5 Tipps, wie man in das Top-Management gelangt

Der Weg in die Geschäftsführung

Dominik Roth arbeitet als Headhunter und Partner bei Mercuri Urval, einem Unternehmen für Personalberatung. In seiner Funktion beurteilt er die Potenziale von Führungskräften und vermittelt sie. Zudem unterstützt er industrielle Technologieführer und Hidden Champions im Headhunting und der Management-Diagnostik.
Wer es auf der Karriereleiter weit nach oben schaffen möchte, muss nicht nur mit eigenen Erfolgen für sich werben, sondern auch eine gewisse Selbstsicherheit ausstrahlen.
Für Führungskräfte ist es wichtig, den Wert eines guten Teams zu erkennen.
Für Führungskräfte ist es wichtig, den Wert eines guten Teams zu erkennen.
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In einem größeren Unternehmen Karriere zu machen, ist mitnichten ein Selbstläufer. Zudem braucht es weit mehr als die reine Leistungsbilanz - insbesondere, wenn es ins Management gehen soll. Denn dass Mitarbeiter Erfolge verbucht haben, wird als Selbstverständlichkeit gesehen - sonst wären sie kaum auf ihrem Level angelangt. Jetzt zählen ganz besondere Anforderungen.

Manager müssen selbstverständlich auch vermitteln, dass andere Menschen und das Unternehmen an sich mit ihnen größer werden können. Welche Faktoren für eine Führungskraft zentral sind, finden Sie in den 5 Tipps gleich hier im Text. Ein CFO kann dem CEO signalisieren, dass er finanzseitig dessen Rücken freihält, sodass sein Peer-Kollege sich auf Vertrieb und Marketing konzentrieren kann. Vom individuellen Erfolg zum Teamerfolg ist die Formel.

1. Die Leistungsbilanz ist ein Must-have - aber nicht ausreichend

Viele Manager scheitern an der Schwelle zur Chef-Etage. Der Grund dafür: Sie strengen sich noch härter an als zuvor in ihrer Arbeit. Auf diese Weise möchten sie ihre Erfolgsbilanz aufbessern und anschließend im Bewerbungsgespräch überzeugen. Dieser Gedanke ist nicht falsch, doch wer es auf der Karriereleiter so weit nach oben geschafft hat, muss nicht mehr mit Leistungen für sich werben - vielmehr werden diese Leistungen an diesem Punkt vorausgesetzt.

Die Entscheidungsträger auf höchster Ebene bewerten die Kandidaten zumeist nach einem anderen Aspekt: Gesucht sind Führungskräfte, die mehr Sicherheit für das Unternehmen gewährleisten. Es reicht nicht, dass der Bewerber frühere Erfolge vorweisen kann. Wichtiger ist, dass er im Vorstellungsgespräch überzeugend darlegt, wie er sein Know-how künftig zum Wohle seines Arbeitgebers auf einer Metaebene einsetzen möchte.

2. Das strategische Netzwerk

Wer vorankommen möchte, benötigt oftmals gute Kontakte. Führungskräfte, die einen weiteren Schritt nach vorne gehen wollen, müssen sich daher fragen, auf welche Allianzen sie letztlich vertrauen können. Strategische Netzwerke können im eigenen Unternehmen sowie darüber hinaus aufgebaut werden - etwa zu Aufsichtsräten, Gesellschaftern und Unternehmensinhabern und sicherlich auch zu Headhuntern. Solche Netzwerke können enorme Vorteile bringen, wenn sie korrekt genutzt werden. Ihr Aufbau wird sich aber über Monate oder sogar Jahre erstrecken und sollte daher langfristig geplant werden. Das Prinzip sieht vor, sich situationsunabhängig zu vernetzen und einen steten langfristigen Kontakt zu pflegen.

Ebenso wichtig ist es, diese Kontakte regelmäßig diszipliniert zu pflegen. Denn wer später einmal situationsspezifisch davon profitieren möchte, sollte dem Netzwerk zuvor auch schon geholfen haben. Es geht folglich nicht darum, nur das eigene Vorankommen sicherzustellen - sondern darum, die Stärken des Einzelnen im Verbund am besten zu nutzen.

3. Die Fähigkeit, Disharmonien auszuhalten

Für Führungskräfte ist es wichtig, den Wert eines guten Teams zu erkennen. Diese Erkenntnis darf aber nicht zu einer dauerhaft harmonischen Stimmung führen. Denn erst Reibung erzeugt Wärme - und Disharmonien können dem Fortschritt durchaus helfen. Natürlich soll sich die Führungskraft nicht dauerhaft unbeliebt machen - sie muss aber fähig sein, auch einmal unpopuläre Entscheidungen zu treffen und damit im Unternehmen vielleicht Sympathiepunkte einzubüßen. In der Management-Diagnostik ist es eine Red-Flag, wenn jemand zu teamorientiert auftritt, da ein Manager auch unangenehme Entscheidungen vertreten muss.

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Wer in die Chef-Etage möchte, muss sich daher fragen, ob er in der Lage ist, Kündigungsgespräche zu führen und Phasen der Einsamkeit auszuhalten. Umso mehr, wenn all das auch Untergebene betrifft, mit denen die Führungskraft zuvor noch auf Augenhöhe im Team zusammengearbeitet hat.

4. Der Weg zum Erfolg kann weit sein

Viele Führungskräfte haben mit rasanten Erfolgen die Karriereleiter erklommen und sich damit für das obere Management empfohlen. Sitzen sie aber erst einmal in der Chef-Etage, so verlangsamt sich das Tempo spürbar. Bildlich gesprochen steuern sie nun einen großen Dampfer - und nicht mehr ein kleines Schnellboot. Alle eingeleiteten Maßnahmen erfordern daher Zeit, Geduld und Vertrauen. Erfolge zeigen sich nicht selten erst nach Monaten oder sogar Jahren.

Die Führungskraft muss somit Ausdauer beweisen, statt zu panikartigen Aktionen zu neigen. Immer wieder wird es für sie nötig sein, auch mit Rückschlägen umzugehen und die persönliche Frustration zu verarbeiten. Denn sie darf nicht zu übereilten und damit falschen Entscheidungen führen. Es gilt, den eingeschlagenen Weg möglichst rational zu analysieren - schließlich können die Emotionen des Einzelnen dem Unternehmen mehr schaden als nutzen.

5. Die Fähigkeit, Intrapeneur zu sein

Dass Führungskräfte auf dem Weg in die Chef-Etage mit perfekten Ergebnissen auf sich aufmerksam machen müssen, ist verständlich. Doch wer hoch hinaus will, sollte mehr leisten als das, was ohnehin schon den Berufsalltag definiert. Immerhin gilt es, dem Unternehmen auch darüber hinaus zu helfen und die eigenen Stärken zu dessen Wohl einzusetzen.

In Betracht kommt dafür etwa die Entwicklung individueller Konzepte oder der Aufbau eines Projektes - das idealerweise bis zum erfolgreichen Abschluss betreut wird. Kurzum, es sind Tätigkeiten gewünscht, die über die eigentliche Jobbeschreibung hinausgehen, die aber ein eigenständiges, strukturiertes und erfolgsorientiertes Denken des Einzelnen zum Nutzen des Unternehmens erkennen lassen. Immer im Sinne des Unternehmens, aber nicht immer im Sinne der Kollegen. Oft gelingt es erst auf dieser Basis, sich gegenüber der Konkurrenz zu behaupten und entscheidende Punkte zu sammeln, die bei der Vergabe eines Führungspostens wertvoll sein können.

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