Breitbandversorgung

Freie WLANs erobern Europa

Armin Weiler kümmert sich um die rechercheintensiven Geschichten rund um den ITK-Channel und um die Themen der Distribution. Zudem ist er für den Bereich PCs und Peripherie zuständig. Zu seinen Spezialgebieten zählen daher Notebooks, PCs, Smartphones, Drucker, Displays und Eingabegeräte. Bei der inoffiziellen deutschen IT-Skimeisterschaft "CP Race" ist er für die Rennleitung verantwortlich.

WLAN für die Alpen

"Neben unserem Bestreben, ein unabhängiges Bürgernetz zu schaffen, hatte das Netz von Anfang an immer auch einen experimentellen Charakter. Mittels der Technologie ist es theoretisch möglich, ein solarbetriebenes Funknetzwerk von Berggipfel zu Berggipfel aufzuspannen und so auch entlegene Gebiete zu erreichen, die bisher von Breitbandtechnologien abgeschnitten sind", erklärt Kaplan. Schon heute würden ländliche Gegenden, die von den ISPs vernachlässigt werden, von derartigen Projekten profitieren können. Aktuell entsteht etwa im Weinviertel, in Klosterneuburg sowie rund um Bad Ischl ein solches WLAN.

Ungeachtet der technischen Herausforderungen bestehe die Funkfeuer-Community aber keineswegs aus reinen IT-Profis und Computer-Nerds, so Kaplan. "Natürlich hilft es, wenn man sich technisch ein wenig auskennt. Durch die Community erhält aber jeder die notwendige Unterstützung, der sich am Projekt beteiligen möchte", erklärt Kaplan. "Von topgebildeten IT-Leuten bis zu Bauarbeitern sind schon jetzt fast alle Berufs- und Interessensgruppen bei uns vertreten".

Funknetz-Boom auch in Deutschland und Spanien

In Wien zählt das 2003 offiziell gestartete Projekt mittlerweile rund 500 WLAN-Knoten, womit praktisch die gesamte Stadt bis hin zu weit entfernten Orten wie Hainburg oder das Leitagebirge abgedeckt sind. Europäischer Spitzenreiter ist aktuell Barcelona, das bei seinem Funknetz bereits 9.200 Knoten und eine Flächenabdeckung von über 10.000 Quadratmetern aufweist. Aber auch Athen (5.000 Knoten) sowie mehrere deutsche Städte wie Berlin, Rostock, Weimar und Leipzig arbeiten seit Jahren am privaten Netzaufbau. In Deutschland bildet freifunk.net die übergeordnete Plattform. (pte/rw)

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