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USA vs. China

Huawei Mate 30 erhält wohl keine Google-Lizenz

Panagiotis Kolokythas arbeitet seit Juni 2000 für pcwelt.de. Seine Leidenschaft gilt IT-News, die er möglichst schnell und gründlich recherchiert an die Leser weitergeben möchte. Er hat den Überblick über die Entwicklungen in den wichtigsten Tech-Bereichen, entsprechend vielfältig ist das Themenspektrum seiner Artikel: Windows, Soft- und Freeware, Hardware, Smartphones, soziale Netzwerke, Web-Technologien, Smart Home, Gadgets, Drohnen… Er steht regelmäßig für PCWELT.tv vor der Kamera und hat ein eigenes wöchentliches IT-News-Videoformat: Tech-Up Weekly.
Huawei will am 18. September das neue Mate 30 vorstellen. Ein Google-Sprecher erklärt: Huawei erhält keine Lizenz von uns dafür.
Die schlechten Nachrichten für Huawei dauern an.
Die schlechten Nachrichten für Huawei dauern an.
Foto: Ascannio - shutterstock.com

Huawei steuert auf das nächste Problem zu: Am 18. September 2019 wird Huawei den Gerüchten zufolge in München das neue Smartphone-Flaggschiff Mate 30 vorstellen. Bei diesem Gerät wird Huawei aber nicht die gewohnte Android-Version verwenden dürfen.

Aufgrund der Bestimmungen der US-Regierung verliert Huawei den Zugriff auf die Android-Lizenz, darf diese aber aufgrund einer vorübergehenden Ausnahmereglung weiter verwenden. Diese Ausnahme wurde zuletzt vor einigen Tagen um 90 Tage bis November 2019 verlängert. Allerdings: Die Ausnahme gilt nur für bereits auf dem Markt befindliche Android-Smartphones von Huawei.

Weil es sich beim Mate 30 um ein neues Gerät handelt, wird Huawei keine offizielle Android-Lizenz von Google erhalten, wie ein Google-Sprecher gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters erklärte.

Huawei kann beim Mate 30 zwar die offene Android-Variante des AOSP (Android Open Source Project) nutzen, allerdings handelt es sich dabei um eine im Vergleich zu den üblichen Android-Versionen um zahlreiche populäre Android-Apps abgespeckte Fassung.

Huawei darf das Mate 30 dem Google-Sprecher zufolge mit keinerlei Google-Apps oder Google-Diensten ausliefern. Damit darf das Gerät auch nicht den Google Play Store verwenden, sondern Huawei müsste einen eigenen App Store integrieren.

Es kommt aber noch viel schlimmer: Huawei ist nämlich nicht nur die Verwendung von Google-Apps und -Diensten nicht gestattet. Dem Bericht zufolge hätten zahlreiche App-Hersteller beim US-Handelsministerium einen Antrag gestellt, um eine Genehmigung dafür zu erhalten, dass mehr als 130 Apps bei Huawei-Smartphones verwendet werden dürfen. Das US-Handelsministerium habe keinem dieser Anträge zugestimmt.

Bei dem Chip im neuen Mate 30 ist Huawei dagegen auf der sicheren Seite. Im Gerät steckt nämlich der Kirin 990, den Huawei in der kommenden Woche auf der IFA 2019 in Berlin präsentieren wird. Der Chip nutzt die Architektur des britischen Unternehmens ARM Holding, welches wiederum dem japanischen Unternehmen Softbank gehört. Hier ist also kein US-Unternehmen involviert.

Ein Huawei-Sprecher erklärte, dass Huawei weiterhin so lange Android und dessen Ökosystem verwenden wolle, so lange dies die US-Regierung gestatte. Ansonsten wolle man das eigene mobile Betriebssystem und Ökosystem weiterentwickeln und zum Einsatz bringen. Huawei hatte dieses System namens Harmony OS Anfang August vorgestellt (2447513). Es gibt aber Zweifel daran, dass es so kurzfristig tatsächlich bei Smartphones zum Einsatz kommen könnte.

Offen ist nun, wie Huawei beim Mate 30 vorgehen wird. Wird am 18. September tatsächlich ein neues Top-Smartphone präsentiert, welches auf der AOSP-Variante von Android basiert und ohne jegliche Google-Apps und -Dienste auskommt? Wie würde sich das auf den Verkauf der Geräte auswirken? Geht Huawei ein solches Risiko ein und setzt seine Reputation als Nummer 2 auf dem Smartphone-Markt aufs Spiel? Oder wird gar der Start des Mate 30 verschoben?

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