Kommentar

Digital unterschreiben? Ja! Aber wie?

17.09.2012
Von Arne Brandes
Mit dem Blackberry verlagerte sich die E-Mail-Kommunikation erstmals im großen Stil in die mobile Welt. Inzwischen gibt es zahllose Business-Apps für iPhone/iPad und Android-Tablets, mit denen man alle möglichen Geschäftsvorgänge von seinem mobilen Gerät aus starten kann. Wie man diese Geschäftsprozesse mit einer digitalen Signatur auch rechtsverbindlich absegnen kann, das berichtet Arne Brandes, Geschäftsführer der signotec GmbH.

Mit dem Blackberry verlagerte sich die E-Mail-Kommunikation erstmals im großen Stil in die mobile Welt. Inzwischen gibt es zahllose Business-Apps für iPhone/iPad und Android-Tablets, mit denen man alle möglichen Geschäftsvorgänge von seinem mobilen Gerät aus starten kann. Wie man diese Geschäftsprozesse mit einer digitalen Signatur auch rechtsverbindlich absegnen kann, das berichtet Arne Brandes, Geschäftsführer der signotec GmbH

Arne Brandes, Geschäftsführer der signotec GmbH
Arne Brandes, Geschäftsführer der signotec GmbH
Foto: signotec

Auch das digitale Signieren von unterwegs ist heute möglich. Was heißt dies nun für die Hersteller professioneller Signatur-Pads? Braucht der Anwender diese noch, wenn er doch nun sein iPhone oder iPad zum Unterschreiben von PDF-Dokumenten benutzen kann? Dem Trend zum mobilen Arbeiten kann sich niemand in der IT-Branche entziehen und die Vielzahl der iPad-User wollen gerne auch auf ihrem mobilen Gerät signieren. Deshalb haben die Anbieter spezialisierter Hard- und Software für die handschriftliche digitale Unterschrift - dazu gehört auch signotec - inzwischen entsprechende Anwendungen für die Nutzung ihrer Systeme auf dem Tablet entwickelt. Das können Apps sein, die sich online, also mit Verbindung zu einem Signatur-Server, oder auch komplett ohne Netzzugang nutzen lassen. Signotec bietet zudem eine rein serverbasierte Variante, bei der keine lokale Installation auf dem Endgerät nötig ist.

Wann per Tablet unterschrieben wird, sollte sich nach der Bedeutung des jeweiligen Geschäftsvorfalles richten. Originäre Unterschriften-Pads sind iPad & Co noch immer überlegen, denn charakteristische Informationen der Unterschrift wie Schreibgeschwindigkeit und Aufdruckstärke lassen sich so, dass die Unterschrift 100prozentig beweissicher und rechtskonform ist, nur auf Erstgenannten erfassen. Dies zeigt schon der Vergleich der Sample-Rate, die beim iPad etwa nur 60 HZ beträgt im Vergleich zu einem Pen-Pad mit rd. 500 Hz.

Ein typisches Signatur-Pad
Ein typisches Signatur-Pad
Foto: signotec

Die Qualität der Unterschrift auf diesen Geräten entspricht daher nicht annähernd derjenigen auf einem originären Unterschriftenpad. Auch ein Schriftsachverständigen-Gutachten, über welches signotec für seine eigenen Pads verfügt, gibt es für die Tablets noch nicht. Im Gegenteil: Sachverständige raten, wenn es um die Beweiskraft geht, von der iPad-Variante eher ab. Außerdem: Office-Dokumente auf dem iPad verfügbar zu machen und daraus dann PDFs zu erzeugen, die man signieren kann - das klingt in der Theorie gut, ist aber in der Praxis noch nicht flächendeckend der Fall.

Mehr erwarten darf man von den Entwicklungen bei Microsoft. Auf dem angekündigten Surface dürfte sich eine App fürs handschriftliche digitale Signieren schnell etablieren bzw. die vorhandenen Anwendungen für Windows einfach installieren lassen. Denn dort findet der Business-Nutzer seine gewohnte Arbeitsoberfläche mit Office-Integration, Mehrnutzerfähigkeit, USB-Anschlüssen etc.

Unabhängig vom Endgerät gilt derzeit dennoch: Einfache Vorgänge wie z.B. Urlaubsanträge können gerne über das Tablet erledigt werden, wenn man die damit verbundenen Nachteile in Kauf nimmt. Für kritische Geschäftsvorgänge wie Beratungsprotokolle oder Serviceberichte ist wohl eher das klassische Pen-Pad vorzuziehen. (rw)