Studie von nCipher

Deutsche Firmen sind Verschlüsselungsweltmeister

Peter Marwan lotet kontinuierlich aus, welche Chancen neue Technologien in den Bereichen IT-Security, Cloud, Netzwerk und Rechenzentren dem ITK-Channel bieten. Themen rund um Einhaltung von Richtlinien und Gesetzen bei der Nutzung der neuen Angebote durch Reseller oder Kunden greift er ebenfalls gerne auf. Da durch die Entwicklung der vergangenen Jahre lukrative Nischen für europäische Anbieter entstanden sind, die im IT-Channel noch wenig bekannt sind, gilt ihnen ein besonderes Augenmerk.
Die vom Ponemon Institute im Auftrag von nCipher Security durchgeführte Studie "Global Encryption Trends Study 2019" bescheinigt deutschen Firmen eine Vorreiterrolle bei der Nutzung von Verschlüsselungstechnologie.

Unternehmen in Deutschland nehmen bei Verschlüsselung im weltweiten Vergleich eine Vorreiterrolle ein. Hierzulande haben 67 Prozent der Unternehmen eine Verschlüsselungsstrategie. Im weltweiten Durchschnitt sind es lediglich 45 Prozent. Außerdem setzen 20 Prozent der deutschen Firmen 13 oder mehr Verschlüsselungsprodukte ein. Weltweit liegt dieser Wert dagegen nur bei 13 Prozent. Das sind zentrale Ergebnisse der "Global Encryption Trends Study 2019", die das Ponemon Institute im Auftrag von nCipher, einem Anbieter von Lösungen zur Kontrolle geschäftskritischer Informationen und Anwendungen und Teil von Entrust Datacard, durchgeführt hat.

Deutsche Firmen sind Vorreiter in Bezug auf Verschlüsselung - auch bei der Datenübertragung in die Cloud - und das Interesse an Hardware-Sicherheitsmodulen sowie deren Einsatz in neuen Bereich nehmen zu, so zentrale Ergebnisse der "Global Encryption Trends Study 2019".
Deutsche Firmen sind Vorreiter in Bezug auf Verschlüsselung - auch bei der Datenübertragung in die Cloud - und das Interesse an Hardware-Sicherheitsmodulen sowie deren Einsatz in neuen Bereich nehmen zu, so zentrale Ergebnisse der "Global Encryption Trends Study 2019".
Foto: wk1003mike - shutterstock.com

Der Untersuchung zufolge sind in Deutschland drei Datentypen stärker verschlüsselt als in allen anderen Ländern. Das sind Zahlungsdaten, geistiges Eigentum sowie gesundheitsbezogene Informationen. Als größte Gefahr für vertrauliche Daten sehen die deutschen Teilnehmer der nCipher-Studie System- oder Prozessstörungen sowie rechtmäßige Datenanfragen, etwa durch Behörden.

Für die "Global Encryption Trends Study 2019" wurden 5.856 Personen in 14 Ländern befragt, neben Deutschland auch Australien, Brasilien, Frankreich, Indien, Japan, Mexiko, Russland, Südkorea, Großbritannien, den USA sowie mehreren Ländern in Südostasien. Aus Deutschland nahmen 531 Personen an der Befragung teil.

Deutsche auch bei Cloud-Nutzung Verschlüsselungs-Fans

Interessant und unerwartet ist angesichts der allgemeinen Meinung, deutsche Firmen seien bei der Cloud-Nutzung eher zögerlich, dass unter den deutschen Befragten (83 Prozent) deutlich mehr als bei den Teilnehmern aus anderen Ländern (67 Prozent) Cloud Computing einsetzen. 68 Prozent von ihnen übertragen sogar vertrauliche Daten in die Cloud (weltweit 60 Prozent). Blauäugig und vertrauensselig gegenüber den Cloud-Anbietern sind die Befragten dennoch nicht: 64 Prozent der deutschen Umfrageteilnehmer verschlüsseln Daten vor der Übertragung in die Cloud.

Als größte Herausforderung bei Planung und Umsetzung einer Verschlüsselungsstrategie sehen 69 Prozent der Befragten weltweit die Datenerfassung. Zugenommen hat der Umfrage zufolge weltweit die Bedeutung von Hardware-Sicherheitsmodulen (HSM). Sie setzten im Jahr 2018 noch 41 Prozent der Befragten ein, aktuell sind es bereits 47 Prozent. Die Nutzung von HSMs geht inzwischen zudem über traditionelle Anwendungsfälle wie Public-Key-Infrastrukturen (PKI), Datenbanken oder Anwendungs- und Netzwerkverschlüsselung (TLS/SSL) hinaus und erstreckt sich auch auf Code Signing, Big-Data-Verschlüsselung sowie die Umsetzung von IoT-Root-of-Trust-Konzepten oder die Signierung von Dokumenten.

In das Geschäft mit Hardware-Sicherheitsmodulen ist nCipher Anfang 2019 durch die Übernahme der entsprechenden Sparte von Thales eingestiegen. Der Verkauf wurde aufgrund von Auflagen von Wettbewerbshütern erforderlich. Mitbewerber wie Malte Pollmann, Chief Strategy Officer bei Utimaco, interpretierten ihn damals als Signal, dass "die spezialisierte Sparte für Hardware-Sicherheitsmodule ein wichtiger Kern- und Wachstumsmarkt in der IT-Sicherheitsbranche ist."

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