HR-Report 2019

Digitalisierung ist kein Jobkiller

Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting sowie Social Media im Berufsleben.
Der digitale Wandel wirkt sich über alle Fachbereiche positiv auf die Beschäftigung aus. Das ist ein Ergebnis des aktuellen HR-Reports des Personaldienstleisters Hays. Oben auf der Agenda stehen aber auch Fortbildung, Work-Life-Balance und Kreativität.

Die Befragten des diesjährigen HR-Reports rechnen mit mehr Chancen als Risiken (60 Punkte auf einer Skala von 0 bis 100), wenn es um Fragen der digitalen Transformation ihres Arbeitgebers geht. Vor allem in der IT wird der Studie zufolge die Zahl der Arbeitsplätze wachsen. 54 Prozent der Teilnehmer erwarten hier positive Beschäftigungseffekte. Auch im Vertrieb mit 50 Prozent sowie mit jeweils 43 Prozent in den Bereichen Marketing als auch Forschung und Entwicklung rechnen die Befragten mit deutlicheren Jobzuwächsen.

Trotz der Digitalisierung gehen Führungskräfte in der IT-Branche von einer deutlichen Zunahme an Arbeitsplätzen aus.
Trotz der Digitalisierung gehen Führungskräfte in der IT-Branche von einer deutlichen Zunahme an Arbeitsplätzen aus.
Foto: panuwat phimpha - shutterstock.com

Neue Berufsbilder entstehen nach Ansicht der Befragten vor allem in der Forschung und Entwicklung, in der IT sowie im Marketing. Für den HR-Report 2019 hat das Institut für Beschäftigung und Employability (IBE) aus Ludwigshafen, dem die Professorin Jutta Rump vorsteht, über 800 Führungskräfte im deutschsprachigen Raum befragt.

Weiterbildung, Teamwork und Work-Life-Balance

Um die Beschäftigungsfähigkeit von Mitarbeitern in Unternehmen zu sichern, gilt die lebenslange Fortbildung als das wichtigste Instrument (50 Prozent) gegen den Fachkräftemangel, lautet ein weiteres Ergebnis des Reports. Zudem ständen der Ausbau der Work-Life-Balance mit 44 Prozent sowie die Zusammenarbeit in gemischten Teams mit 39 Prozent ganz oben auf der Liste der geeigneten Maßnahmen. "Für die Beschäftigungsfähigkeit wächst die Bedeutung der Work-Life-Balance. Die Befragten sehen hier ihr eigenes Unternehmen stärker in der Verantwortung als sich selbst", kommentiert die Professorin das Ergebnis. "An der Umsetzung der Work-Life-Balance hakt es jedoch noch deutlich."

Fachwissen alleine genügt nicht

Für die Gestaltung des digitalen Wandel sind der Erhebung zufolge eher Generalisten (61 Prozent) als Themenexperten gefragt. Zudem setzten 57 Prozent der Unternehmen häufiger auf erfahrene Experten als auf Absolventen, für die sich 43 Prozent aussprechen. Überdies haben kreative Köpfe mit einer Nennung von 56 Prozent die Nase gegenüber umsetzungs- beziehungsweise prozessorientierten Mitarbeitern mit 44 Prozent Stimmenanteil vorn. "Vor allem auf Fachwissen zu setzen, genügt künftig nicht mehr. Stattdessen werden mentale Kompetenzen, wie der aktive Umgang mit Veränderungen, zu den zentralen Fähigkeiten", sagt Klaus Breitschopf, CEO der Hays AG. Interessant ist ein weiteres Ergebnis: Den direkten Vorgesetzten sieht man am liebsten als Coach, dann als Personalentwickler und schließlich als strategischen Partner der Geschäftsleitung. Dazu passt ganz gut die Frage nach der Unternehmenskultur: Hier erwarten die Befragten vom Management in erster Linie

• einen offenen Umgang mit kritischen Fragen,

• einen aktiven Umgang mit Veränderungen und

• eine stärkere Beteiligung der Mitarbeiter.

Der jährlich erscheinende HR-Report analysiert HR-Fragestellungen in Unternehmen. Er basiert auf einer Online-Befragung, an der für den aktuellen Report 868 Mitarbeiter aus Organisationen im deutschsprachigen Raum teilnahmen. Befragt wurden Geschäftsführer (17 Prozent), HR-Führungskräfte (22 Prozent), Fachbereichsleiter (40 Prozent) sowie Mitarbeiter ohne Personalverantwortung (21 Prozent). Das diesjährige Schwerpunktthema lautet: Beschäftigungseffekte der Digitalisierung.

Detaillierte Ergebnisse sind hier abrufbar.

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