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E-Transporter-Tochter

Deutsche Post prüft alle Optionen für Streetscooter

09.04.2019
Die Deutsche Post hält sich mit Blick auf die Zukunft des elektrischen Paketautos Streetscooter bedeckt.
Wohin der Weg des Streetscooters führt ist ungewiss.
Wohin der Weg des Streetscooters führt ist ungewiss.
Foto: Deutsche Post DHL Group

"Wir prüfen, wie sich Streetscooter gut und profitabel weiterentwickeln kann. Da gibt es unterschiedliche Optionen. Wir werden im Verlauf dieses Jahres schauen, wo wir hinwollen", sagte die Finanzchefin des Dax-Konzerns, Melanie Kreis, der "Süddeutschen Zeitung" und bestätigte damit die jüngsten Aussagen von Unternehmenschef Frank Appel. Der Streetscooter sei zunächst einmal ein wichtiges Betriebsmittel. "Wir haben inzwischen mehr als 9.000 erfolgreich im Einsatz, das ist gut für die Umwelt. Es gibt auch externes Interesse an Streetscootern."

Am Freitag war bekannt geworden, dass die Post-Tochter Streetscooter künftig ohne einen der Gründer des Elektroauto-Herstellers klarkommen muss. Achim Kampker habe das Unternehmen verlassen. Der Abschied rückwirkend zum 1. April sei "aus eigenem Wunsch und aus persönlichen Gründen" geschehen. Kampker kehre als Professor an die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule (RWTH) Aachen zurück. Im Zuge der bereits bestehenden Kooperation mit der Hochschule werde man aber künftig weiter mit ihm zusammenarbeiten. Streetscooter war im Jahr 2010 von Professoren der RWTH gegründet worden, unter ihnen Kampker.

Im Jahr 2014 kaufte die Deutsche Post die Firma, um ihre Flotte mit eigenen Elektrotransportern klimaschonender zu gestalten. Während Mitgründer wie der heutige Chef des Elektroauto-Start-ups e.Go, Günther Schuh, von Bord gingen, blieb Kampker als Streetscooter-Chef am Steuer der Aachener Firma. Anfang März ging es für ihn in der Hierarchie eine Stufe tiefer - seinen Chefposten räumte er für den Manager Jörg Sommer vom amerikanischen Elektro-Nutzfahrzeugshersteller Chanje. Kampker wechselte auf den Posten des Streetscooter-Innovationschefs.

Die Post sucht für den Streetscooter ein langfristiges Konzept.
Die Post sucht für den Streetscooter ein langfristiges Konzept.
Foto: StreetScooter GmbH

Streetscooter hat nach eigenen Angaben etwa 500 Mitarbeiter in seiner Zentrale in Aachen, wo zum Beispiel die Entwicklungsabteilung und der Vertrieb angesiedelt sind. An zwei Werken - ebenfalls in Aachen und in Düren - sind zudem insgesamt rund 500 Mitarbeiter von externen Firmen tätig, die im Auftrag von Streetscooter die Fahrzeuge fertigen. Zudem baut die Firma in Zusammenarbeit mit Ford in Köln einen großen Elektro-Transporter. Der E-Transporter galt lange Zeit als Vorzeigeprojekt der Deutschen Post, das der Konzern mit viel PR-Maßnahmen begleitete.

Die Post wurde vielfach dafür gelobt, eine E-Alternative für seine Transporter abseits der traditionellen Hersteller auf die Straße gebracht zu haben. Doch zuletzt gab es vermehrt Probleme und kritische Stimmen. So mussten zuletzt einige hunderte Fahrzeuge wegen Brandgefahr vorübergehend aus dem Verkehr gezogen werden. Zudem ist die Reichweite des Fahrzeugs nicht allzu hoch, die Ladezeiten sind lang und der Komfort für die Fahrer gering. Eine Weiterentwicklung würde viel Geld kosten. Appel habe es versäumt, geeignete Partner an Bord zu holen oder die Tochter weiterzureichen, monierten einige Analysten zuletzt. (dpa/rs)