Hewlett-Packard wird geteilt

03.11.1999

BÖBLINGEN: Unter Hewlett-Pakkard ist ab sofort ein reines Computerunternehmen zu verstehen. Der Meßgerätebereich, mit dem bei HP einmal alles angefangen hat, ist jetzt auf sich gestellt und sucht einen neuen Namen. Eine "historische Entscheidung" nennt eine HP-Firmensprecherin die Aufspaltung des Konzerns."Wettbewerbsvorteile" und "mehr Flexibilität" verspricht sich das HP-Management in den USA von der geplanten Zweiteilung des Konzerns. Weltweit wird es demnächst also eine eigenständige Meßgerätefirma und einen Computerkonzern geben. Der Name Hewlett-Packard bleibt dem Computerunternehmen erhalten. "In Deutschland wird sich für die Handelspartner von Hewlett-Packard nichts ändern: Die Zuständigkeiten und Ansprechpartner bleiben dieselben wie vorher", versichert eine Unternehmenssprecherin.

Dem Vernehmen nach hatte eine externe Unternehmensberatung in den USA dem HP-Vorstandschef Lewis Platt zu der Teilung geraten: Seit 1996 hatte er die Erwartungen der Branche mit seinen Gewinnzahlen nicht erfüllen können. Im letzten Quartal vermeldete der Konzern gerade mal noch ein Umsatzwachstum von einem Prozent, die Umsatzrendite von 6,5 Prozent riß die Aktionäre auch nicht gerade von den Stühlen.

"HP erstarrt an der eigenen Größe", hieß es immer öfter.

In den USA, so hofft Platt, sei die Teilung in etwa 18 Monaten abgeschlossen. Spätestens dann will er zurücktreten. "Er wollte sowieso demnächst in den Ruhestand", erklärt eine Firmensprecherin von HP Deutschland. Gesucht wird also ein neuer Firmenboß. In Deutschland, so heißt es, wird die Teilung etwas länger dauern. "Ein bis zwei Jahre", vermuten Mitarbeiter. Ob Jörg Menno Harms, bislang Vorsitzender der Geschäftsführung des gesamten deutschen Konzerns, dann nur noch ein halbes Unternehmen führt, ist bislang noch nicht geklärt.

Wie auch immer: Die Rosinen stecken im Computerbereich. Zum HP-Gesamtumsatz 1998 in Deutschland in Höhe von 8,9 Milliarden Mark trug die Computersparte den satten Anteil von knapp 60 Prozent bei. Nur 24 Prozent fuhr die Test- und Meßtechnik ein. (du)

Zur Startseite