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Von Monocloud bis Zero Trust Security

Die aktuellen Trends im SaaS-Markt



Julian Riedlbauer ist Partner und Leiter der deutschen Niederlassung des Tech-Investment- und M&A-Beratungsunternehmens GP Bullhound.
Große SaaS-Player stecken viel Engagement und Geld in den Ausbau der Ökosysteme auf ihren Plattformen. Übernahmen und Partnerschaften prägen das Bild. Das birgt Chancen für kleine Software-Anbieter und Start-ups.

Wachsende Ökosysteme unter dem Dach der großen, globalen Cloud-und SaaS-Anbieter – das ist derzeit eine der signifikantesten Entwicklungen im SaaS-Markt. Global Player wie Google, Microsoft, Amazon oder Salesforce nutzen ihre Kapitalstärke, um das Angebot an SaaS-Lösungen auf ihren Plattformen auszubauen. Das Ziel: Kunden sollen möglichst alle Anwendungen, inklusive vertikaler Software- und Spezial-Lösungen, bei dem Anbieter ihrer Wahl als Service erhalten können.

Firmen wie Google, Microsoft, Amazon und Salesforce streben im SaaS-Markt derzeit danach, dass Kunden möglichst alle Anwendungen, bei ihnen als Service erhalten können.
Firmen wie Google, Microsoft, Amazon und Salesforce streben im SaaS-Markt derzeit danach, dass Kunden möglichst alle Anwendungen, bei ihnen als Service erhalten können.
Foto: Wright Studio - shutterstock.com

Dieser Trend zur Monocloud bietet Chancen für Software-Anbieter und Start-ups: Mit einer Partnerschaft können sie von der Marktmacht der großen Cloud-Anbieter profitieren und ihre Anwendung als Service weltweit und integriert anbieten.

Software-Anbieter bauen ihr Portfolio aus

Gleichzeitig investieren Google und Co. in das eigene Portfolio: So übernahm der Suchmaschinen-Riese im Herbst vergengenen Jahres Onward, einen Spezialisten für Kundenservice-Lösungen. Die Chatbot-Plattform von Onward basiert auf intelligenten Algorithmen und automatisiert die individuelle Kundenkommunikation. Und Salesforce erweitert mit der Übernahme des Direkt-Marketing-Spezialisten Rebel seine Funktionen im noch vergleichsweise kleinen Geschäftsbereich „Marketing and Commerce Cloud”.

Insgesamt lässt sich ein Trend zur Ausweitung des eigenen Portfolios unter Software-Anbietern und IT-Dienstleistern feststellen. Die Unternehmen sind bereit, viel Geld zu investieren, um neue und skalierbare Angebote in bestehende Suiten zu integrieren – besonders, wenn es um die Themen KI und Data Analytics geht. Aufsehen erregte im Herbst 2018 die Übernahme von Red Hat durch IBM.

IBM bekennt sich damit deutlich zum Ausbau der Cloud-Aktivitäten und erwirbt mit Openshift, dem Platform-as-a-Service-Angebot von Red Hat, ein vor allem in den USA beliebtes und konkurrenzfähiges Produkt samt Experten-Know-how. Auch die deutsche SAP entschloss sich zu einem bedeutenden Investment und der bisher größten Übernahme in der Geschichte des Unternehmens: Für etwa 8 Milliarden Dollar erwarb der Software-Hersteller den Marktforschungsspezialisten Qualtrics. SAP will damit die eigene CRM-Suite aufwerten und seine Stellung im hart umkämpften CRM-Markt stärken.

Salesforce bleibt vorn

Aus der Sicht von SAP ist der Markt vor allem deshalb hart umkämpft, weil Salesforce seit Jahren stark wächst. Das 1999 gegründete Unternehmen mit Sitz in San Francisco mag hierzulande vor allem als CRM-Spezialist und SAP-Konkurrent bekannt sein, international betrachtet spielt Salesforce aber eine noch bedeutendere Rolle: Mit einer Marktkapitalisierung von mehr als 125 Milliarden Dollar führt das Unternehmen seit Jahren den SaaS-Marktindex von GP Bullhound an. Zum Vergleich: Auf Platz zwei kann sich Workday platzieren, mit einer Marktkapitalisierung von 43 Milliarden Dollar. Zwar kommt SAP mit etwa 138 Milliarden Dollar auf einen insgesamt etwas höheren Firmenwert als Salesforce, erzielt aber nur etwa 5,6 Milliarden Dollar Umsatz mit SaaS-Geschäft im Sinne des SaaS-Index von GP Bullhound.

Lesetipp: Wie sich die großen Cloud-Trends entwickeln

Mit AppExchange ist es Salesforce gelungen, einen SaaS-Marketplace zu entwickeln, der sich etabliert hat. Unternehmen können entweder auf eine der mehr als 5.000 Apps verschiedener Anbieter zurückgreifen oder aber eigene Unternehmens-Apps entwickeln und über AppExchange anbieten. 89 der erfolgreichsten 100 US-amerikanischen Unternehmen (der sogenannten „Fortune 100“) nutzen AppExchange. Dieses App-Ökosystem trägt entscheidend zum Wachstum und Umsatz von Salesforce bei: Denn für jeden Dollar, der für eine Salesforce-Lizenz ausgegeben wird, generiert der Marktplatz mehr als vier Dollar zusätzlichen Umsatz für die Softwareanbieter auf dem Marktplatz. Ein ökonomisch interessantes Modell, dem Wettbewerber und die Software-Branche im Allgemeinen nun nacheifern.

Markt für HCM-Software profitiert vom Fachkräftemangel

Je systematischer die Suche, Ausbildung und Förderung von Mitarbeitern betrieben wird, umso eher lassen sich qualifizierte Mitarbeiter gewinnen und halten. Der Fachkräftemangel ist eklatant, deshalb investieren nun immer mehr Unternehmen in ihre HR-Bereiche. Anbieter von HCM-Software (Human Capital Management) können schon jetzt davon profitieren und dieser Trend dürfte sich fortsetzen.

Lesetipp: Wie Systemhäuser Mitarbeiter an sich binden

Noch ist der Anbieter-Markt stark fragmentiert. Auf den HR-Markt spezialisierte Investoren sind derzeit dabei, mehrere Anbieter unter einem Dach zu bündeln. So investierten zum Beispiel die Vista Equity Partners, zu denen unter anderem bereits der Anbieter für Personaleinsatz-Lösungen Allocate Software gehört, in das amerikanische Softwareunternehmen iCIMS, welches sich auf Recruting- und Talentförderungs-Optimierung spezialisiert hat.

Zero Trust Cloud Security

Mit der zunehmenden Verbreitung von Cloud- und SaaS-Szenarien steht immer auch das Thema Security im Mittelpunkt. Investitionen von namhaften Hardware-Herstellern wie Cisco oder Blackberry untermauern die Bedeutung von Zero Trust Cloud Security Solutions. Zero-Trust-Modelle gehen davon aus, dass ein Unternehmen keiner Transaktionsanfrage trauen sollte, egal ob sie von innerhalb des Unternehmens oder von außerhalb kommt. Jede Anfrage muss verifiziert werden, bevor der Zugang zu Daten gewährt wird.

Diese berechtigte Vorsicht ist vor allem zwei Entwicklungen geschuldet: Unternehmen verlagern immer mehr Infrastruktur in die Cloud und Mitarbeiter können von überall mit allen möglichen Geräten darauf zugreifen. Die Grenzen zwischen „von innen“ und „von außen“ verschwimmen dabei. Für knapp 2,4 Milliarden Dollar übernahm Cisco den Spezialisten Duo Security, der mit Lösungen in den Bereichen Unified Access Security und Multi-Faktor-Authentifizierung aufwartet. Etwa 1,5 Milliarden Dollar bezahlte Blackberry für Cyclance. Die Übernommenen konzentrieren sich beide auf KI-unterstützte Cybersecurity. Der Weg für Zero Trusted Security zu einem neuen Industriestandard dürfte damit geebnet sein.