Spülen Sie mit Ihren Kunden

Europäer reinigen ihr Geschirr falsch

Armin Weiler kümmert sich um die rechercheintensiven Geschichten rund um den ITK-Channel und um die Themen der Distribution. Zudem ist er für den Bereich Peripherie zuständig. Zu seinen Spezialgebieten zählen daher Drucker, Displays und Eingabegeräte. Bei der inoffiziellen deutschen IT-Skimeisterschaft "CP Race" ist er für die Rennleitung verantwortlich.
Europäischen Kunden sind nicht nur zu dumm zum Einkaufen - sie spülen auch noch ihr Geschirr falsch. Das haben Forscher der Uni Bonn herausgefunden.
Wer eine derart leere Geschirrspülmaschine anwirft, verschwendet laut Forschern der Universität Bonn Geld.
Wer eine derart leere Geschirrspülmaschine anwirft, verschwendet laut Forschern der Universität Bonn Geld.

Europäer müssten nachsitzen, wenn es um den richtigen Gebrauch des Geschirrspülers geht. Denn die meisten Ihrer Kunden machen beim Abwasch gravierende Fehler. Das haben Forscher der Universität Bonn in einer Vergleichsstudie herausgefunden. Viele waschen Besteck und Teller unnötig mit der Hand vor, beladen das Gerät nicht vollständig oder verschwenden auch in der Handspüle unnötig viel Wasser.

"40 Prozent der Europäer haben einen Geschirrspüler", erklärt der Bonner Haushaltstechnik-Professor Rainer Stamminger. Für die Spülstudie, die von Küchengerät- und Spülmittelfirmen gefördert wurde, nahmen die Forscher 200 Haushalte in Deutschland, Italien, Schweden und Großbritannien unter die Lupe. Sie verwendeten dabei in der Küche installierte Webcams, Fotos der beladenen Spülmaschinenkörbe sowie Verbrauchsmessungen.

Fehler Nummer Eins: Das händische Vorspülen vor dem Einordnen in das Spülgerät. "Spülmaschinen sind heute deutlich effizienter als früher, und die modernen Spülmittel bringen das Geschirr dank Enzymen auch bei niedrigen Temperaturen sauber. Vorspülen ist daher trotz Essensresten nicht mehr nötig", so Stamminger. Herumgesprochen hat sich das scheinbar noch nicht, was der Experte den alten Gewohnheiten zuschreibt.

Kostspielig ist die Unsitte sowohl für die Umwelt als auch für die Geldbörse. In Italien braucht ein Haushalt durchschnittlich 5.600 Liter Wasser und 100 Kilowattstunden Energie allein für das Vorspülen, womit man 80 Mal in der Maschine spülen könnte. In Schweden sind es immerhin noch 3.100 Liter und 60 Kilowattstunden. "Man sollte einfach ausprobieren, wie das Spülergebnis ohne Vorwaschen ist", rät der Experte.

Fehler Nummer zwei: Die Körbe werden in der Regel nur zur Hälfte befüllt. Jeder zehnte Spülgang könnte durch volle Beladung eingespart werden. Die Deutschen sind im Vergleich zwar sparsamer, nutzen jedoch meist viel heißere Programmtemperaturen als für saubere Ergebnisse nötig wäre.

Schließlich spülen die Europäer zwischen 20 und 40 Prozent des Geschirrs "mal zwischendurch" mit der Hand unter fließendem Wasser. Auch das ist ungünstig, verbraucht die voll beladene Maschine doch im Schnitt um 50 Prozent weniger Wasser und um 28 Prozent weniger Energie. "Wer von Hand spült, sollte zuvor genügend Teile ansammeln damit sich ein volles Wasserbecken auszahlt", empfiehlt Stamminger. (pte/haf)

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