Flächendeckende Öffnung gefordert

Handelsverband HWB befürchtet Lockdown-Endlosschleife

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Der Handelsverband Wohnen und Büro hält nicht viel von Inzidenzwerten. Man könne durch Schutz- und Hygienekonzepte auch bei hohen Corona-Infektionszahlen flächendeckend öffnen, meint der HWB.

Schleppendes Impftempo und mangelnde Verfügbarkeit von Schnelltest sind nach Ansicht des Handelsverbands Wohnen und Büro (HWB) mit dafür verantwortlich, dass eine dritte Infektionswelle mit den damit verbundenen Ladenschließungen unmittelbar bevorstehen.

Der Der Handelsverband Wohnen und Büro (HWB) befürchtet, dass viele Einzelhändler einen erneuten Lockdown nicht überleben werden.
Der Der Handelsverband Wohnen und Büro (HWB) befürchtet, dass viele Einzelhändler einen erneuten Lockdown nicht überleben werden.
Foto: Corona Borealis Studio - shutterstock.com

Zwar wurden gewisse Lockerungen vorgenommen, doch die orientieren sich an den Inzidenzwerten 50 und 100. So dürfen aufgrund der vorgegebenen Inzidenzzahl unter 50 mit Zugangsbeschränkungen öffnen und bei Werten zwischen 50 und 100 das Instrument Click & Meet nutzen. Angesichts der rapide steigenden Infektionszahlen ist es absehbar, dass nun den Händlern wieder Schließungen bevorstehen. "Notbremse" nennt dies die Politik. Die "Endlosschleife Lockdown" konterkariere jede Öffnungsperspektive, heißt es in einer HWB-Mitteilung.

Christian Haeser, Geschäftsführer des HWB, sieht durch die Notbremse die Händlerexistenzen in Gefahr: "Die Mehrheit der Fachhändler sind Kleinstunternehmen mit einer Beschäftigung von weniger als zehn Arbeitnehmern. Sie sind das Rückgrat des Mittelstandes", gibt Haeser zu bedenken. Der Einzelhandel könne sich dieses Tempo mit angezogener Handbremse nicht mehr leisten und müsse auch bei höheren Inzidenzwerten geöffnet bleiben. "Wir können nicht alle paar Wochen in einen harten Lockdown zurückkehren", erklärt der HWB-Chef.

Öffnung auch bei hoher Inzidenz

Beim HWB ist man der Meinung, dass auch bei hohen Inzidenzzahlen eine flächendeckende Öffnung vertretbar ist. Der Verband verweist auf die Einschätzung des RKI, nach der das Infektionsrisiko im Einzelhandel als niedrig zu bewerten ist. Daher vertritt der HWB den Standpunkt, dass die bewährten und weiterentwickelten Schutz- und Hygienekonzepte des Handels zu wenig Berücksichtigung bei den Bund-Länder-Gesprächen finden.

Da die Pandemie eh so lange andaure, bis ein Großteil der Bevölkerung durchgeimpft ist, könne man eine Non-Food-Handel auch grundsätzlich flächendeckend öffnen. Reine Inzidenzwerte seien kein allgemeiner Maßstab, sondern können allenfalls nur ein Richtwert von vielen weiteren Indikatoren sein. Anderenfalls müsse man mit größten wirtschaftlichen Folgeschäden rechnen.

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