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Erster Demo Day des Retailtech Hub

Impulse für den Handel der Zukunft

Dr. Matthias Hell ist Experte in Sachen E-Commerce und Retail sowie ein Buchautor. Er veröffentlicht regelmäßig Beiträge in renommierten Handelsmagazinen und E-Commerce-Blogs. Zuletzt erschien seine Buchveröffentlichung "Local Heroes 2.0 – Neues von den digitalen Vorreitern im Einzelhandel".
Beim ersten Demo Day des von Media-Saturn initiierten Förderprogramms Retailtech Hub präsentierten Start-ups ihre Ideen für die Zukunft des Handels - und gaben damit Impulse für die Weiterentwicklung des Retailers.
Chief Innovation Officer: Martin Wild eröffnet des Demo Day des Retailtech Hub von Media-Saturn
Chief Innovation Officer: Martin Wild eröffnet des Demo Day des Retailtech Hub von Media-Saturn

Das erste Start-up-Förderprogramm von Media-Saturn, der Accelerator Spacelab, lief noch ganz unter der Flagge des Handelskonzerns. Beim zweiten, Ende 2017 auf den Weg gebrachten Start-up-Programm Retailtech Hub sucht das Unternehmen dagegen einen breiteren Ansatz und arbeitet dafür u.a. mit der Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland) sowie dem amerikanischen Accelerator Plug And Play zusammen. Mit Thorsten Marquardt, der bisher das Start-up-Programm agile des eon-Konzerns leitete, besitzt der Retailtech Hub seit kurzem sogar einen eigenen Geschäftsführer. Wie beim Demo Day, dem Abschlusstag der ersten Fördergruppe, deutlich wurde, soll der Retailtech Hub aber vor allem Media-Saturn neue Impulse verleihen bei der Ausrichtung des Unternehmens auf die Zukunft des Handels.

"Oft sind wir zu langsam, wenn es darum geht Innovationen auf den Weg zu bringen. Start-ups können das besser und sie haben auch die Fähigkeit, außerhalb der gewohnten Bahnen zu denken", erklärte Martin Wild zu Beginn des Demo Days. Der bisherige Chief Digital Officer von Media-Saturn firmiert inzwischen als CIO - als Chief Innovation Officer. "Media Saturn will die Zukunft des Handels mitdefinieren und deshalb wollen wir für Start-ups in dem Bereich die erste Anlaufstelle in Europa werden", so Wild weiter. Das Ziel sei es, kreative Ideen zu entdecken, diese zu fördern und zu pilotieren, um schließlich daraus für die Weiterentwicklung des eigenen Geschäfts zu lernen.

Diesen Anspruch von Media-Saturn unterstrich auch Pieter Haas, CEO des Dachkonzerns Ceconomy. "Vor fünf Jahren waren wir noch die Looser, die den Online-Handel verschlafen haben. Heute sind alle bei Media-Saturn am Thema Digital interessiert." Trotzdem bleibe der physische Handel weiter eine wichtige Komponente. "Erst haben wir gesagt, wir wollen ein digitaler Retailer werden. Doch dann haben wir gemerkt: Es gibt eine Renaissance der menschlichen Ebene. Deshalb ist es heute unser Ziel, auf allen Ebenen ein Retailer für die digitale Welt zu werden", so Haas. Ein Start-up-Programm wie der Retailtech Hub spiele dabei eine wichtige Rolle. Primär gehe es allerdings weniger um Investitionen in Start-ups, sondern darum, einen Dialog mit den innovativen Jungunternehmen zu etablieren.

Ceconomy-Chef Pieter Haas beim Demo Day des Retailtech Hub
Ceconomy-Chef Pieter Haas beim Demo Day des Retailtech Hub

Konkurrenz für Amazon Go

Kurzpräsentationen der zehn Unternehmen aus der ersten Runde des Retailtech Hub zeigten ein breites Spektrum an Handelsinnovationen und verdeutlichten auch viele Anknüpfungspunkte für Media-Saturn. Zwei Start-ups beschäftigten sich beispielsweise mit einer Modernisierung des Bezahlens in den Geschäften. Mishipay ermöglicht es Kunden, mit ihren Smartphone den Barcode eines Produkts zu scannen, dieses mobil zu bezahlen und damit den auf der Produktverpackung enthaltenen RFID-Chip zu entsperren. Rapitag hat ein neuartiges System zur Artikelsicherung entwickelt, das es Kunden ebenfalls möglich macht, am Regal zu bezahlen und Warteschlangen Vergangenheit sein lässt. Mit beiden Unternehmen führt Media-Saturn nun Pilotprojekte durch und arbeitet so an seiner eigenen Alternative zu Zukunftssupermärkten wie Amazon Go.

Andere Teilnehmen des Retailtech Hub fokussieren sich stärker auf das Thema Onlineshopping. Parcellab will es Händlern ermöglichen, auch nach dem Versand einer Bestellung den Kontakt zu den Kunden zu pflegen und mit proaktiven Versandstatusnachrichten das Einkaufserlebnis noch besser zu gestalten. Weview ist eine Art Youtube für Produktrezensionen. Indem das Start-up Videobesprechungen zu Technikgeräten sammelt, ermöglicht dieses Online-Händlern beliebte Hands-on-Clips in Artikelseiten einzubinden und den Kunden so eine zusätzliche Entscheidungshilfe beim Kauf zu bieten. Auch mit diesen beiden Start-ups setzt Media-Saturn nun Pilotprojekte um.

Zu den weiteren Absolventen des Retailtech Hub gehörten Start-up mit Fokus u.a. auf personalisierter Digital Signage, der Vermietung von Retail-Promoflächen sowie künstlicher Intelligenz. Zusammengenommen bot sich ein breites Panorama an Ideen, wie der Handel der Zukunft aussehen könnte. Durch die Förderung und die Pilotierung der Start-up-Lösungen wollen Media-Saturn und die anderen am Retailtech Hub beteiligten Unternehmen möglichst viele dieser Impulse aufnehmen.

Mit einem neuen Selection Day ist bereits die zweite Runde des Retailtech Hub gestartet
Mit einem neuen Selection Day ist bereits die zweite Runde des Retailtech Hub gestartet
Foto: Retailtech Hub

Nächste Runde des Retailtech Hub angekündigt

Nach der erfolgreichen ersten Runde des Retailtech Hub steht bereits der zweite Förderzyklus in den Startlöchern. Geschäftsführer Thorsten Marquardt skizzierte den weiteren Verlauf: Nach dem Selection Day Anfang Februar beginnt das Förderprogramm am 19. März und endet am 20. Juni mit dem nächsten Demo Day. Die Modernisierung des eigenen Geschäfts soll damit für Media-Saturn zu einem fortlaufenden Prozess werden, um auch bei schnell sich verändernden Konsumentengewohnheiten eine relevante Anlaufstelle für die Kunden zu bleiben. (mh)

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