Heimnetz & LAN

Die Fritzbox blinkt! So deutet man Router-Fehler

Roland Freist, Jahrgang 1962, studierte in München Kommunikationswissenschaft und arbeitete danach als Redakteur bei IT-Fachverlagen. Seit 1999 ist er selbstständig und schreibt Artikel zu Windows, Android, Anwendungen, Netzwerken, Security und Internet. Im professionellen Umfeld bearbeitet er Themen rund um Storage, Cloud-Computing und Virtualisierung.

Ereignismeldungen auswerten

Eine weitere Quelle für Informationen über den aktuellen Status der Fritzbox und Ihrer Internetverbindung ist das Ereignisprotokoll. Sie finden es unter "System -> Ereignisse". Hier finden Sie beispielsweise die aktuelle IP-Adresse, die Sie von Ihrem Provider zugeteilt bekommen haben - heutzutage meistens eine IPv6-Adresse. Die immer wieder auftauchende Meldung "IPv6-Präfix wurde erfolgreich bezogen" weist auf die ersten 64 Bit einer IPv6-Adresse hin, das Präfix. 64 Bit sind die maximale Länge, das Präfix kann auch kürzer sein. Die zweiten 64 Bit - IPv6-Adressen sind 128 Bit lang - bezeichnen hingegen die Netzwerkschnittstelle des aktuellen Geräts.

Andere Meldungen wie "Anmeldung an der FRITZ!Box Benutzeroberfläche von IP-Adresse X.X.X.X" oder "WLAN wurde über den WLAN-Taster aktiviert (2,4 + 5 GHz)" erklären sich hingegen von selbst. Ein Ereignis gibt jedoch oft Rätsel auf: "Freigabe für Port 8089 auf X.X.X.X (fritz.box) entfernt".

Port 8089 dient bei der Fritzbox für die Wartung der Software durch den Provider sowie die Autokonfiguration von Internetzugang und -telefonie über das Protokoll TR-069. Bedeutet: Falls Sie die Fritzbox von Ihrem Provider bekommen und nicht selbst gekauft haben, kann er auf diesem Weg ein Update der Firmware einleiten. Dazu muss er natürlich Zugriff auf Ihr Gerät haben. Die Eingangstür ist eben jener Port 8089, der zu diesem Zweck freigegeben, also geöffnet wird. Keine Sorge: Bevor jemand auf diesem Weg von außen auf die Fritzbox zugreifen kann, prüft die Software zunächst, ob er die notwendigen Berechtigungen besitzt.

Die oben genannte Meldung erscheint üblicherweise, kurz nachdem die Fritzbox die Internetverbindung für wenige Minuten unterbrochen hat. Das geschieht per Voreinstellung tief in der Nacht und beugt der Zwangstrennung vor, die nahezu jeder Provider einmal am Tag durchführt.

DSL-Informationen analysieren

Die Störabstandsmarge ist ein Puffer, über den die Fritzbox Bandbreiten-Störungen ausgleicht.
Die Störabstandsmarge ist ein Puffer, über den die Fritzbox Bandbreiten-Störungen ausgleicht.

Bei Störungen der Internetverbindung lohnt sich immer auch ein Blick auf den aktuellen Zustand der DSL-Verbindung der Fritzbox. Interessant ist dabei in erster Linie das Register "Internet -> DSL-Informationen -> DSL". Die beiden wichtigsten Werte auf dieser Seite stehen in der Zeile "Störabstandsmarge" und werden in dB angegeben. Diese Marge ist eine Art Reserve oder Puffer, den die Fritzbox mit dem DSLAM, also der Vermittlungsstelle des Infrastrukturanbieters aushandelt. Das geschieht zu dem Zweck, die Verbindung stabil zu halten. Wenn etwa während des Tages Störeinflüsse zunehmen, etwa starke elektromagnetische Felder eingeschaltet werden, bricht die Verbindung nicht zusammen, stattdessen wird der Verlust an Bandbreite über die Störabstandsmarge ausgeglichen

Mit anderen Worten: Wenn der Wert für die Störabstandsmarge deutlich sinkt oder im Laufe des Tages stark schwankt, ist das ein Zeichen, dass die Internetverbindung Störeinflüssen ausgesetzt ist. Erkennen können Sie das in der Fritzbox-Software über das Register "Statistik" und die Grafik "Störabstandsmarge Empfangsrichtung (dB)". Eine stabile, gute Verbindung sollte sowohl in Sende- wie auch in Empfangsrichtung eine Störabstandsmarge von mindestens 7 dB aufweisen, besser sind 10 dB. Je höher der Wert, desto weniger Probleme haben Sie.

Unter der Adresse www.router-faq.de finden Sie aufschlussreiche Informationen zu den LED-Codes.
Unter der Adresse www.router-faq.de finden Sie aufschlussreiche Informationen zu den LED-Codes.

Leider können Sie selbst die Verbindungsqualität so gut wie nicht beeinflussen, da der größte Teil der Leitung unterirdisch zwischen Ihrem Haus und dem DSLAM des Anbieters verläuft. Auch die Leitungen vom Zugangspunkt im Keller zu den einzelnen Gebäudeteilen und Büros und Wohnungen sollten Sie nicht anrühren. Innerhalb Ihrer eigenen vier Wände können Sie zwei Dinge tun: Achten Sie darauf, dass das Verbindungskabel von der TAE-Dose zur Fritzbox nicht aufgewickelt wird, was vor allem bei älteren, schlecht abgeschirmten Kabeln die Verbindung beeinträchtigen kann. Falls das Kabel zu lang ist, besorgen Sie sich lieber eine neue, kürzere Ausführung. Zum anderen sollten Sie das Kabel nicht parallel und nahe zu einer Stromleitung verlegen. Halten Sie einen Abstand von mindestens zehn Zentimetern ein.

Ein Anruf bei der Hotline Ihres Providers wird ebenfalls nicht viel bringen. In der Regel wird er lediglich die Bandbreite drosseln und so versuchen, die Verbindung zu stabilisieren. Um auf Nummer sicher zu gehen, setzen die Provider in solchen Fällen die Geschwindigkeit deutlich zurück. In den meisten Fällen ist es daher besser, zu einem anderen Anbieter mit eigener Netzinfrastruktur wie etwa einem Kabel-TV-Anbieter zu wechseln. (PC-Welt)

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