Projekt Moonshot

HP setzt auf neue Server-Generation

09.04.2013
Der schwächelnde Computer-Riese Hewlett-Packard will sich mit einer sparsamen neuen Server-Generation zurückmelden. Die Rechner mit der Bezeichnung Moonshot (Mondflug) verbrauchten 89 Prozent weniger Energie und kosteten dabei 77 Prozent weniger als "traditionelle Server", erklärte HP am Montag auf Grundlage eigener Berechnungen. Die Geräte sollen in Rechenzentren Daten aus Online-Netzwerken, Cloud-Diensten oder Big-Data-Anwendungen zur Auswertung großer Mengen an Informationen umschlagen.
Dave Donatelli, Executive Vice President & General Manager HP Enterprise Group, präsentiert das Moonshot-System
Dave Donatelli, Executive Vice President & General Manager HP Enterprise Group, präsentiert das Moonshot-System
Foto: HP

Der schwächelnde Computer-Riese Hewlett-Packard will sich mit einer sparsamen neuen Server-Generation zurückmelden. Die Rechner mit der Bezeichnung Moonshot (Mondflug) verbrauchten 89 Prozent weniger Energie und kosteten dabei 77 Prozent weniger als "traditionelle Server", erklärte HP am Montag auf Grundlage eigener Berechnungen. Die Geräte sollen in Rechenzentren Daten aus Online-Netzwerken, Cloud-Diensten oder Big-Data-Anwendungen zur Auswertung großer Mengen an Informationen umschlagen.
Die neuen HP-ProLiant-Moonshot-Server soll in Europa ab Mai 2013 verfügbar sein. Der Einstiegspreis für das Chassis, 45 HP-ProLiant-Moonshot-Server und einen integrierten Switch, liegt bei 50.605 Euro.

"Knapp zehn Milliarden Endgeräte sind heute an das Internet angeschlossen, und die Anzahl steigt weiter exponentiell. Wir sind an einem Punkt angekommen, an dem der Platz- und Energiebedarf sowie die Kosten traditioneller Technologien nicht mehr tragbar sind", sagt Meg Whitman, President and Chief Executive Officer, HP. "Mit HP Moonshot gestalten wir die IT neu. Wir verändern die Wirtschaftlichkeit der IT-Infrastruktur und legen damit den Grundstein für die nächsten 20 Milliarden Geräte."

Das steckt im Moonshot-System

Das HP-Moonshot-System besteht aus dem HP-Moonshot-1500-Chassis und HP-ProLiant-Moonshot-Servern, die für Anwendungen optimiert sind. Die Server sind erhältlich mit Chips verschiedener Hersteller, die jeweils auf eine spezifische Arbeitslast zugeschnitten sind.

HP Moonshot-Server nehmen bis zu 1.800 Server pro Rack auf - und beanspruchen damit nur ein Achtel des Raums, den herkömmliche Server benötigen. Das löst das Problem des Platzmangels in Rechenzentren. (4) Die einzelnen Chassis teilen sich traditionelle Komponenten wie Daten- und Speichernetzwerk, das Fernwartungssystem HP Integrated Lights-Out (iLo), Energieversorgung und Lüftung. Das verringert die Komplexität und reduziert den Platz- und Energiebedarf.

Der erste HP-ProLiant-Moonshot-Server enthält den Prozessor Intel Atom S1200 und unterstützt Arbeitslasten für Web-Hosting. Das HP-Moonshot-1500-Chassis ist 4,3 Höheneinheiten hoch und ausgestattet mit 45 Intel-basierten Servern, einem Netzwerk-Switch sowie unterstützenden Komponenten.

HP hat außerdem eine umfangreiche Roadmap für weitere HP-ProLiant-Moonshot-Server vorgestellt, die für spezifische Arbeitslasten optimiert sind. Diese werden Prozessoren von einem großen Ökosystem an HP-Partnern enthalten, darunter AMD, AppliedMicro, Calxeda, Intel und Texas Instruments Incorporated.

Harte Konkurrenz

Der neue Server von HP trifft allerdings auf einen schwierigen Markt. Große Internet-Unternehmen wie Facebook setzen auf eigene Entwicklungen. Der Konkurrent IBM brachte jüngst eine effizientere neue Server-Generation auf den Markt. Außerdem versucht Oracle mit seinen Sun-Servern zu punkten. Das Server-Geschäft macht rund ein Viertel der HP-Umsätze aus, den Großteil bringen nach wie vor die Notebooks und Desktop-Computer. Der PC-Absatz geht jedoch schnell zurück, weil die Kunden lieber zu Smartphones und Tablets greifen. (dpa/rb)