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The Unbelievable Machine Company

"Idee des Systemhauses stammt noch aus der "alten IT-Welt"

Regina Böckle durchforstet den Markt nach Themen, die für Systemhäuser und Service Provider relevant sind - oder es werden könnten - und entwickelt dazu passende Event-Formate.
The unbelievable Machine Company (*um) ist das Paradebeispiel eines "born in the Cloud" IT-Dienstleisters. Was machen sie anders als klassische Systemhäuser? Ein Interview mit *um-Gründer Ravin Mehta.

Sie haben The unbelievable Machine Company (*um) vor neun Jahren gegründet und sich als Vorreiter für Cloud Computing positioniert. Wie kam es zur Unternehmensgründung?

Ravin Mehta, Gründer und Geschäftsführer von The unbelievable Machine company (*um)
Ravin Mehta, Gründer und Geschäftsführer von The unbelievable Machine company (*um)
Foto: The Unbelievable Machine Company

Ravin Mehta: Wir sind Pioniere, das stimmt. Als wir 2008 gestartet sind, gab es in Deutschland quasi noch gar keine Cloud. Wir waren die Ersten, die dieses Feld besetzt haben. Seitdem haben wir bei vielen Unternehmen die heutigen Technologien mit aufgebaut und Standards gesetzt. So begann The Unbelievable Machine Company (*um) auch mit dem Gedanken, was man neu, anders und besser machen könnte.
Wir wollten keine der üblichen Internetagenturen sein, aber auch keine trockene Technikbude, die nur Infrastruktur bietet. Stattdessen sind wir eine Company, die mit viel Know-how, Kreativität und modernsten Technologien aufkommende technologische und unternehmerische Herausforderungen mit einer ganzheitlichen Herangehensweise lösen kann und den Kunden neue Möglichkeiten eröffnet.

Hierzulande klagt die gesamte IT-Branche über den Fachkräftemangel. Inzwischen beschäftigt *um rund 130 Mitarbeiter. Wie haben Sie die richtigen Mitarbeiter für Ihr Unternehmen gefunden?

Ravin Mehta: Zu Beginn lief viel über das eigene Netzwerk. Das ist zum Teil auch heute noch so. Doch unser Bestreben ist mittlerweile vor allem, ein guter Arbeitgeber zu sein. Ein wichtiger Faktor ist, dass man bei uns mit erfahrenen Experten und neuesten Technologien an zukunftsweisenden Projekten großer Unternehmen arbeiten kann. Das macht die Mitarbeit bei uns sehr spannend und attraktiv. Darüber hinaus bieten wir unseren Mitarbeitern verschiedene Benefits. Wer mehr wissen will, kann gerne einen Blick auf unsere Karriereseite werfen.

Auf welche Themen hat sich Ihr Unternehmen konzentriert?

Ravin Mehta: Zunächst haben wir uns auf Cloud Services konzentriert, wo wir von A bis Z Full Managed Services anbieten. Seit 2011 haben wir unser Portfolio um den Bereich Big Data erweitert, das heißt Data Engineering und Data Science und mit seinen Spielarten wie Hadoop, Predictive Analytics, Machine Learning und Co.

Zur Zeit Ihrer Gründung, also 2008, arbeitete jedes Anwenderunternehmen aus dem Mittelstand in der Regel schon mit einem IT-Systemhauspartner zusammen. Wie haben Sie es geschafft, sich in diesem eigentlich bereits "besetzten" Markt zu etablieren?

Ravin Mehta: Wir waren 2008 in Deutschland die ersten, die Cloud Services angeboten haben. Im Gegensatz zu heute war Cloud Computing damals noch relativ unbekannt. Unser Markt war also noch nicht besetzt. 2011 waren wir dann die ersten, die hierzulande Big Data-Lösungen angeboten haben. Auch hier war die Konkurrenz zum damaligen Zeitpunkt überschaubar.

Hinzu kommt, dass wir keine Produkte von der Stange anbieten - haben wir nie -, sondern maßgeschneiderte Lösungen, individuelle Services und persönliche Betreuung. Je größer und komplizierter ein Projekt, desto besser. Das macht uns in Deutschland einzigartig.

Welche Themen haben klassische Systemhäuser offenbar nicht ausreichend gut abgedeckt?

Ravin Mehta: Die Idee des klassischen Systemhauses stammt noch aus der "alten IT-Welt". Viele haben entweder keine oder sehr unzureichende Betriebskompetenz auf wirklich professionellem Niveau. Wir hingegen betreiben für digitale Champions Plattformen mit Milliarden von Transaktionen im Monat sowie eine Vielzahl produktiver Hadoop-Cluster für das Who-is-Who der in Deutschland vertretenen Konzerne. Ferner ist es für die traditionellen Systemhäuser schwer, auf Grund der kurzen technologischen Innovationszyklen mit der rasanten Entwicklung Schritt zu halten und moderne Themen wie Multi-Cloud, Managed Hadoop oder den bimodalen Applikationsbetrieb glaubhaft zu besetzen.

Welche Rolle spielen für Sie Kooperationen - mit anderen IT-Dienstleistern, Systemhäusern und anderen Partnerunternehmen generell?

Ravin Mehta: Eine große. Zum einen arbeiten wir mit vielen Partnern zusammen, zum Beispiel mit HPE, Dell EMC, Oracle, AWS, Microsoft und e-shelter. Zum anderen setzen wir auch stark auf Open Source-Technologien. In der Summe können wir jedem Kunden maßgeschneiderte Lösungen anbieten, die sich an deren jeweiligen Anforderungen, Voraussetzungen und Zielen ausrichten.

Welche Ansprechpartner beim Endkunden kommen auf Sie zu, eher Vertreter der Fachabteilungen oder der IT?

Ravin Mehta: Das ist von Projekt zu Projekt verschieden. Oft sprechen wir auch mit der Geschäftsführung, denn viele Projekte haben nicht nur IT-Relevanz, sondern entscheiden über die künftige Entwicklung der Unternehmen.

Wie managen Sie bei *um die Bereitstellung, Abrechnung und das Reporting unterschiedlicher Cloud- und Managed Services?

Ravin Mehta: Cloud- und Managed-Services werden maßgeschneidert auf die individuellen Bedürfnisse unserer Kunden angeboten, bereitgestellt und abgerechnet. Das ist nicht nur ein Spruch, sondern seit Unternehmensgründung Credo und gelebte Realität. Der Vorteil der Kunden liegt dabei auf der Hand. Wir stellen Plattformen und Anwendungen bereit, die sich nahtlos in die kundenindividuellen Prozesse und Umgebungen einfügen.

Welche Tools oder Dashboards nutzen Sie dafür?

Ravin Mehta: Wir nutzen eine Vielzahl unterschiedlicher Tools. Schließlich ist die Prozesskette von Bereitstellung, Abrechnung bis hin zu Monitoring und Reporting recht lang. Mitunter variieren die Tools auch durch kundenindividuelle Anforderungen. Viele der Tools sind sehr bekannt, wie zum Beispiel JIRA, Confluence und Puppet. Andere hingegen sind in Deutschland noch nicht so verbreitet und stark aufstrebend, beispielsweise LogicMonitor. Wesentlich ist für uns, dass alle Tools unsere agilen Prozessstrukturen unterstützen und hochgradig automatisierbar sein müssen.

Wo hosten Sie Ihre Dienste - oder wenn Sie selbst das Hosting übernehmen: auf welcher Plattform?

Ravin Mehta:Wir betreiben eine eigene *umCloud und hosten unsere Daten in den Hochsicherheitsrechenzentren von e-shelter in Berlin und Frankfurt am Main. Zudem betreiben wir Rechenzentrumsfläche im Rechenzentrum von Equinix in Amsterdam.

Warum haben Sie sich gerade für diesen Anbieter entschieden?

Ravin Mehta: Wir verstehen uns als Qualitätsführer. Dementsprechend arbeiten wir auch selbst nur mit Partnern zusammen, die einen sehr hohen Standard haben. Deren Rechenzentren entsprechen den höchsten Sicherheitsanforderungen.

Nutzen Sie auch Alternativen?

Ravin Mehta: Wenn der Kunde es wünscht, erstellen und betreiben wir auch an anderen Standorten dezidierte Umgebungen, so wie zum Beispiel aktuell in Sydney im Rechenzentrum von NTT.

Wie haben Sie Prozesse standardisiert und automatisiert?

Ravin Mehta: Wir arbeiten - wie man heute so schön sagt - bimodal. Unsere Teams arbeiten nach Kanban. Die Regelbetriebsprozesse sind jedoch alle nach ITIL-definiert und zertifiziert. Damit ist es möglich, auch in einem sehr großen Operations-Team den Überblick zu bewahren und sowohl Transitions- als auch Betriebsprojekte sicher und effizient zu liefern. Automatisierung ist Trumpf. Wir setzen flächendeckend Puppet ein, haben aber auch - je nach Kundenwunsch - Chef, Ansible oder Saltstack im Einsatz.

Wie kalkulieren Sie Ihre Managed Services und Cloud-Dienste?

Ravin Mehta: Das hängt vom Projekt ab. So wie wir bimodal arbeiten, können wir auch klassisch und modern abrechnen, das heißt traditionelle Abrechnungsmodelle anbieten oder transparent nach Aufwand und Verbrauch abrechnen.

Wie wird die Cloud für Sie selbst als IT-Dienstleister zum Innovationstreiber?

Ravin Mehta: Eines unserer Unternehmenswerte ist der Anspruch, dass wir immer ein bisschen in der Zukunft leben wollen. Wir entwickeln Ideen und wollen die Welt mitgestalten. Dabei haben wir keine Scheu vor modernen Technologien. Für uns selbst war Cloud Computing eindeutig ein Innovationsbeschleuniger für unsere Big Data Expertise.
Aufgrund unserer eigenen Cloud-Infrastruktur konnten wir sehr kurzfristig eine große Anzahl von Cloud-Systemen hochfahren, die mit optimaler Performance an das Internet-Backbone angebunden sind. Damit können wir im Auftrag unserer Kunden viele Daten sammeln und verarbeiten. Ich denke der synergetische Vorteil liegt auf der Hand.

Was bedeutet die Digitale Transformation für Ihr Unternehmen? Wie "leben" Sie diese?

Ravin Mehta: Oft wird beim Begriff "Digitale Transformation" lediglich an Daten, Technologie und Algorithmen gedacht. Genauso wichtig ist aber das Mindset, das heißt offen zu sein für neue Techniken und Entwicklungen. Einer unserer Maßstäbe ist es, wie gesagt, unserer Zeit voraus zu sein. Das heißt wir nehmen uns die Zeit, neue Ansätze und Technologien auszuprobieren und kennen zu lernen, so dass unsere Kunden später als einer der ersten davon profitieren können.

Mit welcher Art von Kunden machen Sie Ihr Hauptgeschäft?

Ravin Mehta: Wir beschränken uns weder auf Branchen noch auf Regionen. Wir haben Kunden aus den unterschiedlichsten Bereichen und aus der gesamten DACH-Region. Wir adressieren vor allem große Unternehmen, sind unter anderem für mehr als ein Drittel der DAX-Konzerne tätig.

Machen Sie auch klassisches Projektgeschäft - also Verkauf von "On-Premise"Hard- und Software inklusive Implementierung vor Ort, Wartung etc. - oder reines Managed Service bzw. Cloud- und Beratungsgeschäft?

Ravin Mehta: Wir decken "from idea to cable" die gesamte Bandbreite ab: Beratung, Konzeption, Implementierung, Migration, Betrieb und 24/7-Service. So können wir bei jedem Kunden genau da ansetzen, wo er steht und ihn so lange begleiten, wie er möchte und unsere Unterstützung benötigt.