Gema: 300 Mark mehr für jeden PC

16.11.2000

Bei der ComputerPartner-Podiums-diskussion zu den Themen AfA (Abschreibung für Arbeitsgeräte), Gema und Arbeitskräftemangel schlugen die Wogen hoch: Zwar bewerteten beide Repräsentanten des IT-Handels, Frank Roebers, Vorstand PC-Spezialist, und Andreas Herch, Vertriebsleiter bei Sahl Computer, die Senkung der Abschreibungspflicht von Computern (von vier auf drei Jahre) positiv, beide kritisierten aber gleichermaßen heftig die geplanten Urheberrechtsabgaben für Rechner und PC-Peripherie.

So rechnet der Bitkom beispielsweise vor, dass Scanner durch diese Abgabe von 35 Mark pro Gerät bis zu 40 Prozent am Point-of-Sale verteuert werden. Die gesamte Mehrbelastung liege damit im Jahr bei einer Milliarde Mark.

Roebers Rechnung klingt weitaus drastischer: "Alles zusammen genommen, wird dann jeder PC im Handel 300 Mark teurer. Es ist kein Wunder, dass Deutschland bei diesen Auflagen im westeuropäischen Vergleich weit hinter den anderen EU-Ländern hinterherhinkt."

Der Absatz sei hierzulande stark rückläufig, und der Handel sei damit in einer Zwickmühle, ob er diese Kosten an den Verbraucher weitergebe oder nicht, führte Roebers weiter aus. Für den Wiederverkauf sei das einfach ruinös.

Bei der Diskussion um den IT-Arbeitskräftemangel hörte man sogar von Seiten der Politik Resig-nation heraus: "Wir werden mit diesem Mangel wohl leben müssen", stellte der bayerische SPD-Landtagsabgeordnete Peter Hufe fest. Eine kurzfristige Lösung sei derzeit nicht in Sicht. Auch die Greencard-Aktion habe die Situa-tion im deutschen Arbeitsmarkt nicht entspannt. (go/ch)

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