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Die Zukunft der Targa GmbH

22.04.2004
Ende 2003 verkaufte der Otto-Konzern das Targa-Eigenmarkengeschäft der Actebis-Gruppe an Michael Urban. Über die Ziele für das laufende Geschäftsjahr sprach der neue Eigentümer mit ComputerPartner. Von ComputerPartner-Redakteurin Cornelia Hefer

Am 4. Dezember 2003 kaufte Ex-Actebis-Chef Michael Urban dem Otto-Konzern das Eigenmarkengeschäft des Distributors ab: Unter dem Label "Targa" vermarkteten die Soester bis dato Monitore, Digitalkameras, Notebooks und Desktops über den Food-Discounter Lidl.

"Anfangs standen die Kunden aufgrund der offenen Situation bei Actebis erstmal zwei bis drei Monate auf der Bremse", räumt Michael Urban, heute alleiniger Eigentümer der Targa GmbH, gegenüber ComputerPartner ein.

Finanzierung ist keine leichte Sache

Otto befand sich im vierten Quartal gerade in Übernahmeverhandlungen mit Westcoast-Chef Joe Hemani. Die Zukunft des Eigenmarkengeschäfts war ungewiss. "Sicher hatten wir im Dezember und Januar weniger Aufträge. Trotzdem liegen wir noch im Plan, aber unter dem ehemaligen Forecast", sagt Urban. Dennoch arbeite die Targa GmbH profitabel, wie der neue Eigentümer ausdrücklich betont.

Auch die Finanzierung sei laut Urban "geklärt". Keine leichte Sache, wenn das finanzielle Rückgrat - sprich: Otto - nicht mehr da ist. "Seit dem 4. Dezember haben wir Gespräche mit den Kreditversichern geführt. Heute arbeiten wir mit Lieferanten und Kreditversicherern nach wie vor mit Open Accounts, was in unserer Branche selten ist", erklärt Urban stolz.

Sieht man sich die Negativbeispiele aus der Lieferantenszene der Food-Discounter wie 4MBO oder früher Natcomp an, war das sicher kein leichter Job. "Wir werden als seriöses Unternehmen gesehen. Die Banken verstehen unser Geschäftsmodell und wissen, dass wir unseren Absatz nicht um jeden Preis steigern müssen und wollen", meint der Manager.

Der Unterschied zwischen Targa und unzähligen B-Brands, die sich ebenfalls in diesem Vertriebskanal versuchten und mittlerweile pleite sind, seien zwei Faktoren. Erstens das Geschäftsmodell: Targa beginne erst mit der Einkaufsplanung, wenn der Auftrag des Kunden steht. Zweitens ein seriöser Abnehmer - Lidl -, mit dem man eine langjährige und partnerschaftliche Geschäftsbeziehung pflege, erklärt Urban. Und er ergänzt: "Ähnlich wie auch Medion und Aldi seit Jahren zusammenarbeiten."

Umsatzziel ist abhängig vom vierten Quartal

Mittlerweile habe Urban für Targa neue Kunden gewinnen können, und man sei mit den Produkten in 15 europäischen Ländern vertreten. Mit welchen neuen Kunden der Targa-Chef zusammenarbeitet, verrät er nicht. Auch hier lässt das Vorbild Medion grüßen. "Bei der Wahl neuer Kunden ist für uns die Outlet-Anzahl der Partner von entscheidender Bedeutung", so Urban.

Beim Produktangebot und der geplanten Ausweitung des Portfolios gibt sich der Targa-Chef dagegen offener: Zur bestehenden Produktpalette werden sich - vermutlich im vierten Quartal 2004 - MP3-Player, LCD-TVs und DVD-Rekorder gesellen. "Wir brauchen zirka ein Jahr, um eine neue Produktlinie aufzubauen. Denn die Geräte sollen zwar für die Konsumenten in Preis und Leistung attraktiv sein, müssen aber gleichzeitig für uns kalkulierbar bleiben, und die Qualität muss stimmen", erklärt der Targa-Eigentümer.

Seine Ziele für das laufende Geschäftsjahr sind klar definiert: profitabel und damit stabil für die Kunden bleiben und den Ausbau der Produktpalette vorantreiben. Als Umsatzziel 2004 gibt Urban rund 300 Millionen Euro an. "Diese Vorgabe ist allerdings abhängig vom Verlauf des vierten Quartals", schränkt der Manager ein. Sein Traumziel wären "Umsatzrenditen wie bei Medion, aber so weit sind wir noch nicht". Und eins ist für Urban - hier spricht der Ex-Actebis-Chef - auch klar: "Wir werden bei der Targa GmbH keine Wasserköpfe aufbauen."

Meinung der Redakteurin

Finanzierung, strategische Ausrichtung und die Ziele für 2004 stehen für die neue Targa GmbH fest. Pate ist dabei das Erfolgsmodell Medion. Mit Lidl als größtem Kunden und Abnehmer ist das Unternehmen, solange die Partnerschaft besteht, auf der sicheren Seite.

Facts & Figures

Targa GmbH

Michael Urban hat die ursprüngliche Actebis-Tochter AID (Actebis International Distribution) GmbH in Targa GmbH umbenannt. Targa gehört der Accolo AG mit Sitz in Genf. Die Aktiengesellschaft ist eine Beteiligungsgesellschaft, an der Urban 100 Prozent der Aktien hält. Die Targa GmbH in Soest beschäftigt heute 110 Mitarbeiter. Geschäftsführer und damit verantwortlich für das Tagesgeschäft ist nach wie vor Matthias Klauke. Urbans Schwerpunkte sind Einkauf und Neukunden-Akquise.