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Change-Management

Die Zukunft gemeinsam planen

Dr. Albrecht Müllerschön, geb. 1957, ist Inhaber der Müllerschön Managementberatung, in Starzeln (Baden-Württemberg). Der Wirtschaftspsychologe ist Autor mehrerer Personal-Fachbücher und war Lehrcoach an der Uni Tübingen.
Die meisten Veränderungen in der Wirtschaft und in den Unternehmen verlaufen schleichend. Man nimmt man sie im Alltag nicht wahr. Deshalb lohnt es sich beim strategischen Planen meist, sich zunächst zu fragen: „Was hat sich in letzten 10, 20 Jahren verändert?“ Aus den Entwicklungslinien in der Vergangenheit können dann Schlüsse für die Zukunft gezogen werden.

Unternehmerisch handeln bedeutet, die Zukunft gedanklich vorwegzunehmen und die Weichen rechtzeitig in Richtung Zukunft zu stellen. Das ist die Aufgabe aller Top-Entscheider in den Unternehmen.

Beim strategischen Planen lohnt es sich zunächst zu fragen: „Was hat sich in letzten 10, 20 Jahren verändert?“
Beim strategischen Planen lohnt es sich zunächst zu fragen: „Was hat sich in letzten 10, 20 Jahren verändert?“
Foto: Monkey Business Images - shutterstock.com

Das ist oft nicht einfach, denn die Zukunft ist noch nicht Gegenwart. Deshalb fließen in alle strategischen Planungen viele Annahmen ein - zum Beispiel darüber:

  1. Wie entwickelt sich der (Arbeits-)Markt?

  2. Welche Problemlösungen sind künftig (technisch) möglich? Und:

  3. Welche Kompetenzen brauchen unsere Mitarbeiter morgen?

Erleichtert wird das strategische Planen jedoch dadurch, dass die meisten Veränderungen nicht "disruptiv" verlaufen (um ein aktuelles Modewort zu gebrauchen), sondern schleichend. Deshalb nimmt man sie im Arbeitsalltag oft nicht bewusst wahr. Darum sollten die Entscheider in den Unternehmen, wenn sich bei ihnen das Gefühl verdichtet "Bei uns muss sich etwas verändern", in einem Workshop zunächst zum Beispiel gemeinsam fragen: "Wie 'tickte' unser Unternehmen, sein Markt, seine Belegschaft usw. vor 10 oder 20 Jahren?" Aus den Ergebnissen können sie dann ableiten "Was hat sich seitdem verändert?". Also: "Was kennzeichnet die Situation heute?"

Anhand der Veränderungen in den zurückliegenden Jahren können die Workshop-Teilnehmer sich dann fragen "Welche Entwicklungslinien sind hierin erkennbar?", um sich danach im nächsten Schritt beispielsweise mit der Frage zu befassen: "Wie sieht aufgrund dieser Entwicklungslinien unser Unternehmen, die Zusammenarbeit in ihm, seine Mitarbeiterstruktur usw. voraussichtlich in fünf oder zehn Jahren aus?"

Das Ergebnis kann eine Übersicht wie folgende sein, die bei einem Workshop mit den Personalverantwortlichen in einem Unternehmen entstand:

Was hat sich in den vergangenen 20 Jahren verändert?

Unternehmensstruktur

1997: Es gibt noch die Unternehmensfamilie: die "Siemens-ianer", "die Opel-aner".

2017: (Groß-)Unternehmen haben weitgehend eine Holding-Struktur mit einer Mutter- und vielen Tochtergesellschaften; die Frage "Was verbindet uns noch?" gewinnt an Bedeutung.

Zukunft: Unternehmen sind zunehmend lose Beziehungsnetzwerke; die Zusammenarbeit "Unternehmen-Mitarbeiter" ist meist eine Kooperation auf Zeit.

Arbeitsform

1997: Die Mitarbeiter arbeiten für Abteilungen, Bereiche, (fast) jeder hat noch seine klar umrissenen und abgegrenzten Aufgaben.

2017: bereichsübergreifende Team- und Projektarbeit dominiert.

Zukunft: Die Kernleistungen der Unternehmen werden zunehmend in unternehmensübergreifenden Netzwerken und mit Hilfe vieler externer Dienstleister sowie Mitarbeiter auf Zeit erbracht.

Informationstechnologie

1997: Wird zum Optimieren, Neustrukturieren lokaler Arbeitsprozesse genutzt

2017: Ist der zentrale Treiber der Veränderung; durchzieht die Unternehmen, wie das Nervensystem den menschlichen Körper, die meisten Prozesse in den Unternehmen laufen computergestützt ab.

Zukunft: Unternehmen sind in digitale Netzwerke eingewoben; die meisten operativen Prozesse laufen vollautomatisiert, netzgestützt ab.

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