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Die besten Befehle für die Kommandozeile von Windows

Schwerpunkte? Keine - er interessiert sich vielmehr für (fast) alles, was mit IT, PC, Smartphone und Elektronik zu tun hat. Dabei geht es aber meist nicht um die Technik nur um der Technik willen, vielmehr stehen Nutzen und sinnvolle Anwendung im Vordergrund.
35 Jahre nach dem Start von Windows empfehlen wir keineswegs ein Zurück zur Kommandozeile. Doch für viele nützliche Befehle benötigen Sie die Eingabeaufforderung oder die Windows Powershell. Ein Streifzug in die Welt (fast) ohne Mausklicks.
Die besten Befehle für die Kommandozeile von Windows
Die besten Befehle für die Kommandozeile von Windows
Foto: charnsitr - shutterstock.com

Die Zeiten, in denen die Windows-Eingabeaufforderung ein unbequemes Tool für Profis darstellte, sind vorbei. So funktioniert auf der Ebene der Kommandozeile längst auch die Zwischenablage mit den Tastenkombinationen Strg-C und Strg-V zum Kopieren und Einfügen. Auch die Suche eines Begriffs oder einer Zeichenfolge lässt sich mit Strg-F nutzen.

Praktisch ist zudem, dass sich die Eingabeaufforderung automatisch die zuletzt verwendeten Kommandos merkt. Sie brauchen eine längere Befehlsfolge also nicht mühsam erneut eingeben, sondern rufen diese über die Pfeiltasten erneut auf. Möchten Sie dann nur einen Parameter ändern, erledigen Sie das gezielt mit der Taste "von hinten löschen" wie in Word.

Eingabeaufforderung, Hilfen und die Windows Powershell

Bevor wir die wichtigsten Befehle vorstellen, soll kurz der Unterschied zwischen der "klassischen" Eingabeaufforderung und der Windows Powershell erläutert werden. Die Eingabeaufforderung steckt seit jeher im Microsoft-Betriebssystem und lässt sich über den Suchbegriff oder die Eingabe von cmd (abgekürzt für "command") unten in die Such- und Ausführenzeile starten. Inzwischen sieht Windows 10 als Standardtool für die Eingabe von Kommandos jedoch die neuere Windows Powershell vor. Sie kann und leistet mehr, führt jedoch von wenigen Ausnahmen abgesehen auch sämtliche cmd-Befehle aus.

Beide Tools lassen sich mit und ohne Administratorrechten ausführen. Viele Befehle kommen ohne volle Rechte aus, einige benötigen sie dagegen. In diesem Fall klicken Sie die Eingabeaufforderung beziehungsweise Powershell im Startmenü mit der rechten Maustaste an und wählen den Eintrag "Als Administrator ausführen".

Die Tabellen auf den folgenden Seiten umfassen mehr als 100 Befehle und Tools, sortiert in vier Rubriken: Nach den Grundlagen folgt alles zu Dateien und Datenträgern, die dritte Rubrik bietet alles fürs Netzwerk, den Schluss bilden Systemeingriffe und Profi-Tricks. Unsere Listen umfassen ausschließlich Befehle, die sowohl in der 32- als auch der 64-Bit-Variante von Windows 10 funktionieren.

Auch wenn Sie bisher nicht oder nur sporadisch mit der Kommandozeile gearbeitet haben, kommen Sie gleich klar. Eine schnelle Hilfe zu fast allen Befehlen bietet der wichtige Parameter /?. Angehängt erläutert er die jeweilige Syntax sowie alle Optionen. Wenn Sie das einmal mit einem der Befehle von den Folgeseiten ausprobieren, wird das Prinzip sofort klar.

Außerdem erklärt Microsoft auf Deutsch alle Befehle sehr ausführlich und veranschaulicht sie mit Beispielen - die Webseite ist überaus nützlich! Ein englischsprachige Zusammenfassung bietet das umfassende Handbuch "Windows Commands Reference", das Sie als PDF-Datei erhalten.

1. Grundlagen und Steuerung

Die Grundlagen reichen von der Möglichkeit, die Eingabeaufforderung mit Farbe ansprechender zu gestalten, bis zum schnellen Herunterfahren des Rechners.

Befehl

Beschreibung

call

Ruft eine Batchdatei auf (innerhalb einer anderen Batchdatei)

clip

Leitet die Befehlsausgabe an die Zwischenablage um

cls

Löscht den Inhalt des aktuellen Eingabefensters

color

Ändert die Farbe von Schrift und Hintergrund im Eingabefenster

control

Startet die Windows-Systemsteuerung

date

Zeigt das Datum und ermöglicht Änderungen

driverquery

Listet alle installierten Gerätetreiber mit Eigenschaften auf

echo

Gibt Textmeldungen auf dem Bildschirm aus

exit

Beendet die Eingabeaufforderung und schließt das Fenster

find

Durchsucht eine oder mehrere Dateien nach einem Begriff

findstr

Sucht wie find, bietet jedoch mehr Möglichkeiten

for

Führt einen angegebenen Befehl in einem Satz von Dateien aus

hostname

Blendet die Rechnerbezeichnung ein

mblctr

Öffnet auf Notebooks das Mobilitätscenter

mode

Zeigt Systemstatus und -einstellungen, konfiguriert Ports und Geräte neu

msinfo32

Öffnet die Windows-Hardwareinformationen

pause

Stoppt die Ausführung einer Batchdatei

print

Druckt eine Textdatei auf einem festzulegenden Printer

shutdown

Fährt den Computer herunter

sort

Sortiert Daten in der gewünschten Reihenfolge

start

Startet ein weiteres Eingabefenster

systeminfo

Zeigt eine Übersicht wichtiger Systeminformationen

taskkill

Beendet einen laufenden Prozess

tasklist

Listet sämtliche laufenden Prozesse auf

taskmgr

Öffnet den Taskmanager

taskschd

Startet die Aufgabenplanung

time

Zeigt die Uhrzeit und ermöglicht Änderungen

timeout

Hält einen Befehl für eine definierte Zeit an

ver

Zeigt die genaue Windows-Version

2. Dateien und Datenträger

Einige Befehle und Tools wie chkdsk oder diskpart haben Sie vielleicht bereits verwendet. Doch auch vieles andere lässt sich über die Kommandozeile mit etwas Übung schneller als per Mausklick erledigen.

Befehl

Beschreibung

attrib

Zeigt Dateiattribute wie schreibgeschützt, versteckt usw.

cd

Wechselt in ein anderes Verzeichnis

chkdsk

Überprüft den Datenträger auf Fehler

chkntfs

Zeigt bzw. ändert die Datenträgerprüfung beim Windows-Start

cipher

Zeigt bzw. ändert die Verschlüsselung von Ordnern und Dateien

cleanmgr

Startet die Datenträgerbereinigung

comp

Vergleicht den Inhalt von zwei Dateien

compact

Zeigt bzw. ändert den Komprimierungsstatus einer Datei

copy (oder: xcopy)

Kopiert Dateien

defrag

Defragmentiert den Datenträger

del (oder: erase)

Löscht eine oder mehrere Dateien

dir

Zeigt den Inhalt eines Verzeichnisses

diskpart

Startet die Windows-Datenträgerverwaltung

expand

Entpackt Dateien

extract

Extrahiert Dateien aus einer CAB-Datei oder Quelle

fc

Vergleicht mehrere Dateien und zeigt deren Unterschiede

format

Formatiert einen Datenträger

ftype

Ordnet Dateitypen bestimmten Ausführungsprogramme zu

label

Ändert die Bezeichnung eines Datenträgers

md (oder: mkdir)

Erstellt ein neues Unterverzeichnis

mklink

Erstellt einen Link für einen Ordner oder eine Datei

mountvol

Weist einen Laufwerksbuchstaben zu bzw. ändert oder löscht ihn

move

Verschiebt Dateien und Ordner

rd (oder rmdir)

Löscht ein Verzeichnis (das dazu leer sein muss)

recover

Stellt lesbare Inhalte von fehlerhaften Datenträgern wieder her

rename

Benennt Dateien um

replace

Ersetzt Dateien

rstrui

Startet die Systemwiederherstellung

tree

Zeigt die Verzeichnisstruktur eines Datenträgers

type

Zeigt den Inhalt von Textdateien

verify

Überprüft, ob ein Datenträger richtig beschrieben wurde

vol

Zeigt die Datenträgerbezeichnung inklusive Seriennummer

wbadmin

Sichert Betriebssystem, Datenträger, Dateien, Ordner und Anwendungen

wscui.cpl

Öffnet das Wartungsfenster von Windows

3. Netzwerk und Internet

In den Duden hat es der Begriff "Anpingen" zwar noch nicht geschafft, als IT-Jargon ist er aber völlig geläufig. Denn ping stellt das vielleicht häufigste Kommando im Netzwerk dar.

Befehl

Beschreibung

certutil

Zeigt und verwaltet die Konfigurationsinformationen von Zertifizierungsstellen

ftp

Überträgt Dateien zu einem FTP-Server

getmac

Zeigt die MAC-Adresse eines Netzwerkgerätes

ipconfig

Zeigt Status und Einstellungen im Netzwerk

mount

Erstellt NFS-Netzwerkfreigaben (setzt Client für NFS voraus)

ncpa.cpl

Öffnet die Windows-Netzwerkverbindungen

netsh

Zeigt und steuert Komponenten im Netzwerk

netstat

Zeigt aktive TCP-Verbindungen, Ports und vieles mehr

nslookup

Zeigt den verwendeten DNS-Server

pathping

Testet die Verbindung zu einer bestimmten IP-Adresse

ping

Überprüft die Verbindung zu einem anderen TCP/IP-Host

route

Zeigt die Routing-Tabelle und ermöglicht Änderungen

telnet

Baut eine Telnet-Verbindung zu einem anderen Gerät auf

tftp

Überträgt Dateien an und von einem Remote-Computer

tracert

Verfolgt ein Datenpaket im Netzwerk

tskill

Beendet einen Prozess auf einem Remotecomputer

4. System und Profitools

Die Steueranweisungen zum Booten des Rechners (bcd…) haben es ebenso in sich wie Eingriffe in die Windows-Registry. Machen Sie sich deshalb vor der Verwendung mit den Funktionen besonders vertraut.

Befehl

Beschreibung

auditpol

Zeigt bzw. konfiguriert die aktuellen Überwachungsrichtlinien

bcdboot

Richtet eine Systempartition ein und repariert die Startumgebung

bcdedit

Konfiguriert die Startkonfigurationsdaten

bdehdcfg

Bereitet eine Festplatte für die Bitlocker-Verschlüsselung vor

cmdkey

Verwaltet Benutzernamen, Kennwörter und Login-Infos

convert

Konvertiert Partitionen und Datenträger (vor der GPT-Konvertierung BIOS- bzw. UEFI des PCs auf Kompatibilität prüfen!)

diskraid

Erstellt und verwaltet RAID-Systeme

dism

Repariert und administriert Windows-Komponenten und -Images

fsutil

Konfiguriert NTFS-Laufwerke

gpresult

Zeigt die aktiven Gruppenrichtlinien

gpupdate

Aktualisiert die Gruppenrichtlinien

manage-bde

Schaltet Bitlocker ein bzw. aus und entsperrt verschlüsselte Laufwerke

perfmon

den Performance-Monitor

pnpunattend

Installiert Gerätetreiber automatisch

powercfg

Steuert und konfiguriert Energieeinstellungen des Rechners

recdisc

Erstellt eine Systemreparatur-DVD für den Notfall

reg

Zeigt und konfiguriert Einträge der Windows-Registry

regedit

Öffnet die Windows-Registry

repair-bde

Rettet Daten von beschädigten, mit Bitlocker verschlüsselten Laufwerken

sfc

Überprüft wichtige Windows-Systemdateien

slmgr -rearm

Verlängert den Testzeitraum für die Windows-Aktivierung

wevtutil

Zeigt und verwaltet Ereignisprotokolle und Protokolldateien

(PC-Welt)

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