker Faktor, weil sich ein Trend zum verteilten Arbeiten abzeichnet.

An dieser Stelle hakt nochmals Ciganek ein. "Wie geht man das Ganze an?", will sie wissen. Massoth untergliedert das Vorgehen in fünf Phasen: erstens Discovery and Design ("Bin ich ready für SD-WAN?") zweitens der Projekt Kick-Off und Planning, drittens der SD-WAN Pilot sowie viertens der globale SD-WAN Roll-Out und fünftens schließlich Management und Support.

Dieses Bild bestätigt eine weitere Zuschauerumfrage. 59 Prozent sind bei der Implementierung neuer Technologien oder Netzwerk-Lösungen einem vorher definiertem Zeitplan gefolgt. 27 Prozent haben agil deployt. Eben dahin geht auch der Trend, so Massoth: "Man muss nicht alles auf Agilität umstellen, aber man muss sich bewusst sein, was man wann wie umsetzt", sagt er. Letztlich gehe es auf dem Weg zu einem neuen Unternehmensnetzwerk um drei Schlüsselelemente: Overlay aufsetzen, Bottlenecks im Netzwerk, die durch die SD-WAN Technologie sichtbar werden, entfernen und Underlay optimieren.

Keine Fixierung auf einen Hersteller

NTT ist Herstelleragnostisch, betonen die Experten. Der Anbieter wählt aus großem Portfolio den richtigen Player für das jeweilige Kundenunternehmen aus. Die größten Stolperstelle sehen Harmel und Massoth da, wo die Unternehmen Discovery und Planung unterschätzen. "Welcher Traffic läuft im Netz wohin, das muss ich erkennen können durch Visibilität, um nicht Applikationen an der falschen Stelle zu platzieren", sagen sie. Einen sozusagen kaufmännischen Stolperstein legen sich Unternehmen selbst in den Weg, wenn WAN-Technologien in zu langen Ausschreibungsphasen evaluiert werden. "Hier kann ein Zeitversatz von 18 Monaten entstehen", sagt Harmel, der in diesm Punkt klar für Agilität plädiert.

Die Webcast-Zuschauer schließlich erkundigen sich nach den Kosten. Dazu Massoth: "Man muss beide Disziplinen betrachten, das Overlay und das Underlay. Der Schlüssel liegt im Senken der operativen Kosten, hier können Managed Services helfen." Auch kann zum Beispiel eine Optimierung des Underlay durch anders aufgesetztes Routing Kosten einsparen. Eines stellt Harmel klar: "Nicht 'Ob', sondern 'wie' neue Technologien eingesetzt werden, ist entscheidend. Natürlich muss erst einmal investiert werden. Aber vielleicht kann ich sogar Bandbreite reduzieren. Auf jeden Fall kann ich deutlich feiner steuern und früher reagieren!"

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