Markttrends 2022

Die Cloud individualisiert sich und wird noch beliebter



Als CEO von gridscale verantwortet Henrik Hasenkamp die Strategie und Ausrichtung des Infrastructure- und Platform-as-a-Service-Anbieters, der mit seiner innovativen Technologie die Basis für anspruchsvolle Cloud-Lösungen schafft. Mit gridscale ebnet der Diplom-Wirtschaftsinformatiker mittelständischen Unternehmen den Weg in ein neues Zeitalter der IT-Skalierung und bietet ihnen eine IaaS- und PaaS-Lösung, die Qualität, Transparenz und leichte Anwendbarkeit zu ihren Markenzeichen gemacht hat.  

 
Für 2022 sind einige neue Trends und Schwerpunkte im Bereich Cloud Computing vorhersehbar. Folgende Cloud-Lösungen werden deutsche Unternehmen 2022 nutzen müssen, um optimale Ergebnisse zu erzielen.
Deutsche Kunden möchten gerne auch von europäischen Cloud Service Providern bedient werden.
Deutsche Kunden möchten gerne auch von europäischen Cloud Service Providern bedient werden.
Foto: everything possible - shutterstock.com

Laut einer aktuellen Bitkom-Studie nutzen heute bereits 82 Prozent aller deutschen Unternehmen Cloud-Infrastrukturen, bis 2025 sollen im Schnitt sogar bereits die Hälfte aller Anwendungen aus der Cloud kommen. Zum Vergleich: Vor fünf Jahren lag die Cloud-Nutzung deutscher Unternehmen noch bei 65 Prozent, rund einem Viertel weniger als heute.

Es ist also zu erwarten, dass die Nutzungszahlen auch 2022 stark nach oben gehen werden - nicht zuletzt natürlich auch bedingt durch die Pandemie, die für Unternehmen weltweit als Digitalisierungs-Treiber gewirkt hat.

Hyperkonvergente Infrastrukturen

Kein Unternehmen kann zukunftsfähig sein, ohne große Mengen von Daten zu verarbeiten - Daten sind schließlich das digitale Gold unserer Zeit. Die Menge an zu speichernden Informationen wächst, während die Anforderungen in Bezug auf Datenschutz und Cybersicherheit gleichzeitig immer weiter steigen. Dieser Mix wird viele Unternehmen 2022 vor Herausforderungen stellen, die mit "Cloud-Only"-Lösungen alleine nicht mehr gestemmt werden können.

Die Antwort können Hyperkonvergente Infrastrukturen (HCIs) sein: In ihnen liegen sämtliche Komponenten der eigenen IT-Infrastruktur virtualisiert vor, wodurch sie von einer zentralen Plattform aus verwaltet und Projekten zugeteilt werden können. Sie kombiniert somit die Vorteile einer Public Cloud mit der Sicherheit von On-Premises-Rechenzentren. Die IT-Ressourcen des eigenen Unternehmens lassen sich so beispielsweise für Projekte nutzen, die Zugriff auf besonders sensible Daten benötigen. Dies bietet sich besonders für streng regulierte Branchen wie Finance oder Health Care an, die noch strengeren Anforderungen beim Thema Datenschutz gerecht werden müssen als andere. Erfordert eine Aufgabe oder ein Projekt mehr Leistung als die eigene Infrastruktur hergeben kann, können Public Cloud-Dienste flexibel hinzugebucht werden.

Derer partielle Nutzung sorgt gleichzeitig für kalkulierbare Kosten.

Datenschutz und europäische Rechenzentren

Mehr Daten bedeuten immer auch mehr Angriffsfläche für Hacker und ein erhöhtes Risiko für Datenschutzvergehen - die Bedeutung von Compliance zu DSGVO-Richtlinien für Unternehmen wird also noch einmal deutlich wachsen. Da Europa nach wie vor ein Flickenteppich aus unterschiedlichen Datenschutzrichtlinien ist, ergibt es gerade für deutsche Unternehmen Sinn, ihre Public Clouds über einen Anbieter mit Rechenzentren in Deutschland zu nutzen. So stellen sie sicher, dass auch dem strengen deutschen Datenschutz Genüge getan wird.

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Managed Cloud Security

Die steigende Zahl an Hacker-Attacken nimmt auch Cloud-Provider in die Pflicht - gerade deutsche Anbieter verfügen deshalb mittlerweile über höchstmögliche Zertifizierungen zur Gewährleistung der IT-Sicherheit. Vor allem in hybriden und Multi-Cloud-Umgebungen steigen die Ansprüche schnell und Sicherheit wird zu einem immer komplexeren Thema. Dieser Trend wird sich mit der wachsenden Individualisierung von Cloud-Lösungen fortführen.

KI-basierte Analytics in der Cloud

Prozessoptimierung aber auch Prozessautomatisierung werden im kommenden Jahr für viele Unternehmen noch wichtiger - und große Datenmengen sind die ideale Grundlage dafür. In die Cloud sowie interne Data Lakes integrierte KI-Tools analysieren die Ströme über den gesamten Stack hinweg und liefern so fundierte Empfehlungen zur Automatisierung und Optimierung von Abläufen.

Sustainability und Green IT

Immer mehr große Cloud-Provider planen den schrittweisen Umstieg auf energieeffiziente Rechenzentren und regenerative Energiequellen für ihre Public Clouds, allen voran große Hyperscaler aus den USA.

Doch auch auf dem Weg dahin bedeutet ein Umzug in die Cloud für Unternehmen jetzt schon, einen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit zu leisten: Public Clouds verteilen ihre Ressourcen effizient und benötigen deutlich weniger Hardware und Energie als dedizierte Server. Gerade hyperkonvergente Infrastrukturen können so zu einer optimalen Balance aus Energieeffizienz durch Cloud-Nutzung und den rechtlich regulierten Anforderungen an Datenschutz und Cybersecurity verhelfen.

Die Cloud-Nutzung wird 2022 insgesamt an Komplexität gewinnen, hyperkonvergente, individualisierte Lösungen werden dabei mehr und mehr der Schlüssel zu effizientem und sicherem Umgang mit Daten sein - doch damit steigen zugleich auch die Anforderungen an Datenschutz und IT-Sicherheit.

Diesem Tandem gerecht zu werden, wird die wichtigste Aufgabe für Cloud-Provider im kommenden Jahr sein.

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