Scheitern von IT-Projekten

Die häufigsten Ausreden von IT-Mitarbeitern

Thomas Pelkmann ist freier Journalist in Köln.

Ausreden 6 bis 10

Ausrede 6: Ich wollte die Änderungen einpflegen – aber das System war nicht verfügbar.
Ihre Antwort: Perfekt. Genau diese Situation stellt eine Kernstärke moderner IT-Systeme heraus: Sie sind offline, pflegen Daten ins System und sobald Sie online sind, aktualisieren Sie die Daten.

Ausrede 7: Ich bin meistens offline – da macht das Online-System wenig Sinn.
Ihre Antwort: Das ist einfach zu bewältigen. Sie haben die Möglichkeit, den gesamten Kundenordner offline mitzunehmen, zu bearbeiten und dann wieder online zu stellen. Die Hochverfügbarkeit der Systeme macht‘s möglich und alle Daten sind Up-to-date! Ihre Kollegen werden dankbar sein.

Ausrede 8: Das System ist viel zu langsam. Dazu habe ich weder die Zeit noch die Nerven.
Ihre Antwort: Probieren Sie doch mal das Offline-Arbeiten aus und spielen Sie Ihre Daten erst fertig ins System. Wenn es dann immer noch zu langsam ist: Das lässt sich oft ändern, indem Sie nicht den gesamten Ballast des Backend-Systems mitschleppen (SAP etc.), sondern nur kundenrelevante Daten.

Ausrede 9: Ich habe auf meinem Rechner ganz andere Informationen, als das System liefert.
Ihre Antwort: Prima! Intelligente IT-Systeme bieten heute umfangreiche Import- und Konvertierungsmöglichkeiten an, die tadellos funktionieren. Was dagegen nur auf dem persönlichen Rechner gespeichert ist, existiert nur dort. Das kann böse ins Auge gehen, im Ad-hoc-Meeting und ganz existenziell bei Datenverlust oder Diebstahl. Nutzen Sie also die Synchronisationsmöglichkeiten zwischen Ihrem persönlichen Rechner und dem Firmen-Netzwerk.

Ausrede 10: Meine Daten wurden überschrieben!
Ihre Antwort: Völlig klar, Datensätze wie Kontakte im Kalender sind höchst sensibel. Daher gibt es heute intelligente Record-Locking-Mechanismen, die den Abgleich der Datensätze auf sehr zuverlässige Weise meistern. Das ist viel sicherer als händisches Kopieren. Darauf können Sie sich verlassen.

Widerstand zwecklos?

Sie sehen: Die Ausreden der Systemverweigerer sind vielfältig. "Ein Anreizsystem, aber vor allem lückenlose Aufklärung über Funktionen und Ziele, hilft hier und gibt den Verantwortlichen Möglichkeiten zur Hand, Ausreden klar und belegbar zu erkennen und dann Ziel führend zu entkräften", rät Adobe in seinem Thesenpapier. Vorbehalte und Ängste von Mitarbeitern beruhten oft nur auf Unwissenheit, sollten aber dennoch unbedingt ernst genommen werden.

Nach dem Prinzip "Cui bono – wem nutzt es?" sollte der Dialog neu aufgenommen werden. Denn nur wer versteht, dass das System ihm wesentlich mehr nutzt als neue Arbeit aufbürdet, wird vom Verweigerer zum echten Fan.

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