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Handelsportal Dawanda hat dichtgemacht

31.08.2018
Ob gehäkelter Kaktus oder Nudelholz mit Gravur: Die Plattform Dawanda verkaufte (gefühlt) alles. Jetzt hat der Anbieter dichtgemacht. Ein US-Unternehmen springt in die Lücke.

Nach rund zwölf Jahren hat der Online-Marktplatz Dawanda am 30. August 2018 geschlossen. Auf dem Portal verkauften Händler viel Selbstgemachtes. Seit dem 31. August 2018 werden Besucher der Website automatisch auf die Seiten des ehemaligen Konkurrenten Etsy umgeleitet, mit dem Dawanda eine entsprechende Vereinbarung getroffen hat. Dawanda hatte die Schließung bereits im Juni 2018 angekündigt.

Damals schrieb Gründerin und Geschäftsführerin Claudia Helming, man habe handgemachte Produkte als neue Kategorie im Online-Handel etabliert. "Dennoch mussten wir uns in den letzten Jahren zunehmend eingestehen, dass es uns alleine nicht gelingen wird, das Wachstum weiter voranzutreiben." Dawanda sei nicht insolvent, aber man habe handeln müssen, um den Verkäufern "auch langfristig das Bestehen ihrer Unternehmen, ihre Einkommen und weiteres Wachstum zu sichern".

Dawanda-Gründerin und-Geschäftsführerin Claudia Helming: "Ich denke, wir hätten früher verkaufen können, sollen und müssen."
Dawanda-Gründerin und-Geschäftsführerin Claudia Helming: "Ich denke, wir hätten früher verkaufen können, sollen und müssen."
Foto: Dawanda

Dawanda wurde Ende 2006 in Berlin gegründet. Angeboten wurden auch Kleidung, Dekorationen, Kindersachen - von der Häkelmütze bis zur Schnullerkette. Seinen Verkäufern hatte Dawanda empfohlen, zum US-Shopping-Portal Etsy zu wechseln. Beide Portale hätten eine Vereinbarung getroffen und ein Tool entwickelt, damit Dawanda-Verkäufer ihre Shops umziehen können.

Dem "Tagesspiegel" sagte Helming am 30. August 2018: "Ich denke, wir hätten früher verkaufen können, sollen und müssen." Den richtigen Zeitpunkt dafür habe sie verpasst, und nun sei es für einen "klassischen Unternehmensverkauf" zu spät. So sei es zu der Vereinbarung mit Etsy gekommen. Ob diese vorsieht, dass Etsy für die Übernahme der Verkäufer Geld an Dawanda zahlt, wollte eine Etsy-Sprecherin auf dpa-Anfrage nicht sagen. Helming sagte dem "Tagessiegel": "In gewisser Weise ja. Ich kann aber zu den Summen nichts sagen."

Dawanda war ein Portal für Menschen aus der "Do-it-yourself"-Szene, die mit ihren Produkten Geld verdienen wollten. Über die Zeit hatten sich rund 7 Millionen Mitglieder registriert. Sie sollen ihre Nutzerprofile noch bis Ende Oktober 2018 einsehen können. Bis Ende des Jahres soll Dawanda auch noch per E-Mail erreichbar sein. (dpa/rw)

FAQ für Dawana-Nutzer

Gebühren bei Etsy