Diese Fehler sollten Bewerber vermeiden

Die gefährlichsten Karrierefallen

Karriere in der IT ist ihr Leib- und Magenthema - und das seit 20 Jahren. Langweilig? Nein, sie entdeckt immer neue Facetten in der IT-Arbeitswelt und im eigenen Job. Sie recherchiert, schreibt, redigiert, moderiert, plant und organisiert.

5. Fortbildungswillige Mitarbeiter sind gern gesehen

Die Mappe des Bewerbers ist so dick, dass die Wochenendausgabe der FAZ daneben schmal wie eine Schülerzeitung wirkt. Der Personalchef überfliegt den Lebenslauf, blättert sich durch ein paar Zeugnisse - und dann geht´s los: Zertifikate ohne Ende! Der Bewerber war so oft auf Fortbildung, dass seine Qualifikation nur eine winzige Frage offen lässt: Wann hat der Kerl eigentlich gearbeitet?

Aber ist es nicht ein gutes Geschäft, einen solchen Mitarbeiter und sein kostenloses Wissen an Bord zu holen? Nur dann, wenn er nicht auf derselben Welle weiterreiten will. Und genau das fürchten die Firmen.

Fortbildungswille ist äußerst gern gesehen, aber nur nach Feierabend, wenn er die Firma keinen Cent und keine Minute kostet. Ansonsten werden Weiterbildungen oft nach den Notarzt-Prinzip vergeben: Man operiert erst, wenn es nicht mehr anders geht. Der fortbildungswillige Mitarbeiter, der auf die Vorsorge wert legt, wird in Firmenbroschüren bejubelt, aber im Alltag nicht selten ausbremst - es sei denn, er kann seien Chef überzeugen, dass die Fortbildung der Firma mindestens das Doppelte dessen einbringt, was sie kostet.

6. Der autoritäre Führungsstil hat ausgedient

Neuerdings wird Bewerbern empfohlen: "Fragen Sie im Vorstellungsgespräch, welcher Führungsstil gepflegt wird."

Überall erklingt dann die Hymne de Demokratie. Die Meinung der Belegschaft sei gefragt. Manchmal werden Mitarbeiter sogar zu "Mitunternehmern" hochgejubelt (wobei man vorsichtshalber dann doch davon absieht, sie angemessen an den Unternehmensgewinn zu beteiligen!)

Doch unter dem demokratischen Deckmantel verbergen sich oft die Ellbogen autoritärer Führung. Zwar dürfen die Mitarbeiter den Speiseplan in der Kantine und den Bildschirmschoner ihres Computer bestimmen - aber keiner fragt sie, wenn wesentliche Entscheidungen anstehen, etwa ein Umzug, eine Fusion, eine Änderung der Geschäftsstrategie. Jeder Journalist auf der Pressekonferenz erfährt mehr über die Geschäftszahlen und die Zukunftspläne des Unternehmens.

Etliche Firmen - auch solche, die sich "modern" nennen - führen noch wie zu Kaiser Wilhelms Zeiten: nach dem Prinzip von Befehl und Gehorsam. Wie demokratisch oder autoritär ein Unternehmen ist, können Sie meist an den gehobenen Führungskräften erkennen: Wie transparent gehen se mit Geschäftszahlen, wie menschlich mit Untergebenen, wie fair miteinander um? Demokratischer Führungsstil pflanzt sich nach unten fort - autoritärer leider auch!

7. Manager haben einen sichern Job

Was haben Militärpiloten und Topmanager gemeinsam? Den Schleudersitz! CEO´s sind nicht nur Meister im Entlassen sondern auch im Entlassenwerden! Im Jahr 2006 räumte weltweit fast jeder siebte CEO seinen Sessel, in Europa sogar jeder sechste - eine Hälfte "unfreiwillig", die anderen im gegenseitigen Einvernehmen (also noch unfreiwillig, siehe Einvernehmen). Die Quote der Abgänge ist seit 1995 um siebzig Prozent gestiegen - offenbar nimmt der Druck zu, die Chef-Piloten geraten immer öfter in Turbulenzen.

Woran scheitern die Top-Manager? Jeder Dritte an dem, was er lauthals von seinen Mitarbeitern verlangt hat: an (seiner) Leistung. Andere kommen bei Fusionen unter die Räder, wieder andere laufen ins Messer einer Intrige. Und sicher gibt es auch einige, die nichts gegen ihren Abgang haben: Denn während die Militärpiloten hart aufschlagen, fallen etliche Manager in ein weiches Abfindungs-Netz, das sie ein Leben lang trägt. Nun können sie sich mit interessanten Problemen beschäftigen. Etwa ihrem Handicap beim Golfen.

Mehr zum Thema

Zur Startseite