AMD, Intel & Co.

Die Technik-Trends 2020 bei Prozessoren & Grafikchips

23.01.2020
Von , Verena Ottmann und Thomas Walke-Chomjakov
Arne Arnold arbeitet seit über 15 Jahren bei der PC-WELT als Redakteur in den Bereichen Software und Internet. Sein Schwerpunkt liegt auf dem Thema Sicherheit für Endanwender bei PC und Mobil-Geräten.
Bis vor Kurzem noch Außenseiter bei CPUs und GPUs hat AMD inzwischen eine Führungsrolle. Vor allem bei Desktop-Prozessoren sind die Ryzen-CPUs besser als die Core-Prozessoren von Intel. Deshalb will Intel 2020 mit einer neuen GPU auch bei den Grafikchips mitmischen.

Der Kampf der Kerne: AMD hat Ende November 2019 die ersten Modelle der neuen Threadripper-Generation, Ryzen Threadripper 3970X und 3960X, vorgestellt. Sie haben 32 beziehungsweise 24 Kerne und verarbeiten doppelt so viele Threads. Jetzt legt der Ryzen Threadripper 3990X noch einen drauf und bringt 64 Kerne und 128 Threads. Diese CPUs für High-End-PCs sind die höchste Ausbaustufe der Zen-2-Mikroarchitektur, die AMD 2019 mit der Serie Ryzen 3000 einen großen Verkaufserfolg bescherte.

Daran will die Firma auch dieses Jahr anschließen und startet mit den Notebook- CPUs Ryzen 4000U/H (Codename Renoir). Trotz der Modellnummer basieren sie aber wie der Ryzen 3000 noch auf Zen 2, bringen aber eine verbesserte integrierte Vega-12-Grafik mit.

Eine rundum neue Prozessorgeneration dürfen Sie Mitte des Jahres erwarten: Dann geht die Desktop-Variante des Ryzen 4000 (Codename Vermeer) an den Start, die die neue Mikroarchitektur Zen 3 nutzt. Dank der Fertigung in einem verbesserten 7-Nanometer-Verfahren mit EUV (Extreme Ultraviolet Lithography) lassen sich mehr Transistoren auf der gleichen Chipfläche unterbringen sowie schnellere Taktfrequenzen erzielen. Als sicher gilt, dass auch die neuen Ryzen-CPUs für den Desktop den bekannten AM4-Steckplatz nutzen. Die Kernanzahl wird je nach Modell zwischen 6 und 16 liegen. Eine neue CPU-Fassung wird erst 2021 für Zen 4 nötig, weil Prozessoren mit dieser Architektur DDR5-Speicher und PCI-Express 5.0 nutzen. Mit Zen 3 kommen von AMD dieses Jahr noch Server-CPUs (Codename Milan) und gegen Ende des Jahres die neue Threadripper-Generation.

Zum Jahresstart kommt die dritte Generation von AMDs High-End-Prozessor Threadripper auf den Markt. Die vierte Generation soll Ende 2020 folgen.
Zum Jahresstart kommt die dritte Generation von AMDs High-End-Prozessor Threadripper auf den Markt. Die vierte Generation soll Ende 2020 folgen.
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Gegen Threadripper stellt Intel die Serie Core i9-X (Cascade Lake), deren Topmodell 10980XE 18 Kerne hat und 36 Threads bewältigt. Für Standard-PCs kommt die CPU-Familie mit dem Codenamen Comet Lake-S, deren Topmodelle bis zu zehn Kerne plus Hyperthreading bieten. Im Gegensatz zu AMD nutzt Intel noch einen 14-Nanometer-Fertigungsprozess. Der Umstieg auf die verbesserte Produktion im 10-Nanometer-Verfahren hatte Intel große Probleme bereitet – erst jetzt sind entsprechende Notebook-Prozessoren der zehnten Core-Generation in größeren Mengen erhältlich. Trotzdem sollen auch Desktop-Prozessoren in 10-Nanometer-Fertigung unter dem Codenamen Tiger Lake auf den Markt kommen. Notebook-CPUs aus dieser Familie sind dann für den Herbst 2020 vorgesehen – sie könnten mit sparsameren LPDDR5- Speicher zusammenarbeiten. Vor allem aber werden sie eine Grafikeinheit enthalten, die auf Intels XE-GPU basiert.

Mit diesem Grafikchip will Intel Nvidia und AMD Konkurrenz machen in allen Bereichen, in denen 3D-Leistung entscheidend ist – vom Gaming-PC bis hin zu Rechnern für Forschung und Wissenschaft. Sicher ist, dass XE-Grafikkarten bis Mitte 2020 auf den Markt kommen werden: Ob Intel zunächst Profi-Anwender oder Spieler bedient, ist bisher nicht bekannt.

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Die schnellsten Grafikchips:Nvidia sitzt derzeit unangefochten auf dem GPU-Thron. Damit sich das 2020 nicht ändert, bringt das Unternehmen Mitte des Jahres die neue Generation RTX 3000auf den Markt. Die Chip-Familie (Codename Ampere) wird im 7-Nanometer-Verfahren produziert: Mit mehr Transistoren pro Chipfläche und höheren Taktraten sollen die GPUs selbst aufwendigere Raytracing-Grafikeffekte schnell genug für flüssige Bildraten verarbeiten.

AMD greift ab Mitte 2020 im High End an: Dann kommt die zweite Generation der GPU-Architektur Navi, die als RX6000 verkauft wird. Die Grafikchips entstehen wie die dann erwartete CPU-Serie Ryzen 4000 in 7-Nanometer-Fertigung. Eine echte Konkurrenz zu Nvidias RTX-Modellen kann RX 6000 aber nur werden, wenn die GPUs ebenfalls das Raytracing-Verfahren unterstützen – das ist aber noch nicht bestätigt.

Im Konsolenmarkt ist AMD konkurrenzlos: Auch die Playstation 5 und die Xbox Scarlett, die Ende 2020 erscheinen werden, setzen auf AMD-CPU und -GPU. Sie ermöglichen UHD-Spiele mit 120 Bildern pro Sekunde.

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