Hausmesse Top 2019

Ingram baut Service-Angebot aus

Armin Weiler kümmert sich um die rechercheintensiven Geschichten rund um den ITK-Channel und um die Themen der Distribution. Zudem ist er für den Bereich Peripherie zuständig. Zu seinen Spezialgebieten zählen daher Drucker, Displays und Eingabegeräte. Bei der inoffiziellen deutschen IT-Skimeisterschaft "CP Race" ist er für die Rennleitung verantwortlich.
Zur Hausmesse Top 2019 hat Broadliner Ingram Micro sein Service-Portfolio erweitert. Im Mittelpunkt stehen Finanzierungsangebote und Cloud-basierte Leistungen. etwa für Amazon Web Services.

Preise und Margen in der IT-Branche sind weiterhin unter Druck. Darunter leiden insbesondere die Distributoren, die eh schon mit hauchdünnen Gewinnspannen operieren. Nach Meinung von Ingram-Deutschland-Chef Alexander Maier wird sich dieser Trend in den kommenden Jahren fortsetzen. "Wir müssen unser Profil schärfen und uns für die Zukunft ausrichten", erklärt er anlässlich der Ingram-Hausmesse Top 2019.

Alexander Maier, Vice President und Chief Executive Germany bei Ingram Micro, will durch den Ausbau des Service-Portfolios "Wachstumsmotor für Systemhäuser" sein.
Alexander Maier, Vice President und Chief Executive Germany bei Ingram Micro, will durch den Ausbau des Service-Portfolios "Wachstumsmotor für Systemhäuser" sein.

Ein wichtiger Baustein ist dabei der Ausbau der Service-Portfolios. So haben die Dornacher ein neues Finanzierungsangebot aufgelegt. "Wir sind der Wachstumsmotor für Systemhäuser", meint Maier dazu. Mit der Erweiterung des Finanzierungsangebots will Ingram auf die Entwicklungen des Marktes reagieren: "Wir beobachten, dass sich die klassischen Banken aus dem Markt der IT-Finanzierung immer mehr zurückziehen. Parallel fokussieren sich die Hersteller in ihren Angeboten fast ausschließlich auf eigene Produkte", erläutert Maier. Damit verändere sich die Wertschöpfungskette. Trat der Distributor bisher als Vermittler zwischen Reseller und Leasinggesellschaften auf, ist er nun direkt der Finanzierungsgeber und kann so das individuelle Consulting und die Entwicklung flexibler, bedarfsgerechter Angebote in den Vordergrund stellen.

Amazon Web Services (AWS) jetzt auch an Bord

Neuigkeiten gibt es auch im Cloud-Geschäft: Neben den Hyperscalern Microsoft Azure und IBM Cloud hat Ingram nun auch Amazon Web Services (AWS) an Bord. "Die Aufnahme von AWS, dem führenden Cloud-Anbieter, in unser Portfolio ist für uns ein wichtiger Meilenstein in der beständigen Erweiterung unseres Angebots", freut sich Maier.

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Zudem wollen die Dornacher verstärkt Angebote von ISVs auf ihrem Marketplace anbieten und so ein "Differenzierungsmerkmal" der ansonsten unter den Grossisten oft sehr vergleichbaren Angeboten schaffen. "ISVs jeder Größenordnung können jederzeit selbst einen Account eröffnen und ihre Cloud-Services über Connect auf unseren Marketplace schnell und automatisiert aufschalten", erklärt Birgit Nehring, Director Software & Cloud bei Ingram Micro. ISVs können so sogar weltweit Partner erreichen, um ihre Lösungen vermarkten. "Gleichzeitig weiten wir unser Angebot auf dem Marketplace dadurch deutlich aus und stellen unseren Resellern neben den Cloud-Services bekannter und etablierter Hersteller auch spezifische Lösungen kleinerer ISVs bereit", sagt Nehring.

Weniger Aussteller als im Vorjahr

Ingram nutzt den Marketplace nun zudem, um Resellern ohne Zusatzkosten herstellerübergreifende Produktinformationen und -inhalte zur effizienten Gestaltung professioneller Sales- und Marketingmaterialien zur Verfügung zu stellen. "Insbesondere kleinere Partner mit wenig oder ohne Marketing- und Kommunikations-Ressourcen profitieren vom neuen Sales und Marketing Hub. Denn durch die Tools und Materialien ist es ihnen möglich, in kurzer Zeit einen professionellen Außenauftritt und eine zielgerichtete Kundenansprache aufzusetzen und den Vertrieb auf Cloud Sales auszurichten", erläutert die Ingram-Cloud-Direktorin.

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Insgesamt zieht Deutschlandchef Maier ein positives Fazit aus der diesjährigen Hausmesse: "Auf der Top 2019 haben wir die Chancen und großartigen Perspektiven der Digitalen Transformation in ihrer gesamten Bandbreite erlebt - und wie diese im Schulterschluss mit starken Partnern in einem veränderten Marktumfeld erfolgreich genutzt werden können", meint er. Rund 4.500 Besucher haben die Ingram-Verantwortlichen gezählt, damit liegt man auf Vorjahresniveau. Allerdings sind mit 135 etwa zehn Prozent weniger Aussteller ins Münchner MOC gekommen. Vielen Herstellern sind die oft fünfstelligen Investitionen für die Messe mittlerweile zu teuer. Im Vergleich zu Hausmessen anderer Distributoren bewegt sich die Top laut Aussagen der Aussteller im oberen Bereich. Dass Huawei seinen Stand kurz vor Messebeginn wieder abgebaut hat, hat aber sicher andere Gründe.

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