Datensicherung leicht gemacht

Einfache Backup-Strategien für Ihre Kunden

16.09.2010
Von Hermann Apfelböck

So sichern Sie Benutzerdaten per Script

Robocopy vergleicht die beiden 400-GB-Archive in 90 Sekunden
Robocopy vergleicht die beiden 400-GB-Archive in 90 Sekunden

Um die Daten eines privaten Kunden oder eines kleinen Betriebs zuverlässig zu sichern, brauchen Sie keinen Lehrgang über Backup-Strategien und nicht mal eine spezielle Software. Die Datensicherung soll einfach, transparent und preisgünstig sein. Dafür reichen zwei Backup-Datenträger wie USB- oder NAS-Platte oder die Kombination aus beiden und simple Windows-Scripte.

Am einfachsten ist die Aktion, wenn alle Dateien in einem einzigen Ordner oder auf einer Partition liegen und ohne Ausnahme gesichert werden sollen. Hier genügt im Idealfall ein einziges Kommando, um alles auf den Backup-Datenträger zu kopieren oder eine vorhandene Sicherung zu aktualisieren:
robocopy c:\daten x:\daten /e
In diesem Beispiel ist c:\daten die Original-Datensammlung. Das Backup soll im gleichnamigen Ordner auf Laufwerk X landen. Gibt es bereits eine Sicherung unter x:\daten, dann kopiert Robocopy nur die neuen und geänderten Dateien.

Geben Sie den Befehl am besten in der Kommandozeile ein, die bei Windows Eingabeaufforderung heißt. Er funktioniert aber auch im "Ausführen"-Fenster, das Sie mit der Windows-Taste und Taste R starten.

Das Programm Robocopy gehört bei Windows 7 und Vista zum Standardumfang. Bei Windows XP können Sie alternativ diesen Befehl verwenden:
xcopy c:\daten x:\daten /k/r/e/i/s/c/h/y/d
Da Robocopy aber deutlich leistungsfähiger ist als Xcopy, sollten Windows-XP-Benutzer sich das Programm besorgen. Es ist Bestandteil der kostenlosen Windows Server 2003 Resource Kit Tools, erhältlich über diese Internetadresse.

Mit Robocopy können Sie dafür sorgen, dass die Dateien auf den Backup-Datenträgern stets exakt mit dem Originalbestand übereinstimmen:
robocopy c:\daten x:\daten /mir
Dieser Befehl kopiert ebenfalls neue und geänderte Dateien ins Backup-Verzeichnis, entfernt dabei aber die überzähligen Dateien: Dateien, die Sie mittlerweile im PC gelöscht haben, verschwinden nach der Synchronisierung mit Robocopy auch aus dem Backup.

PC WELT empfiehlt, der Sicherung immer einen Probelauf mit dem zusätzlichen Schalter /L vorausgehen zu lassen. Dann zeigt Robocopy zunächst alle Aktionen nur an, ohne sie tatsächlich auszuführen.

Robocopy besitzt außerdem alle erdenklichen Optionen, mit denen Sie festlegen, was nicht mitgesichert werden soll. So können Sie mit /XF *.iso *.cab etwa alle Dateien mit den Datei-Endungen ISO und CAB ausschließen, mit /XD Temp* alle Ordner, deren Name mit "Temp" beginnt. Zu empfehlen ist ferner /R:1 /W:10 oder auch /R:0 /W:0. Mit den beiden Kombinationen minimieren Sie die Wiederholungsversuche (/R für Repeat) oder aber die Wartezeit (/W für Wait) bei Fehlern.

Wenn Sie mehrere Ordner berücksichtigen wollen, verwenden Sie einfach mehrere derartige Kommandozeilen. Dann lohnt es sich aber in jedem Fall, Kommando für Kommando zu testen und dann mit einem Textprogramm wie Notepad in eine Datei zu schreiben und zu speichern. Die Datei-Endung txt ändern Sie noch in bat oder cmd und haben damit ein so genanntes Batchscript: Nach einem Doppelklick auf das Dateisymbol arbeitet das Script alle enthaltenen Befehle automatisch ab.

Achten Sie bei USB- und verbundenen NAS-Laufwerken darauf, dass diese zuverlässig den Laufwerksbuchstaben erhalten, den Sie in den Kommandozeilen verwenden.