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13. Systemhauskongress "CHANCEN"

Digitale Transformation im Praxis-Check

Ronald Wiltscheck widmet sich bei ChannelPartner schwerpunktmäßig den Themen Software, Security und IoT. Außerdem ist er im Event-Geschäft tätig.
Bereits zum 13. Mal hintereinander fand der Systemhauskongress "CHANCEN" in Düsseldorf statt. Und die Chancen für Systemhäuser sind größer denn je: Fast allen Kunden stehen die Herausforderungen der Digitalen Transformation noch bevor. Und neue Technologien wie Blockchain oder Machine Learning suchen noch ihre Anwendungsfälle. Die über 200 Teilnehmer am CHANCEN-Kongress erfuhren viel Konkretes dazu und konnten ausgiebig untereinander ihre Erfahrungen austauschen.

Das Mooresche Gesetz gilt auch für die Systemhausbranche: Auch hier dreht sich die Welt immer schneller. Was gestern noch en vogue war (Cloud, Managed Services und Big Data), wird heute schon durch neue Technologien (Blockchain, Machine Learning und Augmented Reality) ersetzt. Gut dass es mit den Systemhausstudien von COMPUTERWOCHE (zum zehnten Mal) und ChannelPartner (zum 19ten Mal) eine feste und verlässliche Konstante für die Systemhäuser gibt.

Natürlich haben wir auf dem 13. CHANCEN-Kongress die wichtigsten Ergebnisse beider Befragungen vorgestellt, doch viel entscheidender auf diesem Event ist die zwei Tage andauernde Möglichkeit der Vernetzung und des Erfahrungsaustauschs, von der die teilnehmenden Systemhaus-Mitarbeiter rege Gebrauch machten.

Schon die Eröffnungs-Keynote von Peter Holzer ("Der unbequeme Dienstleister") regte zu zahlreichen Gesprächen an, und es ging weiter Schlag auf Schlag, bis bei dem krönenden Finale der Zukunftsforscher Sven Gabor Janszky den Systemhausvertretern ganze neue Wege in die Arbeitswelt 2027 aufzeigte.

Elefantenrunde mit Axians, Bechtle, Cancom und Profi

Auf reges Interesse des Publikums stieß ebenfalls die "Elefantenrunde" mit den Systemhaus-Chefs von Axians (Diana Coso), Bechtle (Michael Guschlbauer), Cancom (Oliver Schallhorn), Medialine Eurotrade (Martin Hörhammer) und von der Profi AG (Manfred Lackner). Ebenfalls an dem Gespräch beteiligt war Judith Hoffmann von Samsung, dem Sponsor der Systemhausstudie 2017.

Als Quintessenz aus der Diskussionsrunde ging hervor, dass nicht alle Systemhäuser den Weg zum Prozessberater bis ans Ende gehen werden. Sie kooperieren bei der Prozessberatung mit Spezialisten wie Accenture oder PWC. Dafür sind Systemhäuser Experten, wenn es um Themen wie Augmented Reality oder IoT geht, und in diesen technologischen Angelegenheiten können sie ihren Kunden wertvolle Hilfestellung bei der Digitalisierung leisten. Um dabei erfolgreich zu agieren, bauen alle Systemhäuser ihre Geschäftsmodelle gerade komplett um - jedes auf seine Art und Weise.

So haben die Vertriebler der Systemhäuser bei ihren Kunden zum Teil mit ganz anderen Ansprechpartnern zu tun - etwa mit Marketingleitern oder HR-Verantwortlichen. Da ändert sich die Vorgehensweise radikal, meint etwa Diana Coso (Axians): "Anstelle wie früher mit jedem Thema zum CIO zu rennen, suchen wir die Ansprechpartner in den Fachabteilungen."

Michael Guschlbauer (Bechtle) glaubt hingegen nicht, dass die Schatten-IT sich durchsetzen wird: "Wir werden auf den Ursprung unseres Geschäftes zurückgeführt: Es wird zwar beratungsintensiver, aber wir müssen schon mit dem CIO und nicht gegen ihn arbeiten."

Aus dem Scheitern lernen

Einen emotionalen Vortrag über das Scheitern hielt Thorsten Podzimek vom Systemhaus SAC. Der Geschäftsführer berichtete über ein Projekt, das zu Beginn sehr erfolgversprechend und lukrativ erschien, aber am Ende fast sein Unternehmen ruinierte. Dass die Rettung gelang, war vielen Faktoren zu verdanken.

Ein Projekt, das gerade erst begonnen wurde, beschrieb André Schiller vom Systemhaus coretress. Es geht dabei Erweiterung der Cloud-Infrastruktur für ein Multishop-System. Das Gesamtpaket dabei besteht aus der eCommerce-Software xtCommerce 5, dem ERP-System SAP Business One mit der SAP HANA-Datenbank, einer neuen Shop-API sowie aus runderneuerten Front- und Backend (ChannelPartner berichtete.)

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Das Thema Software Asset Management (on premise und in der Cloud) kam auf dem CHANCEN-Kongress ebenfalls nicht zu kurz. Markus Schaumberger vom Systemhaus msg services schilderte aus eigenen Erfahrungen, wie die Migration der Lizenzen aus einer on premise-Umgebung auf eine Managed-Service-Plattform gelingt.

Passend dazu stellte Hannes Steinborn von Telekom Deutschland das eigene Cloud-Angebot vor. Seiner Meinung nach ist der Rechenzentrumsbetrieb für Systemhäuser immer seltener ein Differenzierungsfaktor zum Wettbewerb. Dem stimmten auch viele an diesem Workshop teilnehmenden Systemhaus-Vertreter zu. Anschließend entwickelte sich eine rege Diskussion. Es ging um Value-Added-Services der Systemhäuser und um ihre bisherigen Erfahrungen mit IaaS Providern. Geschäftsmodelle wurden dabei genau beleuchtet und konkrete IaaS-Einsatzszenarien präsentiert.

Ob Start-ups oder Mittelständler, sie alle brauchen Systemhäuser

"Mit Start-up-Kunden lässt sich gutes Business generieren", meinte Daniel Hodel von Starface in seinem Vortrag. Das Portfolio reicht dabei von Office 365, über CRM-Systeme und Buchhaltung aus der Cloud bis hin zu komplett digitalisierter Kommunikation. Und kommen dabei Managed Services zum Einsatz, wächst der Profit mit jedem weiteren ITK-Anwender beim Kunden fast linear.

Doch dahin ist noch ein weiter Weg, zuerst müssen die Systemhäuser selbst "digitalisiert" werden. In welcher Phase der Digitalen Transformation sich Systemhäuser derzeit befinden und was noch zu tun ist, das skizzierte Sven Wulf von Schneider & Wulf in seinem Vortrag. Seine Kunden sind nämlich nicht die Start-up sondern die klassischen deutschen Mittelständler. Und die sind noch oft weit davon entfernt, digitale Unternehmen zu werden, das sagte Christian Wulf auch schon in einem anderen Zusammenhang.

Das sind die deutschen Systemhäuser schon viel weiter. Davon zeigte deren großes Interesse am Thema "Blockchain". Dieser Workshop des Blockchain-Experten von MailbornWolff, Dirk Röder, war am zweiten Tag des "CHANCEN"-Kongress bis auf den letzten Platz besetzt. Und die Teilnehmer haben Ihr Kommen nicht bereut. Röder lieferte exzellenten Einblick in die Blockchain-Technologie und in deren wichtigste Anwendung, das Bitcoin-Ökosystem. Dabei ging der Blockchain-Evangelist auch detailliert auf den technischen Stand der Technik, wobei er die Vorkenntnisse der anwesenden Systemhäuser immer genau im Blick hatte, so dass sich kein Teilnehmern gelangweilt oder überfordert fühlte.

Am Praxisfall eines Immobilienkaufs zeigte Röder sehr anschaulich, wie die Blockchain-Technologie einst angesehen Berufe wie der des Notars bald obsolet machen könnte. Die die Mitarbeiter von MailbornWolff gehen dabei mit gutem Beispiel voran. Sie lassen sich Ihre Gehälter zum Teil auch in Bitcoins auszahlen.

Mitarbeiter akquirieren, fördern und ans Unternehmen binden

Besonders gut besucht waren auch die Workshops zu "weichen" Themen wie Mitarbeiter-Akquise und -Förderung. Denn der Fachkräftemangel hindert Systemhäuser nach wie vor, so zu wachsen, wie es der Markt erlauben würde. Umso wichtiger ist es also, neue qualifizierten Mitarbeiter zu finden und an sich zu binden. Wie das derzeit in der Praxis funktioniert, schilderten die Vertreter von IT-On-NET, Conet, PCO, FKS, Inforsacom Logicais, aConTech, IT-Haus und SVA.

Den krönenden Abschluss des 13. "CHANCEN"-Kongresses bildete die Keynote des Zukunftsforschers Sven Gabor Janszky. Mit zahlreichen Beispielen untermauerte er seine Thesen, wie wir in zehn Jahren arbeiten werden.

Zum Schluss danken wir all unseren Sponsoren (Auerswald, AVM, Brainware Group, Deutsche Telekom, Eaton, Equinix, Eset, FluidOps, I-doit, Lancom Systems, Netgo, Nfon, ProfitBricks, Samsung, Singhammer IT Consulting, Starface, StepAhead, Swyx, Uniface und Xerox) sowie den Kooperationspartnern (EuroCloud, IDC, iTeam, Networker NRW und Synaxon Akademie) für ihren unermüdlichen Einsatz vor, während und nach dem Event.