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Keine Rezession in Sicht

Weltweiter ITK-Markt wächst trotz Krisengerede

Heinrich Vaske ist Editorial Director von COMPUTERWOCHE und CIO. Seine wichtigste Aufgabe ist die inhaltliche Ausrichtung beider Medienmarken - im Web und in den Print-Titeln. Vaske verantwortet außerdem inhaltlich die Sonderpublikationen, Social-Web-Engagements und Mobile-Produkte und moderiert Veranstaltungen.
Handelskrieg, Brexit und Rezessionssorgen halten die Analysten von Gartner nicht davon ab, im neuen Jahr mit Zuversicht auf den ITK-Markt zu blicken: Die Auguren erwarten für 2019 einen Anstieg der weltweiten IT-Ausgaben um 3,2 Prozent auf 3,76 Billionen Dollar.
 
  • Die größten Wachstumsimpulse gehen von Cloud Computing aus
  • Data Center Systems bleiben gefragt, aber die Dynamik lässt nach
  • Der deutsche ITK-Markt legt 2019 um 2,4 Prozent zu
Gartner-Analyst John-David Lovelock erwartet einen zweiten Frühling im Smartphone-Business, da viele User ihre Geräte austauschen wollten.
Gartner-Analyst John-David Lovelock erwartet einen zweiten Frühling im Smartphone-Business, da viele User ihre Geräte austauschen wollten.
Foto: Gartner

John-David Lovelock, Research Vice President bei Gartner, nennt den technologischen Generationswechsel als bestimmenden Faktor für die weiterhin hohen IT-Ausgaben: "Die Investitionen bewegen sich weg von weitgehend gesättigten Märkten wie Smartphones, PCs oder Rechenzentrums-Infrastruktur und hin zu Cloud-Diensten und IoT-Devices." IT sei nicht mehr nur "eine Plattform, auf der Unternehmen ihr Business laufen lassen. IT ist jetzt der Motor, der das Business bewegt!"

Cloud Computing ist nach Einschätzung Lovelocks der entscheidende Treiber für IT-Ausgaben. Zudem werde Unternehmenssoftware - insbesondere im SaaS-Bezugsmodell (SaaS = Software as a Service) - stark gefragt bleiben. Die weltweiten Softwareausgaben sollen 2019 um 8,5 Prozent und 2020 noch einmal um 8,2 Prozent steigen. Auch in den Folgejahren wird den Marktforschern zufolge der diesbezügliche Investitionsbedarf im Durchschnitt um sieben Prozent pro Jahr und mehr steigen.

Das Devices-Segment, in dem Gartner unter anderem PCs in allen Varianten, Tablets und Smartphones zusammenfasst, soll 2019 nach einer Schwächephase im vergangenen Jahr, als das Wachstum nur 0,6 Prozent betrug, wieder um 1,7 Prozent zulegen. Wachstumsmotor sei der Smartphone-Markt, der 2018 noch um 1,2 Prozent rückläufig gewesen sei. Zwar zeigten die Märkte in China, den USA und Westeuropa Sättigungserscheinungen, aber derzeit wollten viele Anwender ihre Altgeräte austauschen, weshalb es hier kurzfristig wieder zu einer Belebung komme.

Höhenflug bei Servern geht zu Ende

Im weltweiten ITK-Markt wächst 2019 und im Jahr darauf vor allem das Geschäft mit Enterprise-Software. Ein kleiner Einbruch steht bei Systemen für das Rechenzentrum ins Haus.
Im weltweiten ITK-Markt wächst 2019 und im Jahr darauf vor allem das Geschäft mit Enterprise-Software. Ein kleiner Einbruch steht bei Systemen für das Rechenzentrum ins Haus.
Foto: Gartner

Nach zwei herausragenden Jahren mit Wachstumsraten von 6,4 Prozent (2017) und 11,3 Prozent (2018) legt das Segment der Data Center Systems in diesem Jahr mit 4,2 Prozent etwas weniger stark, aber immer noch überdurchschnittlich zu. Das Server-Business soll 2019 leicht wachsen, in den beiden Folgejahren wird sich die Dynamik allerdings abschwächen. ECB-Speicher (External Controller Based Storage) werden laut Gartner durch "alternative Architekturen" unter Druck geraten, während Hyper-converged Infrastructure (HCI), Edge Computing und Software Defined Infrastructure über die nächsten vier Jahre kräftig zulegen sollen.

Gartner sieht 2019 als das Jahr, in dem zumindest in Nordamerika erstmals mehr Geld für Infrastruktur-Services aus der Cloud (IaaS) als für im eigenen RZ eingesetzte Server- und Speichersysteme ausgegeben wird. Außerdem sollen wie schon in den vergangenen Jahren chinesische beziehungsweise taiwanische Anbieter und Original Design Manufacturer (ODM) überproportional Marktanteile gewinnen. Schon heute übernehmen Anbieter wie Foxconn, ECS, Quanta, Compal oder Clevo nicht nur die Produktion, sondern auch die Planung und Konstruktion von Geräten für viele große IT-Hersteller aus dem Westen.

Gartner warnt in seiner Prognose ausdrücklich vor einem weltweiten Engpass an IT-Spezialisten, vor allem von solchen, die sich mit den neusten Digitalisierungstrends wie Künstliche Intelligenz, Internet of Things oder Blockchain auskennen. "Fast die Hälfte aller IT-Beschäftigten bräuchte dringend bessere Skills oder Kompetenzen, um die digitalen Geschäftsinitiativen im eigenen Unternehmen unterstützen zu können", mahnt Lovelock. Derzeit veränderten sich die Anforderungen rund um Schlüsseltechnologien wie KI, maschinelles Lernen, API- und Service-Plattform-Design sowie Data Science schneller als je zuvor.

Insgesamt 2,4 Prozent Marktwachstum in Deutschland

Für Deutschland erwartet Gartner 2019 ein Marktwachstum von 2,4 Prozent. Auch andere europäische Länder, darunter Frankreich (1,3 Prozent), Großbritannien (1,9) oder Italien (1,6) liegen unter dem globalen Durchschnitt von 3,2 Prozent. Gartner macht dafür insbesondere die anhaltende Hängepartie rund um den Brexit verantwortlich, die in den Unternehmen zu Verunsicherung führe und ihnen die Planungssicherheit nehme.

Überdurchschnittlich wächst der weltweit größte Markt USA, der um 3,8 Prozent zulegen soll, sowie Südkorea (4,3), China (5,5) und Indien (7,0). Die Analysten glauben nicht, dass 2019 eine Rezession ins Haus steht, obwohl sie eine Umfrage unter Chief Financial Officers zitieren, der zufolge nahezu die Hälfte der Finanzchefs einen Wirtschaftseinbruch erwarten. Längerfristig werde sich das Wirtschaftsklima allerdings eintrüben, orakeln die Auguren.