Rechte-Poker

Familienstreit bei Tallygenicom

26.03.2009
Wem gehören die Tallygenicom-Lizenzen, -Patente und der Brand? Darüber streitet sich nun die amerikanische Mutter mit der europäischen Tochter.
Tallygenicom-Chef Holger Benke will "Irritationen" vom Markt fern halten
Tallygenicom-Chef Holger Benke will "Irritationen" vom Markt fern halten

Wem gehören die Tallygenicom-Lizenzen, -Patente und der Brand? Darüber streitet sich nun die amerikanische Mutter mit der europäischen Tochter. Hintergrund ist die "geplante Insolvenz" der US-Muttergesellschaft, die seither unter Chapter 11 wirtschaftet (ChannelPartner berichtete). Damit wollte man es Mitbewerber Printronix ermöglichen, im Rahmen eines Asset Deals Teile von Tallygenicom zu übernehmen, jedoch nicht die ganze Firma. Die Tallygenicom Computerdrucker GmbH geriet wie auch einige weitere europäische Gesellschaften mit in den Strudel und musste ihrerseits Insolvenz anmelden. Die europäischen Tallygenicom-Gesellschaften sind unter einem Holding- Dach, der Tallygenicom AG mit Sitz in Ulm, zusammengefasst.

Nun ist ein Streit darüber entbrannt, ob die amerikanische Muttergesellschaft überhaupt Eigentümer der europäischen Rechte ist. In einem Schreiben an die Fachhändler, welches ChannelPartner vorliegt, schreibt Holger Benke, Geschäftsführer der Tallygenicom Computerdrucker GmbH, in Bezug auf den Asset Deal mit Printronix: "Zentraler Gegenstand dieses Vertrages ist die Übertragung von 'Intellectual Property Rights', die nach unserer Rechtsauffassung, wie sie auch von unseren Anwälten bestätigt wird, zum größten Teil weiterhin der Tallygenicom AG in Ulm gehören. Eine Übertragung an die amerikanische Muttergesellschaft erfolgte zu keinem Zeitpunkt. Soweit eventuell einzelne ausländische Rechte übertragen worden sein sollen, verstieß diese Übertragung gegen Vorschriften des Aktienrechts und war deshalb unwirksam".

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